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Kammmolch

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Tierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Triturus cristatus
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Familie: Echte Salamander und Molche (Salamandridae)
  • Gattung: Triturus
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, feuchte Landhabitate in der Umgebung
  • Größe: 12–18 cm (Weibchen bis 20 cm)
  • Gewicht: 6–14 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre, in Ausnahmefällen bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kammmolch ist die größte heimische Molchart in Mitteleuropa und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 18 Zentimetern, wobei Weibchen gelegentlich noch etwas länger werden. Die Haut ist im Gegensatz zu vielen anderen Amphibien deutlich grobkörnig und wirkt warzig-rau. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt und mit unregelmäßigen dunklen Flecken durchsetzt. Die Bauchseite zeigt eine leuchtend orangegelbe bis gelbe Grundfarbe mit einem individuell ausgeprägten Muster aus schwarzen Flecken, das zur Identifikation einzelner Tiere herangezogen werden kann – vergleichbar einem Fingerabdruck.

Namensgebend ist der hohe, gezackte Rückenkamm der Männchen, der während der Wassertracht in der Fortpflanzungszeit besonders ausgeprägt ist. Dieser Kamm ist an der Schwanzwurzel deutlich eingekerbt, was den Kammmolch von verwandten Arten wie dem Teichmolch (Lissotriton vulgaris) unterscheidet. Zusätzlich entwickeln die Männchen zur Balzzeit ein silbrig-weißes Band an den Seiten des Schwanzes. Die Weibchen besitzen keinen Rückenkamm, zeigen aber häufig eine feine orangefarbene Linie entlang der unteren Schwanzkante.

An den Flanken sind silbrig-weiße Punkte erkennbar, die wie eine feine Bestäubung wirken. Die Augen sind relativ klein und gold- bis kupferfarben. Die Finger und Zehen sind ungehäutet und kräftig gebaut.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kammmolchs erstreckt sich über weite Teile Europas – von Großbritannien und Frankreich im Westen bis zum Ural im Osten, von Südskandinavien im Norden bis zum nördlichen Balkan im Süden. In Deutschland kommt die Art in allen Bundesländern vor, mit regionalen Verbreitungslücken insbesondere in höheren Mittelgebirgslagen und den Alpen.

Als Habitat bevorzugt der Kammmolch stehende, besonnte Gewässer mittlerer Größe mit reicher Unterwasservegetation. Typische Laichgewässer sind Weiher, Teiche, wassergefüllte Abbaugruben, Altwasser und größere Tümpel. Entscheidend ist das Vorhandensein submerser Pflanzen, da die Weibchen ihre Eier einzeln in Blätter einfalten. Fischfreie oder fischarme Gewässer werden deutlich bevorzugt, da Fische sowohl Larven als auch Eier fressen.

An Land bewohnt der Kammmolch feuchte Biotope in der Umgebung seiner Laichgewässer: Laubwälder, Hecken, Gärten, Ruderalflächen und extensiv genutztes Grünland. Die Landlebensräume dienen als Sommerquartier und als Überwinterungsplatz. Als Winterquartier nutzt er frostfreie Verstecke unter Totholz, Steinhaufen, in Erdlöchern oder Kellern.

Ernährung

Der Kammmolch ist ein opportunistischer Räuber. Im Wasser erbeutet er Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebse, Schnecken, Würmer und Kaulquappen. Gelegentlich werden auch Eier und Larven anderer Molcharten gefressen, darunter die des Teichmolchs und des Bergmolchs (Ichthyosaura alpestris). An Land stehen Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln und verschiedene Insekten auf dem Speiseplan. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der Dämmerung und Nacht, da der Kammmolch weitgehend nachtaktiv ist. Die Beute wird durch Sicht und Erschütterungsreize wahrgenommen und per Schnappbewegung ergriffen.

Verhalten & Lebensweise

Der Kammmolch lebt als Einzelgänger und zeigt kein ausgeprägtes Territorialverhalten. Die jährliche Aktivitätsperiode beginnt im zeitigen Frühjahr, meist zwischen Ende Februar und April, wenn die Tiere aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern wandern. Die Wanderdistanz beträgt in der Regel wenige hundert Meter, kann aber bis zu einem Kilometer betragen.

Im Gewässer verbringt der Kammmolch je nach Region drei bis fünf Monate, bevor er im Frühsommer oder Sommer an Land zurückkehrt. Während der aquatischen Phase ist er vorwiegend nachtaktiv und hält sich tagsüber in dichter Unterwasservegetation oder unter Steinen verborgen. An Land verbirgt er sich unter Totholz, Steinen und in feuchten Bodenverstecken.

Bei Bedrohung sondert der Kammmolch über seine Hautdrüsen ein milchig-weißes Sekret ab, das für kleine Fressfeinde unangenehm schmeckt. Als Abwehrreaktion zeigt er gelegentlich die leuchtend gefärbte Bauchseite – ein als Unkenreflex bekanntes Verhalten, das potenzielle Angreifer warnen soll.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz findet im Wasser statt, typischerweise zwischen April und Juni. Das Männchen vollführt ein aufwendiges Balzritual, bei dem es sich seitlich vor dem Weibchen aufstellt, den Rückenkamm aufrichtet und den Schwanz rhythmisch in Richtung des Weibchens schlägt. Dabei werden Pheromone freigesetzt, die das Weibchen zur Paarung stimulieren. Die Befruchtung erfolgt intern: Das Männchen setzt eine Spermatophore (ein Samenpaket) am Gewässergrund ab, die das Weibchen mit der Kloake aufnimmt.

Das Weibchen legt über einen Zeitraum von mehr