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Katta

K

Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lemur catta
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Feuchtnasenprimaten (Strepsirrhini)
  • Familie: Lemuren (Lemuridae)
  • Gattung: Lemur
  • Lebensraum: Trockenwälder, Dornbuschsavannen und Galeriewälder im Süden und Südwesten Madagaskars
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 39–46 cm, Schwanzlänge 56–63 cm
  • Gewicht: 2,2–3,5 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 30 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Katta ist unter den Lemuren die wohl bekannteste und am leichtesten erkennbare Art. Sein auffälligstes Merkmal ist der lange, buschige Schwanz mit 13 abwechselnd schwarzen und weißen Ringen. Dieser Schwanz ist mit bis zu 63 cm deutlich länger als der übrige Körper und dient als Balancierhilfe sowie als optisches Signalmittel bei der Kommunikation innerhalb der Gruppe.

Das Fell am Rücken ist graubraun gefärbt, während Bauch und Innenseiten der Gliedmaßen heller, meist weißlich erscheinen. Das Gesicht ist weiß mit markanten, dreieckigen schwarzen Augenflecken, die den hellen Irisring umrahmen. Die Ohren sind relativ groß, spitz und weiß behaart. Im Vergleich zu vielen anderen Lemurenarten besitzt der Katta eine relativ kurze Schnauze. Die Hände und Füße sind mit Greifhänden ausgestattet, wobei der zweite Zeh eine sogenannte Putzkralle trägt – ein typisches Merkmal der Feuchtnasenprimaten.

Ein geschlechtsspezifisches Merkmal findet sich bei den Männchen: Sie verfügen an den Handgelenken über Drüsenpolster mit einem Hornsporn, die sogenannten Antebrachialdüsen. Diese setzen sie bei den charakteristischen „Stinkkämpfen" ein, bei denen der Schwanz mit Duftstoffen eingerieben und dem Rivalen entgegengestreckt wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Katta beschränkt sich ausschließlich auf die Insel Madagaskar, wo er in den süd- und südwestlichen Landesteilen vorkommt. Als Habitat bevorzugt er Trockenwälder, Dornbuschvegetation und lichte Galeriewälder entlang von Flussläufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Lemurenarten, die überwiegend in den feuchten Regenwäldern des Ostens leben, hat sich der Katta an vergleichsweise trockene und saisonal geprägte Biotope angepasst.

Typische Fundorte liegen in Schutzgebieten wie dem Andohahela-Nationalpark, dem Isalo-Nationalpark und dem Berenty-Reservat. Innerhalb seines Verbreitungsgebiets nutzt der Katta ein Revier von 6 bis 35 Hektar, dessen Größe von der Qualität des Habitats und der Verfügbarkeit von Nahrung abhängt.

Ernährung

Der Katta ist ein Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Den Hauptteil seiner Nahrung machen Früchte, Blätter, Blüten und Rinde aus. Ergänzend frisst er gelegentlich Insekten, Spinnen und kleine Wirbeltiere. In der Trockenzeit, wenn Früchte knapp werden, weicht er verstärkt auf Blätter, Sukkulenten und sogar Kakteenfrüchte der eingeführten Opuntien aus.

Die Nahrungsaufnahme findet sowohl am Boden als auch in den Bäumen statt. Unter den Lemuren verbringt der Katta den größten Anteil seiner aktiven Zeit auf dem Boden – eine Anpassung an sein offenes, trockenes Habitat, in dem die Baumkronendeckung oft lückenhaft ist.

Verhalten & Lebensweise

Kattas sind tagaktiv und leben in Gruppen von 6 bis 30 Individuen. Die Sozialstruktur ist matriarchal: Weibchen bilden den stabilen Kern der Gruppe, dominieren die Männchen und haben Vorrang beim Zugang zu Nahrung und Ruheplätzen. Weibliche Jungtiere verbleiben in der Geburtsgruppe, während Männchen mit der Geschlechtsreife abwandern und im Laufe ihres Lebens mehrfach die Gruppe wechseln.

Morgens versammeln sich Kattas häufig in einer typischen Sitzhaltung zum Sonnenbaden: Sie sitzen aufrecht mit ausgestreckten Armen und dem Bauch zur Sonne gerichtet. Dieses Verhalten dient der Thermoregulation, da die Nachttemperaturen in ihrem Habitat deutlich absinken können.

Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Lautäußerungen – darunter Kontaktrufe, Alarmschreie und leise Grunzlaute – sowie über olfaktorische Signale. Die bereits erwähnten Stinkkämpfe der Männchen spielen besonders in der Paarungszeit eine wichtige Rolle bei der Etablierung von Rangordnungen. Territoriale Auseinandersetzungen zwischen benachbarten Gruppen werden durch lautes Rufen, Schwanzwedeln und gelegentlich durch direkte Konfrontation ausgetragen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt auf die Monate April bis Mai, wobei die Weibchen nur wenige Stunden empfängnisbereit sind. Nach einer Tragzeit von etwa 135 Tagen bringt das Weibchen zwischen September und November in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt; Zwillinge kommen gelegentlich vor.

Das Neugeborene wiegt rund 70 Gramm und klammert sich zunächst am Bauch der Mutter fest. Nach etwa zwei Wochen wechselt es auf den Rücken, von wo aus es die Umgebung beobachtet. Auch andere Weibchen der Gruppe beteiligen sich an der Betreuung der Jungtiere – ein Verhalten, das als Allomütterlichkeit bezeichnet wird. Mit fünf bis sechs Monaten werden die Jungen entwöhnt, die Geschlechtsreife tritt mit etwa 2,5 bis 3 Jahren ein.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stu