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Kea

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Nestor notabilis
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Strigopidae (Neuseeländische Papageien)
  • Gattung: Nestor
  • Lebensraum: Alpine und subalpine Zonen der Südinsel Neuseelands
  • Größe: 46–50 cm Körperlänge
  • Gewicht: 800–1.000 g (Männchen), 700–850 g (Weibchen)
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 50 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Kea ist ein kräftig gebauter Papagei mit einem insgesamt olivgrünen Gefieder, das im Licht einen bräunlichen Schimmer zeigt. Jede einzelne Feder weist dunkle Ränder auf, wodurch ein schuppig wirkendes Muster entsteht. Die auffälligste Färbung verbirgt sich unter den Flügeln und am Bürzel: Dort leuchten die Federn in einem intensiven Orange- bis Scharlachrot, das vor allem im Flug sichtbar wird. Der Oberschnabel ist lang, schmal und stark nach unten gebogen – deutlich stärker als bei den meisten anderen Papageienarten. Diese Schnabelform dient als vielseitiges Werkzeug zum Graben, Hebeln und Zerkleinern. Die Wachshaut an der Schnabelbasis ist bei adulten Tieren dunkelgrau. Die Iris ist dunkelbraun, die Beine graugrün. Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Weibchen und besitzen einen längeren Oberschnabel, was als sekundäres Geschlechtsmerkmal gilt. Jungvögel unterscheiden sich von Altvögeln durch eine gelbliche Wachshaut, gelbe Augenringe und eine hellere Iris.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kea beschränkt sich auf die Südinsel Neuseelands. Er ist der einzige Papagei weltweit, dessen Habitat vorwiegend in alpinen und subalpinen Höhenlagen liegt. Sein bevorzugtes Biotop erstreckt sich entlang der Neuseeländischen Alpen (Southern Alps) in Höhen zwischen 600 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel. Dort bewohnt er Bergwälder mit Südbuchen (Nothofagus), offene Graslandschaften oberhalb der Baumgrenze sowie felsige Gebirgshänge. Im Winter steigt der Kea gelegentlich in tiefere Lagen ab und nähert sich menschlichen Siedlungen, Skigebieten und Campingplätzen. Die nächstverwandte Art ist der Kaka (Nestor meridionalis), der tiefergelegene Wälder auf beiden Hauptinseln Neuseelands besiedelt. Eine dritte Art der Gattung Nestor, der Norfolk-Kaka (Nestor productus), ist seit dem 19. Jahrhundert ausgestorben.

Ernährung

Der Kea ist ein ausgesprochener Nahrungsgeneralist. Seine Ernährung umfasst über 100 verschiedene Pflanzenarten: Blätter, Knospen, Wurzeln, Beeren, Samen und Nektar gehören zum Standardrepertoire. Ergänzend frisst er Insekten, Larven und andere wirbellose Tiere, die er unter Baumrinde oder im Erdreich aufspürt. Gelegentlich nimmt er auch Aas zu sich. In der Nähe menschlicher Siedlungen durchwühlt er Müllbehälter und nimmt bereitwillig anthropogene Nahrungsquellen an, was regelmäßig zu Konflikten führt. Historisch erlangte der Kea traurige Bekanntheit, weil er sich an lebenden Schafen vergriff: Einzelne Vögel hackten Fett- und Fleischstücke aus dem Rückenbereich der Tiere. Dieses Verhalten tritt allerdings selten auf und betrifft vorwiegend geschwächte oder festliegende Schafe. Es führte jedoch im 19. und 20. Jahrhundert dazu, dass neuseeländische Farmer den Kea massiv verfolgten.

Verhalten & Lebensweise

Keas sind tagaktive Vögel, die in lockeren Gruppen von bis zu etwa 15 Individuen zusammenleben. Eine feste Revierverteidigung findet nicht statt; die Gruppen nutzen überlappende Streifgebiete. Das Sozialverhalten ist stark ausgeprägt und zeichnet sich durch intensives Spielverhalten aus. Keas manipulieren Gegenstände, rollen im Schnee, hängen kopfüber an Ästen und interagieren spielerisch miteinander. Dieses Spielverhalten zeigen nicht nur Jungvögel, sondern auch adulte Tiere – ein unter Vögeln ungewöhnliches Phänomen. Studien haben gezeigt, dass Keas über ausgeprägte kognitive Fähigkeiten verfügen: Sie lösen komplexe mechanische Aufgaben, nutzen Werkzeuge in experimentellen Situationen und zeigen kooperatives Problemlösen. Ihr Ruf ist ein durchdringendes, langgezogenes „keee-aaa", das dem Vogel seinen Namen gab. Dieser Ruf dient der Kontaktaufnahme innerhalb der Gruppe und ist über weite Distanzen im Gebirge hörbar. Ein besonderer Ruf, der sogenannte Spielruf, kann bei anderen Keas nachweislich spielerisches Verhalten auslösen – vergleichbar mit ansteckendem Lachen beim Menschen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison des Kea erstreckt sich von Juli bis Januar, wobei die Eiablage meist zwischen August und Oktober erfolgt. Der Kea ist der einzige alpine Papagei, der seine Nester in Bodenhöhlen anlegt. Die Nistplätze befinden sich typischerweise in Felsspalten, unter Wurzeln oder zwischen Geröllblöcken – gut geschützt vor den rauen Witterungsbedingungen des Gebirges. Das Weibchen legt zwei bis vier weiße Eier, die es allein über einen Zeitraum von etwa 21 bis 26 Tagen bebrütet. Während der Brutzeit und der ersten Wochen nach dem Schlüpfen versorgt das Männchen das Weibchen mit Nahrung. Die Küken sind Nesthocker und werden mit etwa 13 Wochen flügge. Sie bleiben jedoch noch mehrere Monate von den Eltern abhängig. Keas erreichen die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren. Die Art ist nicht streng monogam; einzelne Männchen verpaaren sich gelegentlich mit mehreren Weibchen.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft den