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Kichererbsen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Die Kichererbse (Cicer arietinum) ist eine Hülsenfrucht aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Sie zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird seit Jahrtausenden im Mittelmeerraum, in Vorderasien und auf dem indischen Subkontinent angebaut. In der Tierernährung gewinnt die Kichererbse zunehmend an Bedeutung – vor allem als pflanzliche Proteinquelle in Ergänzungsfuttermitteln. Sie wird getrocknet, geschrotet, gemahlen oder gekocht verfüttert und kann in bestimmten Futterrationen einen Teil konventioneller Eiweißträger wie Sojaextraktionsschrot ersetzen.

Im Gegensatz zu einigen anderen Leguminosen enthält die Kichererbse vergleichsweise moderate Mengen an antinutritiven Substanzen, was sie für zahlreiche Tierarten grundsätzlich interessant macht. Dennoch ist sie kein Alleinfuttermittel, sondern wird stets als Komponente in einer ausgewogenen Gesamtration eingesetzt.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Kichererbsen zeichnen sich durch ein günstiges Nährstoffprofil aus. Die Zusammensetzung schwankt je nach Sorte, Anbaugebiet und Verarbeitungsgrad, bewegt sich aber typischerweise in folgenden Bereichen (bezogen auf die Trockensubstanz):

  • Rohprotein: 20–25 % – mit einem für Hülsenfrüchte typischen Aminosäureprofil, reich an Lysin, aber limitiert in den schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein
  • Rohfett: 4–7 % – deutlich höher als bei Erbsen oder Ackerbohnen, überwiegend ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure, Linolsäure)
  • Rohfaser: 5–10 % – moderate Gehalte, die die Verdauung unterstützen
  • Stärke: 35–45 % – als Energielieferant bedeutsam
  • Mineralstoffe: Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Zink in relevanten Mengen
  • Vitamine: B-Vitamine (insbesondere Folsäure, Thiamin, Vitamin B6) sowie geringe Mengen Vitamin E

Antinutritive Faktoren wie Trypsininhibitoren, Phytinsäure und Oligosaccharide (Raffinose, Stachyose) sind vorhanden, lassen sich aber durch thermische Behandlung – Kochen, Toasten, Extrudieren – erheblich reduzieren. Rohe Kichererbsen sollten daher grundsätzlich nicht unbehandelt verfüttert werden.

Für welche Tiere geeignet?

Kichererbsen können in der Fütterung verschiedener Tierarten eingesetzt werden, allerdings in unterschiedlichem Umfang:

  • Geflügel (Hühner, Wachteln, Enten): Gekochte oder thermisch behandelte Kichererbsen eignen sich als Proteinergänzung. Der hohe Lysingehalt ist vorteilhaft, der Methioninmangel muss über andere Futterkomponenten ausgeglichen werden. Anteile von 10–15 % in der Gesamtration sind praxisüblich.
  • Schweine: Kichererbsen werden in einigen Regionen erfolgreich als Teilersatz für Sojaschrot in Schweinefutterrationen eingesetzt. Der relativ hohe Fettgehalt liefert zusätzliche Energie. Empfohlene Anteile liegen bei 10–20 % der Ration.
  • Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen): Dank der mikrobiellen Verdauung im Pansen können Wiederkäuer Kichererbsen gut verwerten. Sie dienen als Protein- und Energieergänzung, besonders in Regionen mit begrenzter Sojaverfügbarkeit. Auch hier ist eine thermische Vorbehandlung empfehlenswert, aber weniger kritisch als bei Monogastriern.
  • Hunde: In getreidefreien Hundefutterrezepturen finden sich Kichererbsen häufig als Kohlenhydrat- und Proteinquelle. Sie müssen stets gründlich gekocht und idealerweise püriert werden, um die Verdaulichkeit zu erhöhen. Als alleinige Proteinquelle sind sie ungeeignet.
  • Katzen: Aufgrund ihres obligat karnivoren Stoffwechsels profitieren Katzen kaum von Kichererbsen. Kleine Mengen in kommerziellen Futtermitteln werden toleriert, ein gezielter Einsatz ist ernährungsphysiologisch nicht sinnvoll.
  • Kaninchen und Meerschweinchen: Nur in sehr kleinen Mengen und gekocht geeignet. Der hohe Stärkegehalt kann bei übermäßiger Fütterung zu Verdauungsstörungen und Aufgasungen führen.

Fütterungsempfehlung

Kichererbsen sind kein Alleinfuttermittel. Sie werden als Ergänzungsfuttermittel oder als Einzelkomponente in selbst zusammengestellten Rationen verwendet. Folgende Grundsätze gelten:

  • Thermische Behandlung: Vor der Verfütterung mindestens 12 Stunden einweichen und anschließend 30–45 Minuten kochen. Alternativ können industriell getoastete oder extrudierte Kichererbsen verwendet werden.
  • Futtermenge: Je nach Tierart 5–20 % der Gesamtration. Neue Futterkomponenten stets schrittweise über 7–14 Tage einführen, um die Darmflora nicht zu überlasten.
  • Fütterungsintervall: Kichererbsen können täglich als fester Bestandteil der Futterration angeboten werden, sofern die Gesamtration ausgewogen bleibt.
  • Kombination: Zur Optimierung des Aminosäureprofils empfiehlt sich die Kombination mit methioninreichen Futtermitteln – etwa Getreide, tierischen Proteinquellen oder synthetischen Aminosäuren in der Nutztierfütterung.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hochwertiger pflanzlicher Proteinträger mit gutem Lysingehalt
  • Höherer Fettgehalt als viele andere Hülsenfrüchte – liefert zusätzliche Energie