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Kiefernschwärmer

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sphinx pinastri (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Schwärmer (Sphingidae)
  • Gattung: Sphinx
  • Lebensraum: Nadelwälder, insbesondere Kiefernbestände
  • Flügelspannweite: 70–90 mm
  • Körperlänge: ca. 35–45 mm
  • Gewicht: ca. 1,5–3 g
  • Lebenserwartung Imago: wenige Wochen
  • Flugzeit: Mai bis Juli

Aussehen & Merkmale

Der Kiefernschwärmer gehört zu den mittelgroßen Vertretern der Familie Sphingidae. Seine Vorderflügel sind aschgrau bis graubraun gefärbt und tragen ein feines, rindenartiges Muster aus dunklen Längsstreifen und helleren Zwischenzonen. Diese Zeichnung dient als äußerst wirksame Tarnung auf der Borke von Kiefernstämmen, wo der ruhende Falter kaum von der Unterlage zu unterscheiden ist. Die Hinterflügel sind deutlich dunkler, einheitlich graubraun bis schwärzlich, und werden in Ruhestellung vollständig von den Vorderflügeln bedeckt.

Der Körper ist robust und stromlinienförmig gebaut, wie es für Schwärmer typisch ist. Der Thorax zeigt eine graue Grundfarbe mit schwarzen Längslinien. Der Hinterleib weist seitlich eine Reihe abwechselnd heller und dunkler Segmentzeichnungen auf. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern fadenförmig, beim Männchen geringfügig dicker als beim Weibchen. Der Saugrüssel ist gut entwickelt und erreicht eine Länge von etwa 30 mm, womit der Falter tiefer liegende Nektarquellen erreichen kann.

Die Raupe wird bis zu 80 mm lang und zeigt eine grüne Grundfärbung mit hellen Längsstreifen an den Flanken. Ein rötlichbraunes Analhorn am Hinterende ist ein charakteristisches Merkmal aller Schwärmerraupen. Kurz vor der Verpuppung verfärbt sich die Raupe bräunlich.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kiefernschwärmers erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Es reicht von Westeuropa ostwärts über Skandinavien, Mittel- und Osteuropa bis nach Sibirien, Japan und Nordchina. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet und kommt von der Tiefebene bis in montane Lagen vor, fehlt jedoch in höheren Gebirgsregionen oberhalb der Baumgrenze.

Das bevorzugte Habitat sind trockene bis mäßig feuchte Kiefernwälder und Mischwälder mit hohem Kiefernanteil. Sandige Böden, wie sie in Heidegebieten oder auf Binnendünen vorkommen, bieten besonders günstige Biotope, da die Waldkiefer (Pinus sylvestris) dort häufig bestandsbildend auftritt. Auch Aufforstungen, Waldränder und lichte Kiefernforste werden besiedelt, solange ein ausreichendes Angebot an Fraßpflanzen für die Raupen vorhanden ist.

Ernährung

Die Raupen des Kiefernschwärmers ernähren sich ausschließlich von den Nadeln verschiedener Kiefernarten (Gattung Pinus). In Mitteleuropa ist die Waldkiefer (Pinus sylvestris) die wichtigste Fraßpflanze. Daneben werden Schwarzkiefer (Pinus nigra), Bergkiefer (Pinus mugo) und gelegentlich Fichte (Picea abies) sowie Lärche (Larix decidua) als Nahrungspflanzen genutzt. Die Raupen fressen bevorzugt an älteren Nadeln und sind bei geringer Dichte kaum schädlich für den Baumbestand.

Die adulten Falter nehmen mit ihrem Saugrüssel Nektar auf. Sie besuchen in der Dämmerung und nachts vor allem langröhrige Blüten, darunter Geißblatt (Lonicera), Lichtnelken (Silene) und Seifenkraut (Saponaria). Im Schwirrflug vor den Blüten stehend, erinnern sie dabei an Kolibris.

Verhalten & Lebensweise

Der Kiefernschwärmer ist streng nachtaktiv. Tagsüber ruht er regungslos an Baumstämmen oder Zaunpfählen, wobei seine Flügel dachförmig über dem Körper zusammengelegt werden. In dieser Haltung verschmilzt er mit der Rindenstruktur seiner Umgebung. Die Falter fliegen in der Abenddämmerung und während der Nachtstunden, wobei sie von künstlichen Lichtquellen angezogen werden können.

Der Flug ist schnell und geradlinig. Wie alle Schwärmer sind Kiefernschwärmer ausdauernde Flieger, die im Schwirrflug Nektar aufnehmen. Sie können dabei Flügelschlagfrequenzen von etwa 25 bis 30 Schlägen pro Sekunde erreichen. Vor dem Start erwärmen die Falter ihre Flugmuskulatur durch Muskelzittern, da sie als relativ große Insekten eine bestimmte Thoraxtemperatur für den Flug benötigen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Flugzeit und damit die Fortpflanzungsperiode erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis Juli, mit einem Schwerpunkt im Juni. Die Weibchen locken die Männchen über artspezifische Pheromone an. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Kiefernnadeln ab. Pro Weibchen werden insgesamt 100 bis 200 Eier produziert.

Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und durchlaufen fünf Larvenstadien. Die Entwicklungsdauer beträgt je nach Witterung zwei bis drei Monate. Gegen Ende des Sommers, meist im August oder September, wandern die ausgewachsenen Raupen zum Boden und graben sich einige Zentimeter tief in lockeres Erdreich oder die Nadelstreuschicht ein. Dort verpuppen sie sich in einer Erdhöhle ohne Kokon. Die Puppe ist dunkelbraun, glatt und besitzt eine frei abstehende Rüsselscheide.

Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden. In günstigen Jahren schlüp