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Klammeraffe

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ateles (Gattung mit sieben anerkannten Arten)
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorhini)
  • Familie: Klammerschwanzaffen (Atelidae)
  • Unterfamilie: Atelinae
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder Mittel- und Südamerikas
  • Körperlänge: 35–66 cm (ohne Schwanz)
  • Schwanzlänge: 60–90 cm
  • Gewicht: 6–10 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, bis 40 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Klammeraffen gehören zu den größten Neuweltaffen und besitzen einen schlanken, langgliedrigen Körperbau, der optimal an das Leben in den Baumkronen angepasst ist. Die Arme sind auffallend lang – länger als die Beine –, was ihnen eine effiziente Fortbewegung durch Schwingen von Ast zu Ast (Brachiation) ermöglicht. Die Hände wirken hakenförmig: Der Daumen ist stark reduziert oder fehlt äußerlich ganz, sodass die vier verbleibenden Finger einen festen Griff um Äste bilden können, ohne dass der Daumen im Weg ist.

Das auffälligste Merkmal ist der Greifschwanz, der als fünfte Extremität dient. An seiner Unterseite befindet sich ein haarloses, mit Hautleisten versehenes Tastfeld, vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Dieser Schwanz kann das gesamte Körpergewicht des Tieres tragen und erlaubt es dem Klammeraffen, freihängend nach Früchten zu greifen. Der Name „Klammeraffe" leitet sich von genau dieser klammernden Fortbewegungsweise ab.

Die Fellfarbe variiert je nach Art erheblich: Sie reicht von tiefem Schwarz beim Schwarzen Klammeraffen (Ateles paniscus) über Brauntöne beim Braunen Klammeraffen (Ateles hybridus) bis hin zu hellem Beige mit dunklen Abzeichen beim Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi). Das Gesicht ist häufig unbefellt und zeigt helle Hautpartien um Augen und Mund.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Ateles erstreckt sich von Südmexiko über ganz Mittelamerika bis in das nördliche und zentrale Südamerika – einschließlich des Amazonasbeckens, Kolumbiens, Venezuelas, der Guayanas, Ecuadors, Perus und Boliviens. Klammeraffen besiedeln vorwiegend immergrüne tropische Tieflandregenwälder, kommen aber auch in Bergregenwäldern bis etwa 2.500 Meter Höhe, in Nebelwäldern und gelegentlich in halbimmergrünen Trockenwäldern vor.

Ihr bevorzugtes Habitat sind die oberen Stockwerke des Kronendachs, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbringen. Sie sind auf großflächige, zusammenhängende Waldgebiete angewiesen, da sie weite Strecken durch die Baumkronen zurücklegen, um saisonale Fruchtquellen zu nutzen. Fragmentierte Wälder stellen daher ein erhebliches Problem für ihr Überleben dar.

Ernährung

Klammeraffen sind überwiegend Frugivoren. Reife Früchte machen 70 bis 90 Prozent ihrer Nahrung aus. Sie bevorzugen weiche, zuckerreiche Früchte und spielen durch die Verbreitung von Samen eine bedeutende ökologische Rolle als Samenausbreiter in tropischen Wäldern. Ergänzend fressen sie junge Blätter, Blüten, Knospen, Rinde und gelegentlich Insekten oder Honig. Die Zusammensetzung der Nahrung schwankt saisonabhängig: In Zeiten knapper Fruchtverfügbarkeit steigt der Blattanteil in der Nahrung deutlich an.

Die Tiere legen auf der Suche nach fruchtenden Bäumen täglich Strecken von mehreren Kilometern durch das Kronendach zurück. Ihre ausgeprägte räumliche Gedächtnisleistung erlaubt es ihnen, sich die Standorte und Fruchtzeiten einzelner Bäume über ein großes Streifgebiet hinweg zu merken.

Verhalten & Lebensweise

Klammeraffen sind tagaktiv und leben in sozialen Gruppen von 15 bis 40 Individuen. Diese Gruppen sind nach dem sogenannten Fission-Fusion-System organisiert: Die Gesamtgruppe teilt sich tagsüber in kleinere Untergruppen (Subgruppen) von zwei bis acht Tieren auf, die unabhängig voneinander auf Nahrungssuche gehen und sich später wieder zusammenfinden. Größe und Zusammensetzung der Subgruppen wechseln flexibel, abhängig von der Verfügbarkeit der Nahrung.

Die Sozialstruktur ist überwiegend matrilinear, wobei Weibchen bei Erreichen der Geschlechtsreife in benachbarte Gruppen abwandern, während Männchen in ihrer Geburtsgruppe verbleiben. Männchen innerhalb einer Gruppe pflegen enge Bindungen und verteidigen gemeinschaftlich das Revier gegen fremde Artgenossen. Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Lautäußerungen – darunter laute, weitreichende Rufe, die durch das Kronendach dringen – sowie über Mimik, Körperhaltung und gegenseitige Fellpflege.

Klammeraffen gelten als kognitiv hochentwickelt. Studien zeigen, dass sie Werkzeuggebrauch erlernen können und bei der Nahrungssuche planvoll vorgehen. Ihr großes relatives Gehirnvolumen im Verhältnis zur Körpermasse unterstützt diese Einschätzung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Weibchen bringen nach einer Tragzeit von etwa 226 bis 232 Tagen (rund siebeneinhalb Monate) ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind äußerst selten. Das Neugeborene klammert sich zunächst am Bauch der Mutter fest und wechselt nach einigen Wochen auf deren Rücken. Die Jungtiere werden etwa 20 Monate gesäugt und bleiben bis zu drei Jahre eng an die M