Klee
KFutter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich
Definition & Überblick
Klee (Trifolium) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und umfasst weltweit rund 245 Arten. In der Tierernährung spielen vor allem Rotklee (Trifolium pratense), Weißklee (Trifolium repens) und Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) eine bedeutende Rolle. Als eiweißreiche Futterpflanze wird Klee seit Jahrhunderten in der Nutztier- und Kleintierernährung eingesetzt – frisch auf der Weide, als Heu, in Silage oder als Bestandteil von Trockenfuttermischungen.
Klee zählt zu den Ergänzungsfuttermitteln pflanzlichen Ursprungs. Er liefert hochwertiges Protein, wichtige Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, bringt aber aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe auch Risiken mit sich, die eine kontrollierte Fütterung erfordern. Seine Fähigkeit, über Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden, macht ihn zusätzlich zu einer wertvollen Pflanze im Futterbau und in der Grünlandbewirtschaftung.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Klee variiert je nach Art, Schnittzeitpunkt, Standort und Konservierungsform. Folgende Richtwerte gelten für Rotklee im frischen Zustand (bezogen auf die Trockenmasse):
- Rohprotein: 15–22 % – damit deutlich proteinreicher als Gräser
- Rohfaser: 20–28 % – strukturgebend und verdauungsfördernd
- Rohfett: 2–4 %
- Rohasche: 8–11 %
- Energie: ca. 9,5–10,5 MJ ME/kg Trockenmasse
Klee enthält bedeutende Mengen an Calcium, Magnesium, Kalium und Phosphor. Bei den Vitaminen sind vor allem Beta-Carotin (Provitamin A), Vitamin E und Vitamin K hervorzuheben. Weißklee weist tendenziell höhere Proteingehalte auf als Rotklee, enthält aber weniger Rohfaser.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die enthaltenen Phytoöstrogene (Isoflavone), insbesondere Formononetin und Biochanin A, die vor allem im Rotklee in relevanten Konzentrationen vorkommen. Daneben enthält frischer Klee Saponine und bei bestimmten Bedingungen blausäurehaltige Verbindungen.
Für welche Tiere geeignet?
- Rinder: Klee ist ein klassischer Bestandteil von Grünland und Klee-Gras-Mischungen. Er steigert den Proteingehalt der Futterration erheblich und eignet sich sowohl für Milchkühe als auch für Mastrinder. In Silage oder als Heu gut konservierbar.
- Pferde: In kleinen Mengen als Bestandteil von Wiesenheu akzeptabel. Reiner Klee sollte aufgrund des hohen Eiweißgehalts und der Phytoöstrogene nicht in großen Mengen verfüttert werden. Bei tragenden Stuten ist besondere Vorsicht geboten.
- Schafe und Ziegen: Gut geeignet als Weide- und Heupflanze. Allerdings besteht bei Schafen eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Phytoöstrogenen, die bei dauerhaft hoher Aufnahme zu Fruchtbarkeitsstörungen führen kann.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Frischer Klee wird gern gefressen und liefert wertvolle Nährstoffe. Er sollte jedoch langsam angefüttert und stets nur als Teil der Gesamtration angeboten werden, da er blähend wirken kann.
- Geflügel: Kleegrünmehl dient als natürlicher Carotinoidlieferant und verbessert die Eidotterfarbe. Es wird als Ergänzungsfuttermittel in Legehennenrationen eingesetzt.
- Schildkröten: Rotklee und Weißklee gehören zu den geeigneten Wiesenkräutern für herbivore Landschildkröten und können regelmäßig angeboten werden.
Fütterungsempfehlung
Klee sollte grundsätzlich nicht als Alleinfuttermittel, sondern stets als Bestandteil einer ausgewogenen Futterration eingesetzt werden. Für die gängigsten Tierarten gelten folgende Orientierungswerte:
- Rinder: Klee-Gras-Mischungen mit einem Kleeanteil von 30–50 % im Grünland gelten als optimal. In Silagen sollte der Kleeanteil 60 % nicht übersteigen, um eine ausreichende Strukturwirkung sicherzustellen.
- Pferde: Kleeanteil im Heu unter 20 %. Reiner Klee als Frischfutter nur handvollweise und nicht täglich.
- Kaninchen: Täglich eine kleine Portion (2–3 Stängel pro Tier) als Frischfutter, eingebettet in eine Mischung aus Gräsern, Kräutern und Gemüse. Das Fütterungsintervall sollte regelmäßig, aber nicht ausschließlich kleebasiert sein.
- Schafe: Bei Zuchttieren den Rotkleeanteil auf der Weide unter 30 % halten, um die Aufnahme von Phytoöstrogenen zu begrenzen.
Frischer Klee muss grundsätzlich langsam angefüttert werden, besonders im Frühjahr, wenn die Tiere von Winterfütterung auf Weidebetrieb umgestellt werden. Die Futtermenge ist schrittweise über 10–14 Tage zu steigern.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Proteingehalt – reduziert den Bedarf an Eiweißergänzungsfuttermitteln wie Sojaschrot
- Gute Gehalte an Calcium, Magnesium und Beta-Carotin
- Hohe Schmackhaftigkeit und Futterakzeptanz bei den meisten Tierarten
- Verbess