Knochen
KFutter & Ernährung > Futtermittel – tierisch
Definition & Überblick
Knochen zählen zu den tierischen Futtermitteln und werden seit Jahrtausenden an domestizierte Tiere verfüttert. Sie stammen überwiegend von Rind, Kalb, Lamm, Wild, Geflügel oder Schwein und fallen als Nebenprodukte der Fleischverarbeitung an. In der modernen Tierernährung werden Knochen vor allem als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt, da sie eine natürliche Quelle für Calcium, Phosphor und weitere Mineralstoffe darstellen. Sie sind kein Alleinfuttermittel und sollten stets als Bestandteil einer ausgewogenen Futterration betrachtet werden.
Grundsätzlich wird zwischen rohen Knochen, getrockneten Knochen und gegarten Knochen unterschieden. Diese Unterscheidung ist fütterungstechnisch von erheblicher Bedeutung, da sich die Eigenschaften – insbesondere Splitterverhalten, Verdaulichkeit und Nährstoffgehalt – je nach Verarbeitungsform stark unterscheiden. Daneben existieren verarbeitete Produkte wie Knochenmehl, das als Mineralstoffzusatz in kommerziellen Futtermischungen Verwendung findet.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Knochen variiert je nach Tierart, Knochentyp und anhaftendem Fleisch- bzw. Knorpelanteil. Grobe Richtwerte für rohe Knochen mit Fleischanhang:
- Protein: 15–25 % (abhängig vom Fleisch- und Knorpelanteil)
- Fett: 10–20 % (Markknochen deutlich fettreicher, bis zu 50 %)
- Rohfaser: praktisch nicht vorhanden
- Rohasche (Mineralstoffe): 30–45 % in der Trockenmasse
- Calcium: ca. 12–14 % der Trockenmasse
- Phosphor: ca. 5–7 % der Trockenmasse
- Wasser: 30–50 %
Das Calcium-Phosphor-Verhältnis in Knochen liegt typischerweise bei etwa 2:1, was für die meisten Hunde und Katzen als günstig gilt. Darüber hinaus liefern Knochen Magnesium, Zink, Eisen und Spuren von Mangan. Vitamine sind in reinem Knochengewebe nur in geringen Mengen vorhanden, wobei fettreiches Knochenmark fettlösliche Vitamine wie Vitamin A und Vitamin E in kleinen Mengen enthält. Knorpeliges Gewebe an Knochen liefert zudem Kollagen, Glucosamin und Chondroitin – Substanzen, die für die Gelenkgesundheit relevant sein können.
Für welche Tiere geeignet?
Hunde sind die klassischen Knochenfresser unter den Haustieren. Ihr Verdauungstrakt ist grundsätzlich dazu in der Lage, rohe Knochen zu verarbeiten. Besonders fleischige Knochen, sogenannte RFK (rohe fleischige Knochen), spielen in der biologisch artgerechten Rohfütterung (BARF) eine zentrale Rolle als Calcium- und Phosphorquelle.
Katzen können ebenfalls rohe Knochen erhalten, allerdings ausschließlich kleine, weiche Knochen wie Hühnerhälse, Wachteln oder Kükenteile. Die Futtermenge muss dem deutlich geringeren Körpergewicht angepasst werden.
Frettchen profitieren ähnlich wie Katzen von kleinen rohen Knochen als Bestandteil einer fleischbasierten Ernährung.
Für Nagetiere, Vögel und Reptilien sind Knochen in der hier beschriebenen Form in der Regel nicht geeignet. Für diese Tiergruppen stehen andere Calciumquellen wie Sepiaschalen oder spezielle Mineralstoffpräparate zur Verfügung.
Fütterungsempfehlung
Die Integration von Knochen in die Futterration erfordert eine durchdachte Planung. Folgende Richtwerte gelten für gesunde, erwachsene Hunde:
- Anteil an der Gesamtration: Rohe fleischige Knochen sollten etwa 15–20 % der gesamten Futtermenge ausmachen.
- Fütterungsintervall: 3–5 Mal pro Woche; nicht täglich in großen Mengen, um Verstopfung (sogenannter Knochenkot) zu vermeiden.
- Eingewöhnung: Tiere, die bisher keine Knochen erhalten haben, sollten langsam und mit kleinen Mengen weicher Knochen (z. B. Hühnerhälse) an die Knochenfütterung herangeführt werden.
- Größenanpassung: Die Knochenstücke sollten immer größer als das Maul des Tieres sein, um Abschlucken ganzer Stücke zu verhindern.
Bei Katzen liegt der empfohlene Knochenanteil bei etwa 8–12 % der Gesamtfutterration. Alternativ kann gewolfter Knochen (durch den Fleischwolf gedreht) angeboten werden, was das Verletzungsrisiko minimiert.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hervorragende natürliche Calcium- und Phosphorquelle mit günstigem Verhältnis
- Mechanische Zahnreinigung durch Kauaktivität – Reduktion von Zahnstein und Zahnbelag
- Beschäftigung und mentale Auslastung durch intensive Kauarbeit
- Kollagen und Knorpelbestandteile unterstützen potenziell die Gelenkgesundheit
- Hohe Akzeptanz bei den meisten Hunden und Katzen
- Kostengünstiges Ergänzungsfuttermittel
Nachteile:
- Verletzungsgefahr durch Splittern – insbesondere bei gekochten, gebratenen oder anderweitig erhitzten Knochen, die brüchig werden und scharfkantige Splitter bilden
- Risiko von Zahnfrakturen bei sehr harten Knochen (tragende Röhrenknochen großer Wiederkäuer)
- Verstopfungsgefahr bei übermäßiger Fütterung (Kn