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Knorpel

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Knorpel ist ein tierisches Futtermittel, das aus dem elastischen Bindegewebe geschlachteter Nutztiere gewonnen wird. Er fällt als Nebenprodukt bei der Schlachtung von Rindern, Schweinen, Geflügel, Lamm und Wild an und zählt zu den sogenannten Schlachtnebenprodukten. In der Tierernährung hat Knorpel einen festen Platz – sowohl als Bestandteil von Fertigfuttermitteln als auch in der Rohfütterung (BARF). Typische Knorpelarten, die verfüttert werden, sind Kehlkopfknorpel, Rippenknorpel, Ohrknorpel, Brustbeinknorpel (vor allem vom Geflügel) sowie Trachealknorpel (Luftröhre).

Knorpelgewebe unterscheidet sich von Fleisch und Knochen durch seinen hohen Gehalt an Bindegewebsproteinen, insbesondere Kollagen und Glykosaminoglykanen. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem funktionellen Futtermittel, das über die reine Energieversorgung hinaus einen Nutzen für Gelenke, Zähne und Verdauung bieten kann. Knorpel wird nicht als Alleinfuttermittel, sondern als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt und sollte stets in eine ausgewogene Futterration integriert werden.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die genaue Zusammensetzung von Knorpel variiert je nach Tierart und Körperregion. Grundsätzlich lässt sich jedoch ein typisches Nährstoffprofil beschreiben:

  • Protein: Knorpel enthält etwa 12–18 % Rohprotein. Dieses besteht überwiegend aus Kollagen (Typ II) und Elastin – beides Strukturproteine mit einem eingeschränkten Aminosäureprofil. Essenzielle Aminosäuren wie Tryptophan und Methionin sind nur in geringer Konzentration vorhanden.
  • Fett: Der Fettgehalt liegt je nach Knorpelsorte zwischen 2 und 8 %. Reiner Knorpel ist vergleichsweise fettarm; Knorpelstücke mit anhaftendem Gewebe können höhere Fettanteile aufweisen.
  • Rohfaser: Knorpel enthält keine nennenswerten Mengen an Rohfaser, da es sich um ein rein tierisches Produkt handelt.
  • Mineralstoffe: Knorpel liefert Kalzium, Phosphor, Magnesium und Schwefel. Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist günstiger als bei reinem Muskelfleisch, erreicht jedoch nicht die Werte von Knochen.
  • Vitamine: Der Vitamingehalt ist gering. Geringe Mengen an B-Vitaminen sind vorhanden, fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) spielen praktisch keine Rolle.
  • Besondere Inhaltsstoffe: Knorpel ist eine natürliche Quelle für Glykosaminoglykane wie Chondroitinsulfat und Glucosamin sowie für Hyaluronsäure. Diese Substanzen sind Bausteine des körpereigenen Knorpelgewebes und Gelenkflüssigkeit.

Der Wassergehalt von frischem Knorpel liegt bei rund 60–75 %. Getrockneter Knorpel (als Kauartikel) enthält deutlich konzentriertere Nährstoffe bei einem Feuchtigkeitsgehalt unter 15 %.

Für welche Tiere geeignet?

Knorpel eignet sich vor allem für Hunde und Katzen. In der Hundeernährung wird er besonders häufig eingesetzt – als weicher Kauartikel, als Bestandteil der BARF-Ration oder zerkleinert im Nassfutter. Auch bei Katzen kann fein zerkleinerter oder gewolfter Knorpel die Futterration bereichern.

  • Hunde: Alle Rassen und Altersgruppen. Besonders geeignet für Welpen im Zahnwechsel (weiche Knorpelstücke), für ältere Hunde zur Unterstützung der Gelenkgesundheit und für kaufreudige Hunde als Zahnpflege.
  • Katzen: In gewolfter oder fein geschnittener Form als Futterbeigabe geeignet. Große Knorpelstücke sind für Katzen weniger praktikabel.
  • Frettchen: Als Rohfütterer profitieren auch Frettchen von kleinen Knorpelstücken.

Für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde ist Knorpel nicht geeignet und nicht artgerecht.

Fütterungsempfehlung

Knorpel ist kein Alleinfuttermittel und sollte stets als Ergänzung zur regulären Futterration gegeben werden. Die Futtermenge richtet sich nach Körpergewicht, Aktivitätsniveau und der sonstigen Rationsgestaltung.

  • Anteil in der BARF-Ration: Knorpel kann 5–10 % des tierischen Anteils der Gesamtration ausmachen. Er ersetzt teilweise die Kategorie „Knochen und knorpelige Bestandteile".
  • Als Kauartikel (getrocknet): 2–3 Mal pro Woche ein dem Körpergewicht angemessenes Stück. Für kleine Hunde (bis 10 kg) reichen etwa 20–40 g getrockneter Knorpel pro Portion, für große Hunde (über 30 kg) bis zu 100 g.
  • Fütterungsintervall: Knorpel muss nicht täglich gegeben werden. Eine Fütterung von 2–4 Mal pro Woche als Ergänzung ist ausreichend und sinnvoll.

Bei der Umstellung auf Knorpel in der Ration empfiehlt sich ein langsames Einschleichen, da das Bindegewebsprotein bei empfindlichen Tieren zunächst zu weicherem Kot führen kann.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Natürliche Quelle für Chondroitinsulfat und Glucosamin – kann die Gelenkgesundheit unterstützen
  • Fettarmes Ergänzungsfuttermittel, gut geeignet für übergewichtige Tiere
  • Fördert die Zahnreinigung und