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Königssittich

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Alisterus scapularis
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Edelpapageien-Sittiche (Alisterus)
  • Lebensraum: Feuchte Wälder, Regenwälder und angrenzende Waldränder im Osten Australiens
  • Größe: 40–43 cm (Gesamtlänge einschließlich Schwanz)
  • Gewicht: 195–275 g
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Königssittich gehört zu den farbenprächtigsten Papageien Australiens. Die Art zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus: Männchen und Weibchen unterscheiden sich markant in der Gefiederfarbe. Das Männchen trägt einen leuchtend scharlachroten Kopf, Brust und Bauch. Der Rücken ist tiefgrün, die Flügeldecken zeigen ein helles, grünlich-türkises Band, und die Schulterfedern (Skapularen) weisen einen auffälligen hellgrünen Streifen auf – ein Merkmal, auf das auch der wissenschaftliche Artname scapularis verweist. Der Schwanz ist lang, dunkelgrün mit schwarzer Unterseite und sorgt für die stattliche Gesamtlänge des Vogels. Der Oberschnabel ist orangerot mit dunkler Spitze, der Unterschnabel schwarz.

Das Weibchen ist insgesamt deutlich dezenter gefärbt. Kopf und Brust sind grün, lediglich der Bauch und der untere Brustbereich zeigen ein gedämpftes Rot. Der Schnabel ist graubraun bis dunkel. Jungvögel ähneln zunächst dem Weibchen und entwickeln die adulte Färbung erst im zweiten Lebensjahr. Die Iris ist bei beiden Geschlechtern gelb, die Füße grau.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Königssittichs erstreckt sich entlang der Ostküste Australiens, von den feuchten Tropenwäldern im Nordosten des Bundesstaates Queensland bis in die gemäßigten Wälder Victorias im Süden. Die Art besiedelt bevorzugt dichte Eukalyptuswälder, subtropische und tropische Regenwälder sowie feuchte Sklerophyllwälder in Höhenlagen zwischen Meeresspiegel und etwa 1.600 Metern. Auch Waldränder, Galeriewälder entlang von Flussläufen und gelegentlich Parks und Gärten in Siedlungsnähe gehören zum genutzten Habitat.

Es werden zwei Unterarten unterschieden: Alisterus scapularis scapularis im Süden und Alisterus scapularis minor im nördlichen Queensland. Die nördliche Unterart ist insgesamt etwas kleiner. Innerhalb der Gattung Alisterus existieren zwei weitere Arten: der Amboinasittich (Alisterus amboinensis) aus dem indonesischen Raum und der Papuasittich (Alisterus chloropterus) aus Neuguinea. Der Königssittich ist die einzige Art der Gattung, die ausschließlich auf dem australischen Kontinent vorkommt.

Ernährung

Königssittiche ernähren sich überwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Früchte, Beeren, Blüten, Knospen und Nüsse. Besonders die Samen verschiedener Eukalyptus- und Akazienarten bilden einen wesentlichen Nahrungsbestandteil. Daneben nehmen die Vögel auch Nektar auf und fressen gelegentlich Insekten und deren Larven, die eine zusätzliche Proteinquelle darstellen – vor allem während der Brutzeit.

Die Nahrungssuche findet sowohl in den Baumkronen als auch am Boden statt. In ländlichen Gebieten suchen Königssittiche mitunter landwirtschaftliche Flächen auf und bedienen sich an Obstplantagen oder Maisfeldern, was lokal zu Konflikten mit Landwirten führen kann. In Siedlungsnähe nehmen sie bereitwillig Futter an Futterstellen an, was ihnen dort eine gewisse Popularität verschafft.

Verhalten & Lebensweise

Der Königssittich ist tagaktiv. Außerhalb der Brutzeit leben die Vögel in kleinen Gruppen oder lockeren Schwärmen von bis zu 20 Tieren, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Während der Brutzeit ziehen sich die Paare zurück und verteidigen ein kleines Revier rund um die Nisthöhle. Größere Ansammlungen können an ergiebigen Nahrungsquellen oder Wasserstellen beobachtet werden.

Im Flug fallen die Vögel durch ihre langen Schwanzfedern und den wellenförmigen Flugstil auf. Ihre Rufe sind im Vergleich zu anderen Papageienarten relativ gedämpft – ein metallisches, hohes Pfeifen, das im Flug häufiger zu hören ist als im Sitzen. In Siedlungen und Gärten zeigen sich Königssittiche oft erstaunlich zutraulich und nähern sich Menschen ohne sichtbare Scheu.

Saisonale Wanderungen sind bekannt: In den kühleren Monaten ziehen manche Populationen aus den Höhenlagen in tiefer gelegene, wärmere Regionen. Es handelt sich dabei nicht um echte Migration, sondern um altitudinale Wanderbewegungen in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in der Regel auf die Monate September bis Januar, also den australischen Frühling und Frühsommer. Königssittiche sind Höhlenbrüter und nutzen bevorzugt tiefe Baumhöhlen in lebenden oder abgestorbenen Eukalyptusbäumen. Die Nisthöhle befindet sich oft in großer Höhe und kann eine beträchtliche Tiefe von bis zu zwei Metern aufweisen. Das Weibchen wählt die Höhle aus und bereitet sie vor, indem es den Boden mit Holzspänen und morschem Holz auskleidet.

Das Gelege umfasst in der Regel drei bis sechs weiße Eier. Die Bebrütung dauert etwa 20 Tage und wird ausschließlich vom Weibchen übernommen. Das Männchen versorgt das Weibchen während dieser Phase