Krätzmilbe
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Sarcoptes scabiei
- Ordnung: Sarcoptiformes (Astigmata)
- Familie: Sarcoptidae (Grabmilben)
- Gattung: Sarcoptes
- Lebensraum: Obligater Hautparasit warmblütiger Säugetiere, weltweit verbreitet
- Größe: Weibchen 0,3–0,5 mm, Männchen 0,2–0,3 mm
- Gewicht: Nicht messbar (mikroskopisch klein)
- Lebenserwartung: 4–6 Wochen (auf dem Wirt); außerhalb des Wirts maximal 2–3 Tage überlebensfähig
Aussehen & Merkmale
Die Krätzmilbe gehört zu den Spinnentieren (Arachnida) und weist den für Milben typischen Körperbau auf: Der Körper gliedert sich nicht wie bei Insekten in deutlich getrennte Abschnitte, sondern bildet eine kompakte, nahezu rundlich-ovale Einheit. Wie alle ausgewachsenen Spinnentiere besitzt sie vier Beinpaare, wobei die Larve im ersten Stadium nur drei Beinpaare aufweist. Die beiden vorderen Beinpaare tragen kleine Haftscheiben (Ambulakren), die der Fortbewegung auf der Hautoberfläche dienen. Die hinteren Beinpaare sind beim Weibchen mit langen Borsten besetzt.
Die Körperoberfläche ist dorsal mit zahlreichen dreieckigen Schuppen und kräftigen Dornen bedeckt, die das Vorwärtsbohren in die Haut erleichtern und ein Zurückgleiten in den Bohrgängen verhindern. Die Mundwerkzeuge (Cheliceren) sind kräftig ausgebildet und zum Schneiden und Graben in der Epidermis spezialisiert. Die Farbe des Körpers ist weißlich bis gelblich-transparent, sodass die Milbe mit bloßem Auge kaum erkennbar ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Krätzmilbe umfasst sämtliche Kontinente und Klimazonen. Als obligater Ektoparasit ist ihr Habitat ausschließlich die Haut warmblütiger Säugetiere – ein Biotop, das unabhängig von geographischen oder klimatischen Bedingungen überall verfügbar ist. Die Milbe bevorzugt beim Menschen Körperstellen mit dünner, feuchtwarmer Haut: Fingerzwischenräume, Handgelenke, Achselhöhlen, Genitalbereich, Brustwarzenhöfe und die Beugeseiten der Gelenke.
Neben dem Menschen befällt Sarcoptes scabiei zahlreiche weitere Wirtsarten. Es existieren verschiedene Wirtsvarianten (Varietäten), darunter Sarcoptes scabiei var. canis beim Hund, var. suis beim Schwein, var. vulpes beim Fuchs und var. rupicaprae bei Gämsen. Diese Varietäten sind morphologisch kaum unterscheidbar, zeigen aber eine gewisse Wirtsspezifität. Ein Übertritt zwischen Wirtsarten ist möglich, führt beim „falschen" Wirt jedoch meist nur zu vorübergehendem Befall, da die Milbe sich dort nicht dauerhaft vermehren kann.
Ernährung
Die Krätzmilbe ernährt sich von Bestandteilen der Epidermis ihres Wirts. Die Weibchen bohren mit ihren Cheliceren tunnelartige Gänge in die Hornschicht (Stratum corneum) der Haut und nehmen dabei aufgelöste Zellbestandteile und Gewebsflüssigkeit auf. Die beim Graben freigesetzten Zelltrümmer und die Lymphflüssigkeit bilden die Hauptnahrungsquelle. Die Verdauung erfolgt teilweise extraintestinal: Speichelsekrete weichen das Gewebe vor der eigentlichen Nahrungsaufnahme auf. Männchen und Nymphen halten sich überwiegend auf der Hautoberfläche auf und ernähren sich dort von oberflächlichen Hautpartikeln.
Verhalten & Lebensweise
Krätzmilben sind vorwiegend nachtaktiv. In den Abend- und Nachtstunden steigt die Bewegungsaktivität deutlich an, was den für die Krätze (Skabies) charakteristischen nächtlichen Juckreiz erklärt. Die Weibchen graben täglich etwa 0,5 bis 5 Millimeter ihrer Bohrgänge weiter und legen dabei kontinuierlich Eier und Kotballen (Skybala) ab. Diese Hinterlassenschaften sind es, die im Wirt die heftige allergische Immunreaktion auslösen.
Die Übertragung erfolgt nahezu ausschließlich durch längeren, direkten Hautkontakt zwischen Wirt und neuem Wirt. Kurzes Händeschütteln reicht in der Regel nicht aus; ein Befall setzt einen intensiveren Kontakt von mindestens 5 bis 10 Minuten voraus. In seltenen Fällen ist eine indirekte Übertragung über Textilien, Bettwäsche oder Polstermöbel möglich, da die Milben außerhalb des Wirts bei Zimmertemperatur bis zu 48 Stunden überleben können. Bei kühleren Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit verlängert sich diese Zeitspanne.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung findet auf der Hautoberfläche des Wirts statt. Nachdem ein Männchen ein Weibchen begattet hat, stirbt das Männchen nach wenigen Tagen. Das befruchtete Weibchen bohrt sich in die Epidermis ein und beginnt mit der Anlage seines Bohrgangs. Dort legt es über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen täglich zwei bis vier Eier ab – insgesamt bis zu 50 Eier während seines gesamten Lebens.
Aus den Eiern schlüpfen nach drei bis vier Tagen sechsbeinige Larven, die den Bohrgang verlassen und an die Hautoberfläche wandern. Dort durchlaufen sie über Protonymphe und Tritonymphe zwei weitere Entwicklungsstadien, bevor sie nach insgesamt 10 bis 14 Tagen die Geschlechtsreife erreichen. Der gesamte Entwicklungszyklus von der Eiablage bis zum adulten Tier dauert somit etwa zwei bis drei Wochen. Diese schnelle Generationsfolge ermöglicht eine rasche Populationszunahme auf dem Wirt.
Bedrohung & Schutzstatus
Als humanpathogener Parasit unterliegt die Krätzmilbe keinem Artenschutz und wird in keiner Roten Liste der IUCN geführt. Im Gegenteil: Die von ihr verursach