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Kranich

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Grus grus
  • Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
  • Familie: Kraniche (Gruidae)
  • Gattung: Grus
  • Lebensraum: Feuchtgebiete, Moore, Sümpfe, offene Agrarlandschaften
  • Größe: 100–130 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 240 cm
  • Gewicht: 4–7 kg
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kranich, auch als Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich bezeichnet, gehört zu den größten flugfähigen Vögeln Europas. Sein Gefieder ist überwiegend schiefergrau mit einer auffälligen schwarz-weißen Kopf- und Halszeichnung. An den Kopfseiten verläuft ein breiter weißer Streifen, der vom Augenbereich bis in den Nacken reicht. Auf dem Scheitel befindet sich eine unbefiederte, rötlich gefärbte Hautfläche – die sogenannte rote Kopfplatte, die bei Erregung an Intensität zunimmt und bei der Balz eine Signalwirkung hat.

Die langen, dunklen Beine und der ausgestreckte Hals verleihen dem Kranich seine charakteristische aufrechte Silhouette, die ihn auch auf große Entfernung von Reihern unterscheiden lässt. Im Flug streckt der Kranich den Hals gerade nach vorn, während Reiher ihn S-förmig einziehen – ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal. Die Schwungfedern an den Flügelspitzen sind schwarz, die buschig überhängenden Schmuckfedern am Hinterkörper, die sogenannten Schirmfedern, erzeugen im Stehen den Eindruck eines fedrigen Schwanzes. Der spitze, dolchartige Schnabel ist grünlich-grau und dient sowohl der Nahrungsaufnahme am Boden als auch der Verteidigung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Grus grus erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Die Brutgebiete reichen von Skandinavien und dem Baltikum über Mittel- und Osteuropa bis nach Sibirien. In Deutschland liegen die wichtigsten Bruthabitate in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen. Als Biotop bevorzugt der Kranich während der Brutzeit wasserreiche Niederungen, Bruch- und Moorwälder, Verlandungszonen von Seen sowie feuchte Wiesen. Entscheidend ist das Vorhandensein flacher, schwer zugänglicher Wasserflächen, die Schutz vor Bodenprädatoren bieten.

Der Kranich ist ein ausgeprägter Zugvogel. Die mitteleuropäischen Populationen überwintern vor allem auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich und in Nordafrika. Auf dem Zug rasten Zehntausende Kraniche an traditionellen Sammelplätzen – in Deutschland sind das etwa die Boddenlandschaft Rügens, die Diepholzer Moorniederung und der Linumer Bruch bei Kremmen. Diese Rastgebiete werden über Generationen hinweg beibehalten.

Ernährung

Der Kranich ist ein Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Während der Brutzeit dominiert tierische Kost: Insekten und deren Larven, Schnecken, Regenwürmer, kleine Frösche und gelegentlich Eidechsen oder Kleinsäuger. Im Herbst und Winter stellt sich die Ernährung zunehmend auf pflanzliche Nahrung um. Auf abgeernteten Maisfeldern nehmen Kraniche Erntereste auf; daneben fressen sie Getreidekörner, Kartoffeln, Erbsen und Eicheln. An den Rastplätzen kann die Nutzung von Ackerflächen gelegentlich zu Konflikten mit der Landwirtschaft führen, wobei gezielte Ablenkfütterungen und Entschädigungsprogramme in vielen Regionen Abhilfe schaffen.

Verhalten & Lebensweise

Kraniche sind tagaktive Vögel, die in der Brutzeit als Paare ein klar abgegrenztes Revier besetzen und verteidigen. Außerhalb der Brutzeit sind sie ausgesprochen gesellig und bilden große Trupps, die gemeinsam auf Feldern nach Nahrung suchen und abends in flachen Gewässern übernachten. Diese Schlafplatzgemeinschaften bieten Schutz vor Prädatoren wie dem Fuchs.

Besonders eindrucksvoll ist das Zugverhalten: Kraniche fliegen in der typischen V-Formation oder in langen, schrägen Reihen und nutzen Thermik, um Energie zu sparen. Die trompetenartigen Rufe – das sogenannte Trompeten – sind auf mehrere Kilometer hörbar und dienen der Kommunikation innerhalb der Flugformation sowie der Paarbindung. Die verlängerte Luftröhre, die beim Kranich in das Brustbein eingelagert ist, fungiert dabei als Resonanzkörper und ermöglicht diese weitreichenden Laute.

Fortpflanzung & Aufzucht

Kraniche führen eine monogame Dauerehe; ein Paar bleibt oft lebenslang zusammen. Die Paarbindung wird durch die spektakuläre Balz gefestigt, bei der beide Partner synchron tanzen, springen, sich verbeugen und Grashalme oder Stöcke in die Luft werfen. Diese Balztänze finden vor allem im Frühjahr statt, können aber ganzjährig beobachtet werden.

Das Nest wird am Boden angelegt, meist auf einer kleinen Erhebung oder Insel inmitten von Flachwasser. Es besteht aus aufgeschichteten Pflanzenteilen wie Schilf, Seggen und Moos. Das Gelege umfasst in der Regel zwei olivbraun gefleckte Eier, die von beiden Elternvögeln über einen Zeitraum von etwa 30 Tagen bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter: Sie verlassen das Nest kurz nach dem Schlupf und folgen den Eltern zur Nahrungssuche. Trotz des Geleges von zwei Eiern überlebt häufig nur ein Jungvogel bis zur Flugfähigkeit, die nach rund zehn Wochen erreicht wird. Die Jungvögel begleiten ihre Eltern auf dem ersten Zug in die Winterquartiere.

Bedrohung & Schutzstatus

Der Kranich wird auf der Roten Liste der IUCN