Krauskopfpelikan
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pelecanus crispus
- Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
- Familie: Pelikane (Pelecanidae)
- Gattung: Pelecanus
- Lebensraum: Süßwasserseen, Flussdeltas, Lagunen und Feuchtgebiete in Südosteuropa, Zentralasien und Ostasien
- Größe: 160–183 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 345 cm
- Gewicht: 10–13 kg, einzelne Männchen bis 15 kg
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 35 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Krauskopfpelikan ist der größte Vertreter der Familie der Pelikane und zugleich einer der schwersten flugfähigen Vögel weltweit. Sein auffälligstes Merkmal sind die namensgebenden, lockig gekräuselten Federn am Hinterkopf und Nacken, die ihm ein zotteliges Erscheinungsbild verleihen. Das Gefieder ist überwiegend silbrig-weiß bis grau gefärbt und wirkt insgesamt etwas matter als das des nah verwandten Rosapelikans (Pelecanus onocrotalus), mit dem er sich das Verbreitungsgebiet teilweise teilt.
Die Iris ist blass gelblich bis weißlich – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Rosapelikan, dessen Augen rötlich sind. Der gewaltige Kehlsack, der am langen, kräftigen Schnabel hängt, nimmt während der Brutzeit eine leuchtend orangerote Färbung an und dient sowohl dem Nahrungserwerb als auch der optischen Signalwirkung bei der Balz. Außerhalb der Brutzeit verblasst der Kehlsack zu einem blassen Gelb. Die Beine und die Schwimmhäute zwischen den vier nach vorn gerichteten Zehen sind grau. Jungvögel zeigen ein deutlich bräunlicheres Gefieder und erreichen die volle Adulttracht erst im dritten bis vierten Lebensjahr.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Krauskopfpelikans erstreckt sich lückenhaft von Südosteuropa über die Türkei und den Kaukasus bis nach Zentralasien, China und die Mongolei. In Europa liegen die bedeutendsten Brutkolonien in Griechenland (Prespa-See, Kerkini-See), Rumänien (Donaudelta), Bulgarien, Montenegro und Albanien. Weiter östlich brütet die Art an Gewässern in Kasachstan, Usbekistan, der Mongolei und in geringer Zahl in der chinesischen Provinz Xinjiang.
Als Habitat bevorzugt der Krauskopfpelikan ausgedehnte, flache Süßwasserseen und Brackwasserlagunen mit dichter Ufervegetation aus Schilf und Röhricht. Auch Flussdeltas und überflutete Auenlandschaften werden besiedelt, sofern ausreichend fischreiche, ruhige Wasserflächen vorhanden sind. Die Art ist in ihrem Biotop auf störungsarme Bereiche angewiesen, da sie gegenüber menschlicher Aktivität in Nestnähe empfindlich reagiert. Im Winter ziehen viele Populationen in wärmere Regionen ab, darunter an die Küsten des östlichen Mittelmeers, ans Kaspische Meer oder in Feuchtgebiete des Nahen Ostens und Südasiens. Einzelne Populationen in Griechenland sind weitgehend standorttreu.
Ernährung
Der Krauskopfpelikan ernährt sich fast ausschließlich von Fisch. Sein täglicher Bedarf liegt bei etwa 1.000 bis 1.800 Gramm. Zu den bevorzugten Beutefischen zählen Karpfen, Barsche, Aale und verschiedene Weißfischarten, je nach Verfügbarkeit im jeweiligen Gewässer. Er jagt in der Regel im flachen Wasser, indem er schwimmend seinen gewaltigen Schnabel mit dem dehnbaren Kehlsack als Kescher einsetzt und Fische mit einer schnellen Vorwärtsbewegung des Kopfes erbeutet. Gelegentlich jagen mehrere Individuen kooperativ: Sie bilden eine Kette oder einen Halbkreis, treiben Fischschwärme in flachere Bereiche und schöpfen die Beute dann gemeinsam ab. Ergänzend werden vereinzelt Krebstiere und Amphibien aufgenommen.
Verhalten & Lebensweise
Der Krauskopfpelikan ist ein tagaktiver Vogel, der den Großteil des Tages mit Nahrungssuche, Ruhen und Gefiederpflege verbringt. Außerhalb der Brutzeit lebt er in lockeren Gruppen, die oft gemeinsam auf Sandbänken oder Felsen rasten. Im Flug nutzt er Thermik und Aufwinde, um mit minimalem Energieaufwand große Strecken zurückzulegen. Dabei wirkt sein Flugbild mit dem eingezogenen Hals und den breiten Schwingen charakteristisch schwerfällig und gleichzeitig elegant.
Die Art ist weniger gesellig als der Rosapelikan. Brutkolonien umfassen häufig nur wenige Dutzend bis einige hundert Paare, selten mehr. Krauskopfpelikane sind zudem weniger lärmend als andere Pelikanarten und kommunizieren überwiegend durch leise grunzende oder zischende Laute. Ein eigentliches Revier im engeren Sinne wird nicht verteidigt; die Vögel beschränken die Verteidigung auf den unmittelbaren Nestbereich innerhalb der Kolonie.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutsaison beginnt je nach Region zwischen Januar und März. Die Balz umfasst rituelle Kopfbewegungen, das Aufrichten der gekräuselten Nackenfedern und das Vorzeigen des gefärbten Kehlsacks. Krauskopfpelikane sind monogam innerhalb einer Brutsaison, wobei die Paarbindung in aufeinanderfolgenden Jahren nicht zwingend bestehen bleibt.
Das Nest wird bevorzugt auf schwimmenden Vegetationsinseln, in dichtem Röhricht oder auf schwer zugänglichen kleinen Inseln errichtet. Es besteht aus aufgeschichteten Ästen, Schilf und Pflanzenmaterial und kann beträchtliche Ausmaße annehmen. Das Gelege umfasst in der Regel ein bis drei, selten vier Eier. Beide Eltern bebrüten die Eier über einen Zeitraum von 30 bis 34 Tagen. Die Küken schlüpfen nackt