Krokodilmolch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Tylototriton shanjing
- Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
- Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
- Gattung: Krokodilmolche (Tylototriton)
- Lebensraum: Subtropische Bergwälder in Südostasien, bevorzugt in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.500 Metern
- Größe: 15–20 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 20–35 g
- Lebenserwartung: Bis zu 20 Jahre in Gefangenschaft, in der Natur vermutlich 10–15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Krokodilmolch verdankt seinen deutschen Trivialnamen den auffälligen knöchernen Rippenfortsätzen und knopfartigen Drüsenleisten, die entlang seines Rückens verlaufen und an die Kielschilder eines Krokodils erinnern. Die Grundfärbung des Körpers ist ein tiefes Dunkelbraun bis Schwarz. Entlang der Rippen, an den Zehen, am Schwanzrand und auf dem Kopf treten leuchtend orangefarbene bis gelbe Zeichnungselemente hervor. Diese Warnfärbung – in der Biologie als Aposematismus bezeichnet – signalisiert potenziellen Fressfeinden die Giftigkeit des Tieres.
Die Haut ist rau und drüsenreich. Besonders die großen Parotiddrüsen hinter den Augen sowie die Drüsen entlang der Rippenfortsätze sondern bei Bedrohung ein milchiges, toxisches Sekret ab. Der Kopf ist breit und abgeflacht, die Augen klein und leicht vorstehend. Die Gliedmaßen sind kräftig gebaut mit deutlich abgespreizten, unbewebten Zehen. Der seitlich abgeflachte Schwanz dient sowohl an Land als Balancierhilfe als auch im Wasser als Antriebsorgan. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur geringfügig: Männchen besitzen zur Paarungszeit eine etwas stärker geschwollene Kloakenregion.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Tylototriton shanjing liegt in der südchinesischen Provinz Yunnan sowie in angrenzenden Gebieten Nordmyanmars. Dort besiedelt die Art feuchte, subtropische Bergwälder mit dichtem Unterwuchs und einer ausgeprägten Laubschicht. Das bevorzugte Habitat umfasst die Nähe stehender oder langsam fließender Gewässer – kleine Waldteiche, wassergefüllte Senken und saisonal überflutete Grasflächen dienen als Laichbiotope.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben Krokodilmolche überwiegend terrestrisch. Sie halten sich unter Totholz, Steinen, in Erdlöchern oder zwischen feuchtem Falllaub verborgen. Die Art bevorzugt kühle bis gemäßigte Temperaturen zwischen 15 und 25 °C, was durch die Höhenlage der Habitate gewährleistet wird. Temperaturen über 28 °C werden schlecht vertragen und können zu Hitzestress führen.
Ernährung
Krokodilmolche sind Fleischfresser. Ihr Nahrungsspektrum umfasst wirbellose Tiere wie Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Käfer und deren Larven sowie kleine Spinnen. Im Wasser werden gelegentlich auch Mückenlarven und Kleinkrebse aufgenommen. Die Beutetiere werden durch Bewegungsreize wahrgenommen und mit einem schnellen Zuschnappen des Mauls ergriffen. Da Krokodilmolche vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sind, findet die Nahrungssuche hauptsächlich in den Abend- und Nachtstunden statt. Der Stoffwechsel ist bei den relativ kühlen Umgebungstemperaturen niedrig, sodass die Tiere nicht täglich fressen müssen.
Verhalten & Lebensweise
Krokodilmolche führen ein zurückgezogenes, überwiegend dämmerungs- und nachtaktives Leben. Tagsüber verbergen sie sich in Verstecken am Waldboden. Die Tiere sind Einzelgänger und verteidigen kein ausgeprägtes Revier, tolerieren aber in feuchten Mikrohabitaten die Nähe von Artgenossen. Gegenüber Fressfeinden setzen sie auf ihre Warnfärbung und das toxische Hautsekret. Bei direkter Bedrohung nehmen manche Individuen eine starre Abwehrhaltung ein, bei der sie den Kopf nach unten drücken und die Rippen seitlich abspreizen – eine Verhaltensweise, die als Unkenreflex beschrieben wird und die Warnfarben der Unterseite zur Geltung bringt.
In Regionen mit ausgeprägter kühler Trockenzeit halten Krokodilmolche eine Winterruhe. Dabei ziehen sie sich in frostfreie Erdhöhlen oder tiefe Laubschichten zurück und reduzieren ihren Stoffwechsel erheblich. Diese Ruhephase dauert in der Regel von November bis Februar und ist zugleich ein wichtiger Auslöser für den nachfolgenden Fortpflanzungszyklus.
Fortpflanzung & Aufzucht
Mit Einsetzen der Regenzeit – meist zwischen Mai und August – wandern die geschlechtsreifen Tiere zu geeigneten Laichgewässern. Männchen erreichen die Gewässer in der Regel vor den Weibchen. Die Balz erfolgt im Wasser: Männchen umkreisen die Weibchen, berühren sie mit der Schnauze und setzen Spermatophoren (Samenpakete) am Gewässergrund ab, die das Weibchen mit der Kloake aufnimmt. Diese innere Befruchtung ist typisch für die Familie der Echten Salamander.
Das Weibchen legt einzeln oder in kleinen Gruppen zwischen 30 und 80 Eier an Wasserpflanzen, Äste oder Steine im Flachwasser ab. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur zwei bis vier Wochen. Die schlüpfenden Larven sind aquatisch, besitzen Kiemenbüschel und ernähren sich zunächst von Kleinstlebewesen im Wasser. Die Metamorphose zum landlebenden Jungmolch vollzieht sich nach etwa drei bis fünf Monaten. Die Geschlechtsreife wird mit zwei bis drei Jahren erreicht.