Kronenkranich
KTierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Balearica regulorum (Ostafrikanischer Kronenkranich) / Balearica pavonina (Westafrikanischer Kronenkranich)
- Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
- Familie: Kraniche (Gruidae)
- Unterfamilie: Kronenkraniche (Balearicinae)
- Gattung: Balearica
- Lebensraum: Feuchtgebiete, Savannen und Graslandschaften Afrikas südlich der Sahara
- Größe: 100–110 cm Körperhöhe
- Gewicht: 3–4 kg
- Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Kronenkraniche verdanken ihren Namen der auffälligen, goldgelben Federkrone auf dem Scheitel. Diese strahlenförmig abstehenden, steifen Federn bilden ein unverkennbares Erkennungsmerkmal beider Arten der Gattung Balearica. Der Ostafrikanische Kronenkranich (B. regulorum), auch Graukronenkranich genannt, und der Westafrikanische Kronenkranich (B. pavonina), auch als Schwarzer Kronenkranich bekannt, unterscheiden sich vor allem in der Färbung des Halsgefieders und der nackten Wangenpartien.
Das Gefieder des Ostafrikanischen Kronenkranichs ist überwiegend grau, wobei die Flügeldecken weiß sind und die Schwungfedern von Schwarz über Braun bis Gold variieren. Die Wangen tragen einen auffälligen, zweifarbigen nackten Hautfleck – oben weiß, unten rot. Beim Westafrikanischen Kronenkranich ist der obere Wangenfleck dagegen rötlich gefärbt. Beide Arten besitzen einen kurzen, seitlich abgeflachten Schnabel, einen aufblasbaren roten Kehlsack sowie relativ lange Beine mit großen Zehen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kranicharten verfügen Kronenkraniche über eine funktionsfähige Hinterzehe, die ihnen das Greifen und Sitzen auf Ästen ermöglicht – eine unter Kranichen einzigartige Fähigkeit.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Kronenkraniche erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara. Der Westafrikanische Kronenkranich besiedelt die Sahelzone und die Savannen Westafrikas vom Senegal bis zum Tschad und Äthiopien. Der Ostafrikanische Kronenkranich kommt von der Demokratischen Republik Kongo und Uganda über Kenia und Tansania bis nach Südafrika und Mosambik vor. Uganda hat den Ostafrikanischen Kronenkranich sogar als Wappentier in die Nationalflagge aufgenommen.
Beide Arten bevorzugen als Habitat offene Feuchtgebiete, Sümpfe, Flussauen und Überschwemmungsflächen in der Nähe von Seen und Flüssen. Sie nutzen aber auch landwirtschaftlich genutzte Flächen, Grasland und Savannen als Nahrungsbiotop. Im Unterschied zu vielen anderen Kranichen sind Kronenkraniche keine ausgeprägten Zugvögel, sondern eher Standvögel oder Kurzstreckenzieher, die je nach Jahreszeit und Wasserverfügbarkeit lokale Wanderungen unternehmen.
Ernährung
Kronenkraniche sind Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Ihre Nahrung setzt sich aus Gräsern, Samen, Getreidekörnern und anderen pflanzlichen Bestandteilen zusammen, ergänzt durch Insekten, Heuschrecken, Schnecken, kleine Fische, Frösche und Krebstiere. Bei der Nahrungssuche schreiten sie langsam durch flaches Wasser oder über Grasland und stampfen dabei gelegentlich mit den Füßen auf den Boden, um Beutetiere wie Insekten und kleine Wirbeltiere aufzuscheuchen. In landwirtschaftlichen Gebieten suchen sie häufig auf frisch gepflügten Feldern und Reisfeldern nach Nahrung, was gelegentlich zu Konflikten mit Landwirten führt.
Verhalten & Lebensweise
Kronenkraniche sind tagaktive Vögel, die außerhalb der Brutzeit oft in größeren Gruppen von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Individuen auftreten. Zur Nachtruhe ziehen sie sich – dank ihrer greiffähigen Hinterzehe – bevorzugt auf Bäume zurück, was sie deutlich von anderen Kranicharten unterscheidet, die stehend im flachen Wasser oder auf offenem Gelände schlafen.
Das Sozialverhalten ist durch ausgeprägte Rufaktivität und Tanzverhalten gekennzeichnet. Die Balz besteht aus eindrucksvollen Tänzen, bei denen die Vögel springen, mit ausgebreiteten Flügeln hüpfen, sich verbeugen und gegenseitig umkreisen. Diese Tänze werden nicht nur zur Paarbildung, sondern auch zur Festigung der Paarbindung und offenbar auch außerhalb des Fortpflanzungskontextes ausgeführt. Die Rufe sind ein nasales, trompetenhaftes Schreien, das durch den aufblasbaren Kehlsack moduliert wird.
Fortpflanzung & Aufzucht
Kronenkraniche leben in monogamen Paarbindungen, die oft über mehrere Jahre Bestand haben. Das Brutrevier wird gemeinsam verteidigt. Das Nest wird in dichter Vegetation innerhalb oder am Rand von Feuchtgebieten errichtet – meist eine flache Plattform aus Gräsern und Sumpfpflanzen. Das Gelege umfasst zwei bis fünf Eier, die von beiden Elternvögeln über einen Zeitraum von 28 bis 31 Tagen bebrütet werden.
Die Küken sind Nestflüchter und können das Nest bereits kurz nach dem Schlüpfen verlassen. Sie werden von beiden Eltern geführt und gefüttert. Die Jungvögel sind nach etwa 60 bis 100 Tagen flugfähig und bleiben bis zur nächsten Brutsaison im Familienverband. Die Geschlechtsreife wird im Alter von etwa drei Jahren erreicht.
Bedrohung & Schutzstatus
Beide Kronenkranicharten sind in ihren Beständen stark r