Kürbis
KFutter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich
Definition & Überblick
Der Kürbis (Cucurbita) gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. In der Tierernährung hat er sich als vielseitiges pflanzliches Ergänzungsfuttermittel etabliert, das sowohl roh als auch gekocht, püriert oder getrocknet verfüttert werden kann. Am häufigsten werden in der Tierfütterung der Hokkaido-Kürbis (Cucurbita maxima), der Butternut-Kürbis (Cucurbita moschata) und der Muskatkürbis eingesetzt. Zierkürbisse sind aufgrund ihres Gehalts an giftigen Cucurbitacinen grundsätzlich nicht als Futtermittel geeignet und müssen strikt von Speisekürbissen unterschieden werden.
Kürbis zeichnet sich durch einen hohen Wassergehalt, einen niedrigen Energiegehalt und eine gute Verträglichkeit aus. Er wird in der Tierernährung vor allem als kalorienarme Beikost, als Ballaststoffquelle und zur Unterstützung der Verdauung geschätzt. In der Rohfütterung (BARF) von Hunden und Katzen ist Kürbis ein fester Bestandteil des pflanzlichen Futteranteils.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Das Nährstoffprofil von Kürbisfleisch (bezogen auf die Frischsubstanz) variiert je nach Sorte, liegt aber in charakteristischen Bereichen:
- Wasser: ca. 90–95 %
- Protein (Rohprotein): ca. 1,0–1,5 %
- Fett (Rohfett): ca. 0,1–0,2 %
- Rohfaser: ca. 0,5–1,5 %
- Kohlenhydrate: ca. 4–7 % (überwiegend Stärke und Zucker)
- Energiegehalt: ca. 25–35 kcal pro 100 g Frischsubstanz
Kürbis liefert relevante Mengen an Beta-Carotin (Provitamin A), das für Haut, Schleimhäute und Sehfunktion wichtig ist. Darüber hinaus enthält er Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine (insbesondere Folsäure) sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen. Die enthaltenen löslichen und unlöslichen Ballaststoffe (Pektin, Cellulose) unterstützen die Darmgesundheit und die Kotkonsistenz. Die Kürbiskerne wiederum sind reich an Zink, Selen, ungesättigten Fettsäuren und Protein, werden aber separat betrachtet und nicht in jedem Fall mitverfüttert.
Für welche Tiere geeignet?
Kürbis eignet sich als Ergänzungsfuttermittel für eine Vielzahl von Tierarten:
- Hunde: Kürbis ist für Hunde ausgezeichnet verträglich und gehört zu den am besten akzeptierten Gemüsesorten. Er wird gerne bei Magen-Darm-Empfindlichkeiten, zur Gewichtsreduktion (Sättigungsbeilage) und als Ballaststoffquelle in der BARF-Fütterung eingesetzt.
- Katzen: In kleinen Mengen wird Kürbis auch von Katzen gut vertragen. Er kann zur Unterstützung der Verdauung und zur Förderung der Haarballenausscheidung beitragen. Da Katzen obligate Carnivoren sind, sollte der pflanzliche Anteil gering bleiben.
- Pferde: Kürbis kann als Leckerli oder Futterbeigabe angeboten werden. Viele Pferde fressen ihn roh in Stücken. Er eignet sich als kalorienarme Abwechslung im Futterplan.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Diese Herbivoren nehmen Kürbisfleisch in der Regel gern an. Er ergänzt den Frischfutteranteil der täglichen Futterration sinnvoll.
- Hühner und Geflügel: Kürbis wird von Hühnern begeistert aufgenommen, auch die Kerne werden gefressen. Er liefert Vitamine und dient der Beschäftigung.
- Reptilien: Für omnivore und herbivore Reptilien (z. B. Bartagamen, Landschildkröten) ist Kürbis ein geeigneter Bestandteil des Frischfutters.
Nicht geeignet ist Kürbis für reine Insektivoren und für Tiere mit bekannter Unverträglichkeit gegenüber Kürbisgewächsen.
Fütterungsempfehlung
Kürbis ist kein Alleinfuttermittel, sondern dient als Komponente innerhalb einer ausgewogenen Futterration. Die empfohlene Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht und individuellem Bedarf:
- Hunde: Der pflanzliche Anteil einer BARF-Ration beträgt etwa 20–30 % des Gesamtfutters. Kürbis kann hiervon einen erheblichen Teil ausmachen. Als grobe Orientierung gelten 1–3 Esslöffel pürierter Kürbis pro 10 kg Körpergewicht täglich. Gekochter oder gedünsteter Kürbis ist leichter verdaulich als roher.
- Katzen: Maximal 1–2 Teelöffel pürierter Kürbis pro Tag, untergemischt ins Nassfutter.
- Kaninchen/Meerschweinchen: Einige kleine Würfel (ca. 20–40 g) mehrmals pro Woche als Teil des Frischfutters. Nicht täglich in großen Mengen, um Durchfall zu vermeiden.
- Pferde: Ein bis zwei Handvoll Kürbisstücke als gelegentliches Zusatzfutter. Langsam anfüttern.
Das Fütterungsintervall sollte bei erstmaliger Gabe vorsichtig gewählt werden: Neue Futtermittel werden idealerweise über mehrere Tage in steigender Menge eingeführt, um die Verträglichkeit zu prüfen. Kürbis kann roh, gedünstet, gekocht oder als Flocke (getrockneter Kürbis) verfüttert werden. Gewürze, Sal