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Lammfleisch

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Lammfleisch bezeichnet das Muskelfleisch von Schafen, die zum Zeitpunkt der Schlachtung jünger als ein Jahr sind. In der Tierernährung zählt es zu den hochwertigen tierischen Einzelfuttermitteln und wird sowohl roh (im Rahmen von BARF) als auch gegart, getrocknet oder als Bestandteil industrieller Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel eingesetzt. Im Vergleich zu gängigeren Proteinquellen wie Rind oder Huhn gilt Lammfleisch als besonders gut verträglich und wird häufig bei Futtermittelunverträglichkeiten oder Ausschlussdiäten herangezogen. Verwendet werden verschiedene Teilstücke – von der Keule über Schulter und Rippen bis hin zu Innereien wie Lammherz, Lammleber oder Lammpansen. Jedes Teilstück unterscheidet sich in seinem Nährstoffprofil und eignet sich für unterschiedliche Einsatzzwecke in der Futterration.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Lammfleisch liefert ein breites Spektrum an Nährstoffen, deren genaue Verteilung je nach Teilstück, Alter des Tieres und Fettanteil schwankt. Die folgenden Durchschnittswerte beziehen sich auf mageres Lammfleisch (Muskelfleisch ohne Knochen) pro 100 g:

  • Protein: 18–22 g – biologisch hochwertig mit einem vollständigen Aminosäureprofil, reich an essenziellen Aminosäuren wie Lysin, Leucin und Methionin
  • Fett: 8–15 g – variiert stark nach Teilstück; fettreichere Partien wie Bauch oder Nacken können bis zu 25 g Fett enthalten; das Fettsäureprofil umfasst gesättigte, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren einschließlich Omega-3-Fettsäuren (besonders bei Weidehaltung)
  • Rohfaser: 0 g – wie bei allen tierischen Futtermitteln nicht enthalten
  • Vitamine: hoher Gehalt an B-Vitaminen, insbesondere Vitamin B12 (ca. 2,6 µg), Niacin (B3) und Vitamin B6; daneben Vitamin A und geringe Mengen Vitamin D, vor allem in Innereien
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Zink (3–5 mg), Eisen (1,5–2,5 mg, als gut bioverfügbares Häm-Eisen), Phosphor, Kalium, Selen sowie geringe Mengen Kupfer
  • Energie: ca. 150–250 kcal, abhängig vom Fettgehalt

Lamminnereien ergänzen das Nährstoffprofil erheblich: Lammleber ist extrem reich an Vitamin A, Eisen und Kupfer, während Lammherz hohe Mengen an Taurin liefert – ein Aspekt, der besonders in der Katzenernährung relevant ist.

Für welche Tiere geeignet?

Lammfleisch wird in der Fütterung verschiedener Tierarten eingesetzt:

  • Hunde: Lammfleisch ist für Hunde aller Rassen und Altersklassen geeignet – vom Welpen bis zum Senior. Es dient als Hauptproteinquelle in der täglichen Futterration und wird besonders häufig bei Hunden mit Futtermittelallergien oder empfindlicher Verdauung gewählt, da viele Hunde zuvor keinen Kontakt mit dieser Proteinquelle hatten.
  • Katzen: Auch für Katzen ist Lammfleisch eine geeignete Proteinquelle. Der natürliche Tauringehalt, insbesondere in Lammherz, unterstützt die Versorgung mit diesem für Katzen essenziellen Nährstoff. Die Akzeptanz ist in der Regel hoch.
  • Frettchen: Als obligate Karnivoren profitieren Frettchen vom hohen Proteingehalt und der guten Verdaulichkeit von Lammfleisch.
  • Greifvögel und Reptilien: In der Fütterung bestimmter Greifvögel und karnivorer Reptilien kann Lammfleisch als gelegentliche Ergänzung dienen, ersetzt jedoch keine vollständige Futtertierration.

Nicht geeignet ist Lammfleisch für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Futtermenge hängt von Tierart, Körpergewicht, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand ab. Als Orientierung für die Rohfütterung bei Hunden gilt: Der tägliche Fleischanteil beträgt etwa 60–80 % der gesamten Futterration, wobei die Gesamtfuttermenge zwischen 2 und 4 % des Körpergewichts liegt. Ein 20 kg schwerer, mäßig aktiver Hund erhält demnach etwa 300–500 g Futter pro Tag, davon 180–400 g Fleisch einschließlich Innereien.

Beim Fütterungsintervall empfiehlt sich für erwachsene Hunde und Katzen eine ein- bis zweimal tägliche Fütterung. Welpen und Jungtiere erhalten drei bis vier Mahlzeiten täglich in entsprechend kleinerer Portionierung.

Wird Lammfleisch als alleinige Proteinquelle verwendet, müssen zwingend Innereien (etwa 10–15 % der Fleischration), Knochen oder Knochenmehl (Kalziumversorgung), Öle und pflanzliche Komponenten ergänzt werden, um eine bedarfsdeckende Versorgung sicherzustellen. Lammfleisch allein ist kein Alleinfuttermittel – es handelt sich um ein Einzelfuttermittel, das in eine ausgewogene Gesamtration eingebettet werden muss.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hohe biologische Wertigkeit des Proteins mit exzellenter Verdaulichkeit
  • Gut geeignet für Ausschlussdiäten und bei Futtermittelunverträglichkeiten, da es als seltener eingesetzte Proteinquelle weniger Sensibilisierungspotenzial besitzt
  • Reiches Spektrum an Mineralstoffen, insbesondere Zink, Eisen und Selen
  • Hohe Akzeptanz bei den meisten Hunden und Katzen durch intensiven Eigengeschmack