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Languren

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Unterfamilie Colobinae (im engeren Sinne: Gattungen Semnopithecus, Trachypithecus, Presbytis u. a.)
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
  • Unterfamilie: Schlankaffen (Colobinae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Mangroven, Gebirgsregionen und urbane Randzonen Süd- und Südostasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 40–80 cm, Schwanz 50–110 cm
  • Gewicht: 5–25 kg, je nach Art und Geschlecht
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis etwa 35 Jahre

Aussehen & Merkmale

Languren sind schlanke, langgliedrige Affen mit einem auffallend langen Schwanz, der bei den meisten Arten die Kopf-Rumpf-Länge deutlich übertrifft. Der Körperbau ist leicht und athletisch, angepasst an ein Leben in den Baumkronen. Das Fell variiert je nach Art erheblich: Hanuman-Languren (Semnopithecus entellus) tragen ein silbergraues bis gelblich-braunes Haarkleid mit dunklem Gesicht, Hängebauch-Languren (Trachypithecus) zeigen häufig dunkelgraues bis schwarzes Fell mit kontrastierenden hellen Partien, und Haubenlanguren besitzen markante Haarschöpfe auf dem Kopf. Die Haut im Gesicht ist bei vielen Arten unbefellt und dunkel pigmentiert.

Ein zentrales anatomisches Merkmal der Languren ist ihr spezialisierter Magen. Ähnlich wie bei Wiederkäuern ist er in mehrere Kammern unterteilt und beherbergt eine symbiontische Bakterienflora, die Zellulose aufschließen kann. Daumen sind bei Languren im Vergleich zu anderen Cercopitheciden reduziert, was das Greifen von Ästen beim Klettern und Springen erleichtert. Die Hinterbeine sind kräftig und erlauben weite Sprünge von Baum zu Baum.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Languren erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Hanuman-Languren besiedeln den indischen Subkontinent von Sri Lanka bis in den Himalaya auf Höhen von über 4.000 Metern. Haubenlanguren der Gattung Trachypithecus kommen von Südchina über Indochina bis nach Borneo und Java vor. Mützenlanguren (Presbytis) bewohnen vor allem die Regenwälder der Malaiischen Halbinsel und der Sundainseln.

Die bevorzugten Habitate sind tropische Tieflandregenwälder, Monsunwälder, Mangrovenwälder und montane Nebelwälder. Einige Arten, insbesondere der Hanuman-Langur, haben sich stark an menschliche Siedlungen angepasst und leben in Dörfern, Tempelanlagen und Stadtrandgebieten. Andere Arten wie der Delacour-Langur (Trachypithecus delacouri) in Vietnam sind auf eng begrenzte Karstlandschaften beschränkt und entsprechend selten.

Ernährung

Languren sind überwiegend Blattfresser (folivor). Ihr mehrkammeriger Magen ermöglicht die Verwertung nährstoffarmer und schwer verdaulicher Blattkost, die für die meisten anderen Primaten ungeeignet wäre. Neben jungen und reifen Blättern fressen sie Knospen, Blüten, unreife Früchte, Samen und gelegentlich Rinde. Der Anteil von Früchten an der Nahrung variiert zwischen den Arten und Jahreszeiten. Mützenlanguren der Gattung Presbytis nehmen einen vergleichsweise hohen Fruchtanteil zu sich, während Hanuman-Languren stärker auf Blätter spezialisiert sind.

Die Fermentation im Magen erzeugt als Nebenprodukt kurzkettige Fettsäuren, die einen wesentlichen Teil der Energieversorgung ausmachen. Diese Verdauungsstrategie hat allerdings den Nachteil, dass Languren zuckerreiche Nahrung schlecht vertragen – ein Umstand, der bei der Fütterung durch Menschen in Tempelanlagen regelmäßig zu gesundheitlichen Problemen führt.

Verhalten & Lebensweise

Languren sind tagaktive Primaten mit einem ausgeprägten Sozialleben. Sie bilden Gruppen, deren Zusammensetzung je nach Art variiert. Verbreitet sind Ein-Männchen-Gruppen, in denen ein dominantes Männchen mit mehreren Weibchen und deren Nachwuchs lebt. Daneben existieren reine Männchengruppen (Junggesellenverbände), deren Mitglieder versuchen, die Führung einer gemischten Gruppe zu übernehmen.

Die Kommunikation erfolgt über ein Repertoire von Lautäußerungen, Mimik und Körperhaltungen. Hanuman-Languren sind für laute Alarmrufe bekannt, die vor Raubtieren wie Leoparden oder Greifvögeln warnen und von anderen Tierarten im selben Biotop mitgenutzt werden. Soziale Fellpflege (Grooming) spielt eine wichtige Rolle bei der Festigung von Bindungen innerhalb der Gruppe.

Das Revier einer Gruppe umfasst je nach Habitatqualität und Art zwischen 5 und 130 Hektar. Die Gruppen verteidigen ihr Territorium durch Lautäußerungen und gelegentliche Konfrontationen mit Nachbargruppen. Hanuman-Languren in Indien teilen ihren Lebensraum häufig mit Rhesusaffen, wobei es zu Nahrungskonkurrenz kommen kann.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist bei den meisten Langur-Arten nicht streng saisonal gebunden, zeigt jedoch in manchen Regionen Häufungen. Nach einer Tragzeit von etwa 160 bis 210 Tagen – je nach Art – bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind äußerst selten.

Neugeborene vieler Langur-Arten tragen eine auffällig abweichende Fellfärbung