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Leber

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Leber zählt zu den sogenannten Innereien und ist eines der nährstoffreichsten tierischen Futtermittel überhaupt. Sie stammt in der Regel von Rind, Lamm, Geflügel, Wild oder Schwein und wird in der Tierernährung als hochwertiges Ergänzungsfuttermittel eingesetzt. Im Gegensatz zu Muskelfleisch liefert Leber ein besonders konzentriertes Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, das in dieser Dichte kaum ein anderes Einzelfuttermittel erreicht.

In der artgerechten Rohfütterung (BARF) ist Leber ein fester Bestandteil der Futterration, wird aber auch in vielen industriellen Nass- und Trockenfuttermitteln als Zutat verarbeitet. Entscheidend ist, dass Leber aufgrund ihres extrem hohen Vitamin-A-Gehalts niemals als Alleinfuttermittel verwendet werden darf, sondern immer nur als gezielter Bestandteil einer ausgewogenen Gesamtration.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die exakte Zusammensetzung variiert je nach Tierart und Haltungsbedingungen. Nachfolgend die typischen Durchschnittswerte für Rinderleber (pro 100 g, roh):

  • Protein: ca. 19–21 g – hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß mit einem ausgezeichneten Aminosäureprofil
  • Fett: ca. 3–5 g – relativ fettarm im Vergleich zu Muskelfleisch
  • Rohfaser: 0 g – als tierisches Produkt enthält Leber keine Rohfaser
  • Vitamin A (Retinol): ca. 16.000–26.000 µg – das macht Leber zur mit Abstand reichhaltigsten natürlichen Vitamin-A-Quelle
  • B-Vitamine: besonders hohe Gehalte an Vitamin B12 (bis zu 60 µg), Folsäure, Biotin, Niacin und Riboflavin
  • Eisen: ca. 6–9 mg – in gut bioverfügbarer Häm-Form
  • Kupfer: ca. 5–15 mg – besonders relevant und gleichzeitig potenziell problematisch bei bestimmten Tierarten
  • Zink, Selen, Mangan: in ernährungsphysiologisch bedeutsamen Mengen vorhanden
  • Energiegehalt: ca. 135–150 kcal

Geflügelleber ist tendenziell etwas fettreicher (ca. 5–8 g Fett), während Lammleber besonders hohe Kupferwerte aufweisen kann. Schweineleber wird seltener verfüttert, da sie häufiger mit dem Aujeszky-Virus belastet sein kann, der für Hunde und Katzen tödlich verläuft.

Für welche Tiere geeignet?

Hunde profitieren am meisten von regelmäßigen, kleinen Leberportionen. Sie vertragen Leber in der Regel gut und können die enthaltenen Nährstoffe effizient verwerten. Bei der Rohfütterung gilt Leber als unverzichtbarer Bestandteil der tierischen Komponente.

Katzen dürfen ebenfalls Leber erhalten. Da Katzen obligate Karnivoren sind, passt das Nährstoffprofil gut in ihr Ernährungsschema. Auch hier ist die Mengenbegrenzung entscheidend, um eine Hypervitaminose A zu vermeiden.

Frettchen können Leber als Bestandteil ihrer fleischbasierten Ernährung erhalten, in ähnlichen Anteilen wie bei Katzen.

Nicht geeignet ist Leber als Futter für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde. Auch bei Reptilien sollte die Verfütterung von Säugetierleber nur mit tierärztlicher Rücksprache erfolgen, da das Calcium-Phosphor-Verhältnis ungünstig ist.

Besondere Vorsicht gilt bei Hunderassen mit genetisch bedingter Kupferspeicherkrankheit, etwa beim Bedlington Terrier. Hier kann die regelmäßige Leberfütterung zu einer gefährlichen Kupferakkumulation führen.

Fütterungsempfehlung

Die grundsätzliche Empfehlung beim BARFen lautet: Leber sollte etwa 3–5 % der gesamten Futterration ausmachen, bezogen auf die wöchentliche Futtermenge. Bei einem 25-kg-Hund, der täglich rund 500 g Futter erhält, entspricht das etwa 100–175 g Leber pro Woche.

Diese Menge muss nicht täglich gegeben werden. Viele Halter bevorzugen ein Fütterungsintervall von zwei bis drei Lebermahlzeiten pro Woche, bei denen jeweils 30–60 g in die Ration gemischt werden. Alternativ kann die gesamte Wochenmenge auf ein bis zwei Portionen verteilt werden – der Körper speichert Vitamin A in der eigenen Leber und kann so kurzfristige Schwankungen kompensieren.

Für Katzen liegt die empfohlene Menge bei etwa 3–5 % der Gesamtration, was bei einer 4-kg-Katze rund 10–20 g pro Woche entspricht.

Leber kann roh, kurz blanchiert, gekocht oder getrocknet verfüttert werden. Beim Kochen gehen hitzeempfindliche B-Vitamine teilweise verloren, während Vitamin A relativ hitzestabil ist. Getrocknete Leber eignet sich hervorragend als Trainingssnack, wobei der Nährstoffgehalt durch den Wasserverlust stark konzentriert ist – die Futtermenge muss entsprechend reduziert werden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Extrem hohe Nährstoffdichte – kaum ein anderes Einzelfuttermittel liefert so viele Vitamine und Mineralstoffe gleichzeitig
  • Natürliche Quelle für Vitamin A, B-Vitamine, Eisen und Kupfer – oft besser bioverfügbar als synthetische Zusätze
  • Hoher Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil
  • Hohe Akzeptanz –