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Lederzecke

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Tierart – Spinnentiere > Sonstige Spinnentiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Argasidae (Familie)
  • Ordnung: Zecken (Ixodida)
  • Überordnung: Parasitiformes
  • Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
  • Familie: Argasidae
  • Wichtige Gattungen: Argas, Ornithodoros, Otobius, Carios
  • Lebensraum: Höhlen, Nester, Ställe, Spalten und Ritzen in Trockengebieten und gemäßigten Zonen weltweit
  • Größe: 2–30 mm (je nach Art und Ernährungszustand)
  • Gewicht: wenige Milligramm bis ca. 0,5 g (vollgesogen)
  • Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre (artabhängig)

Aussehen & Merkmale

Lederzecken unterscheiden sich äußerlich deutlich von den bekannteren Schildzecken (Ixodidae). Ihr Name leitet sich von der lederartigen, weichen Körperdecke ab, die kein festes Rückenschild (Scutum) besitzt. Der Körper ist dorsoventral abgeflacht, oval bis rundlich und von einer fein granulierten, oft bräunlich bis grauviolett gefärbten Kutikula bedeckt. Diese Kutikula ist stark dehnbar, was den Tieren erlaubt, bei der Blutmahlzeit erheblich an Volumen zuzunehmen.

Wie alle Spinnentiere besitzen Lederzecken vier Beinpaare im adulten Stadium. Die Mundwerkzeuge (Gnathosoma) liegen bei adulten Tieren ventral, also an der Körperunterseite, und sind von oben nicht sichtbar – ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber Schildzecken, bei denen das Gnathosoma nach vorne ragt. Augen fehlen bei vielen Arten vollständig; einige Gattungen wie Ornithodoros besitzen rudimentäre Lichtsinnesorgane. Die Körperoberfläche weist bei zahlreichen Arten charakteristische Warzen, Höcker oder feine Rillen auf, die zur Artbestimmung herangezogen werden.

Lebensraum & Verbreitung

Lederzecken sind weltweit verbreitet, kommen jedoch bevorzugt in warmen und trockenen Klimazonen vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. In Europa ist vor allem die Taubenzecke (Argas reflexus) relevant, die in Mitteleuropa in Dachböden, Taubenschlägen und alten Gebäuden vorkommt.

Das typische Habitat von Lederzecken sind geschützte, dunkle Verstecke in unmittelbarer Nähe zu ihren Wirten. Anders als Schildzecken lauern sie nicht in der offenen Vegetation auf vorbeikommende Wirte. Stattdessen besiedeln sie Spalten, Ritzen und Nischen in Tierbauten, Nisthöhlen, Ställen und menschlichen Behausungen. Die Gattung Ornithodoros bewohnt in Afrika und Amerika häufig Erdhöhlen von Nagetieren oder Schlafplätze größerer Säugetiere. Einige Arten besiedeln auch Fledermaus-Quartiere und Vogelnistplätze.

Ernährung

Alle Lederzecken sind obligate Blutparasiten (Hämatophagen). Sie ernähren sich ausschließlich von Blut warmblütiger Wirte, darunter Vögel und Säugetiere. Der Saugakt unterscheidet sich grundlegend von dem der Schildzecken: Lederzecken saugen in der Regel nur kurze Zeit – oft zwischen 15 Minuten und wenigen Stunden. Danach lassen sie vom Wirt ab und ziehen sich in ihre Verstecke zurück.

Die Wirtswahl ist bei vielen Arten relativ unspezifisch. Argas reflexus bevorzugt Tauben, kann aber bei Abwesenheit des Hauptwirts auch Menschen stechen. Die Speicheldrüsen der Lederzecken sondern beim Stich Substanzen ab, die blutgerinnungshemmend, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Dadurch bemerkt der Wirt den Stich häufig nicht.

Eine außergewöhnliche Eigenschaft vieler Lederzecken-Arten ist ihre Fähigkeit, extrem lange ohne Nahrung zu überleben. Ornithodoros-Arten können nachweislich mehrere Jahre ohne eine einzige Blutmahlzeit überdauern – ein Rekord unter den Zecken.

Verhalten & Lebensweise

Lederzecken sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in ihren Verstecken und werden erst bei Dunkelheit aktiv, um einen Wirt aufzusuchen. Die Orientierung erfolgt über Wärme, CO₂-Konzentration und Vibrationen. Ihr Aktionsradius ist im Vergleich zu Schildzecken gering; sie bewegen sich selten mehr als wenige Meter von ihrem Rückzugsort.

Die Tiere leben nicht in sozialen Gruppen, können aber in hoher Individuendichte auftreten, wenn ein geeignetes Biotop ausreichend Wirtstiere bietet. In Taubenschlägen oder alten Dachstühlen werden mitunter Hunderte bis Tausende Exemplare von Argas reflexus angetroffen. Bei Abwesenheit der Wirtstiere fallen die Zecken in eine Art Hungerstarre und können in diesem Zustand jahrelang verharren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Fortpflanzungszyklus der Lederzecken weist mehrere Besonderheiten auf. Die Weibchen legen nach jeder Blutmahlzeit eine vergleichsweise kleine Anzahl von Eiern ab – typischerweise zwischen 20 und 200 Stück pro Gelege. Dafür kommt es im Verlauf ihres Lebens zu mehreren aufeinanderfolgenden Eiablagen (iteropare Fortpflanzung). Dies unterscheidet sie deutlich von Schildzecken, deren Weibchen nach einer einzigen, sehr großen Eiablage sterben (semelpar).

Die Larven schlüpfen nach wenigen Wochen und durchlaufen mehrere Nymphenstadien. Je nach Art gibt es zwei bis sieben Nymphenstadien, wobei jedes Stadium eine Blutmahlzeit erfordert. Die Entwicklung von der Larve zum adulten Tier kann bei günstigen Bedingungen wenige Monate dauern, sich unter ungünstigen Umständ