Ligusterschwärmer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Sphinx ligustri
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Schwärmer (Sphingidae)
- Gattung: Sphinx
- Lebensraum: Laubwälder, Waldränder, Parks, Gärten und Heckenlandschaften
- Flügelspannweite: 80–120 mm
- Körperlänge: ca. 45–55 mm
- Gewicht: ca. 1,5–3 g (Imago)
- Lebenserwartung: ca. 4–6 Wochen als Falter; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr
Aussehen & Merkmale
Der Ligusterschwärmer gehört zu den größten einheimischen Nachtfaltern Mitteleuropas. Die Vorderflügel sind lang und schmal, typisch für die Familie der Schwärmer, und zeigen eine braun-grau marmorierte Zeichnung mit dunklen Querbinden und helleren Einsprengseln. Diese Musterung sorgt in Ruhestellung für eine hervorragende Tarnung auf Baumrinde. Die Hinterflügel fallen durch ihre rosa bis rötlich-braune Bänderung auf, die beim ruhenden Tier von den Vorderflügeln verdeckt wird und bei Störung als Schreckmuster zum Einsatz kommt.
Der kräftige, spindelförmige Körper ist an den Seiten des Hinterleibs mit einem auffälligen Muster aus abwechselnd schwarzen und rosa Querstreifen versehen. Der Thorax trägt eine dichte, samtartige Behaarung in Braun- und Grautönen mit einer dunklen Mittellinie. Wie bei allen Schwärmern ist der Rüssel lang und aufrollbar, beim Ligusterschwärmer erreicht er eine Länge von etwa 40–50 mm. Die Fühler sind fadenförmig mit leicht verdicktem Ende und beim Männchen etwas kräftiger ausgebildet als beim Weibchen.
Die Raupe des Ligusterschwärmers ist ebenso auffällig: Im letzten Larvenstadium erreicht sie eine Körperlänge von bis zu 100 mm. Sie ist leuchtend grün gefärbt und trägt sieben schräge, weiß-violette Seitenstreifen. Am Hinterende sitzt – wie für Schwärmerarten typisch – ein gebogenes Analhorn, das beim Ligusterschwärmer schwarz glänzt mit heller Basis.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Sphinx ligustri erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Es reicht von Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis nach Westsibirien und in den Nahen Osten. In Skandinavien kommt die Art bis etwa zum 63. Breitengrad vor, im Süden reicht das Areal bis Nordafrika und Kleinasien.
Als Habitat bevorzugt der Ligusterschwärmer halboffene Landschaften mit reichem Gehölzbestand. Typische Biotope sind Waldränder, Lichtungen, Feldhecken, Parkanlagen und strukturreiche Gärten. Entscheidend für das Vorkommen ist die Verfügbarkeit der Futterpflanzen für die Raupen sowie geeigneter Blütenpflanzen als Nektarquellen für die Imagines. In urbanen Gebieten profitiert die Art von angepflanzten Liguster- und Fliederhecken.
Ernährung
Die erwachsenen Falter ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen in der Dämmerung und nachts bevorzugt stark duftende Blüten mit langen Kronröhren, darunter Geißblatt (Lonicera), Nachtkerze (Oenothera), Seifenkraut (Saponaria) und Petunien. Beim Nektarsaugen steht der Schwärmer im Schwirrflug vor der Blüte – ein Verhalten, das an Kolibris erinnert und hohen Energieaufwand erfordert.
Die Raupen sind polyphag, zeigen aber deutliche Vorlieben. Hauptfutterpflanzen sind Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare), Flieder (Syringa vulgaris), Esche (Fraxinus excelsior), Schneeball (Viburnum) und verschiedene Geißblattgewächse. Gelegentlich fressen die Larven auch an Hartriegel (Cornus), Spiräen oder Johannisbeere. Die Raupen sind überwiegend nachtaktiv und ruhen tagsüber reglos auf der Unterseite von Blättern oder an Zweigen, wo ihre grüne Färbung sie gut tarnt.
Verhalten & Lebensweise
Der Ligusterschwärmer ist streng nachtaktiv. Die Falter fliegen vorwiegend in den ersten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit und werden von künstlichen Lichtquellen stark angezogen, weshalb sie häufig an Straßenlaternen und beleuchteten Fenstern zu beobachten sind. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich in Mitteleuropa von Mitte Mai bis Juli, wobei in warmen Regionen gelegentlich eine partielle zweite Generation im August auftreten kann.
Im Flug erreichen Schwärmer beachtliche Geschwindigkeiten und legen bei der Nahrungssuche teils erhebliche Strecken zurück. Der Schwirrflug wird durch die hohe Flügelschlagfrequenz von etwa 30–40 Schlägen pro Sekunde ermöglicht. Tagsüber ruhen die Falter mit dachförmig angelegten Flügeln an Baumstämmen, Zaunpfählen oder Hauswänden, wo sie aufgrund ihrer Rindenzeichnung nur schwer zu entdecken sind.
Die Puppe überwintert in einer Erdkammer, die die ausgewachsene Raupe vor der Verpuppung im Boden anlegt. Diese Phase der Diapause dauert von Herbst bis zum folgenden Frühjahr. Bei ungünstigen Bedingungen kann die Puppenruhe ausnahmsweise auch zwei Winter umfassen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Weibchen locken paarungsbereite Männchen mithilfe von Pheromonen an. Die Begattung findet in den Nachtstunden statt. Wenige Tage nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an die Blattunterseiten der Futterpflanzen. Pro Weibchen werden insgesamt 100 bis 200 Eier abgesetzt. Die kugelrunden, zunächst grünlichen Eier haben einen Durchmesser von etwa 2 mm.
Die Raupenentwick