Löwenzahn
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Definition & Überblick
Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine in Mitteleuropa weit verbreitete Wildpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). In der Tierernährung zählt er zu den pflanzlichen Futtermitteln und wird als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt – sowohl frisch gepflückt als auch getrocknet. Sämtliche Pflanzenteile sind verwertbar: Blätter, Blüten, Stängel und Wurzeln. Löwenzahn wächst auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten praktisch das ganze Jahr über und steht damit als kostengünstiges, nährstoffreiches Grünfutter nahezu dauerhaft zur Verfügung.
Bereits in der traditionellen Tierheilkunde wurde Löwenzahn gezielt verfüttert, insbesondere zur Unterstützung der Verdauung und der Leber- und Nierenfunktion. In der modernen Tierernährung hat er seinen festen Platz als wertvolle Beifutterkomponente, die eine Futterration sinnvoll ergänzt, ohne ein Alleinfuttermittel zu ersetzen.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Löwenzahn zeichnet sich durch ein bemerkenswert breites Nährstoffprofil aus. Die genauen Werte schwanken je nach Standort, Erntezeitpunkt und Pflanzenteil, doch folgende Richtwerte gelten für frische Blätter (bezogen auf die Trockenmasse):
- Rohprotein: ca. 15–18 % – damit liegt Löwenzahn deutlich über vielen Gräsern und liefert pflanzliches Protein in gut verwertbarer Form.
- Rohfett: ca. 3–5 % – ein moderater Fettgehalt, der die Energiedichte leicht erhöht.
- Rohfaser: ca. 10–15 % – wichtig für die Darmperistaltik und eine gesunde Verdauung, besonders bei Herbivoren.
- Rohasche (Mineralstoffe): ca. 15–20 % – außergewöhnlich hoch, was auf den Reichtum an Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor zurückzuführen ist.
- Vitamine: Hohe Gehalte an Vitamin A (Beta-Carotin), Vitamin C, Vitamin K sowie B-Vitamine. Der Vitamin-A-Gehalt übertrifft den von Karotten teilweise um ein Vielfaches.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Bitterstoffe (Taraxacin, Taraxacerin), Inulin (vor allem in der Wurzel), Flavonoide und Phenolsäuren. Diese Stoffe regen die Gallenproduktion an und wirken leicht harntreibend (diuretisch).
Das günstige Kalzium-Phosphor-Verhältnis von etwa 1,5:1 bis 2:1 macht Löwenzahn besonders wertvoll für Reptilien und Kaninchen, bei denen dieses Verhältnis ernährungsphysiologisch entscheidend ist.
Für welche Tiere geeignet?
Löwenzahn ist für eine breite Palette von Tierarten geeignet und wird in der Praxis bei folgenden Gruppen regelmäßig eingesetzt:
- Kaninchen und Meerschweinchen: Löwenzahn gehört zu den beliebtesten und bestverträglichen Wiesenkräutern. Er wird von den meisten Tieren gern gefressen und liefert wichtige Nährstoffe, Rohfaser und Vitamin C – letzteres ist für Meerschweinchen essenziell, da sie es nicht selbst synthetisieren können.
- Schildkröten (Landschildkröten): Löwenzahn ist ein Standardfuttermittel in der Schildkrötenernährung. Das günstige Kalzium-Phosphor-Verhältnis und der hohe Rohfasergehalt entsprechen den Anforderungen herbivorer Reptilien optimal.
- Bartagamen und andere herbivore/omnivore Reptilien: Als Bestandteil des Grünfutteranteils gut geeignet.
- Geflügel (Hühner, Enten, Gänse): Frischer Löwenzahn bereichert den Auslauf und wird als Grünfutterzugabe geschätzt. Die Bitterstoffe unterstützen die Verdauung.
- Pferde und Esel: In kleinen Mengen als Beifutter auf der Weide unbedenklich und natürlicher Bestandteil artenreicher Weideflächen.
- Hunde und Katzen: In geringen Mengen als Nahrungsergänzung möglich, etwa als getrocknetes Pulver im Futter. Die Akzeptanz ist individuell unterschiedlich.
Nicht geeignet ist eine übermäßige Fütterung bei Tieren mit bekannten Nierenproblemen oder Gallenwegserkrankungen, da die diuretische und galletreibende Wirkung belastend wirken kann.
Fütterungsempfehlung
Löwenzahn ist kein Alleinfuttermittel, sondern ergänzt eine ausgewogene Futterration. Die empfohlene Futtermenge und das Fütterungsintervall richten sich nach Tierart und Körpergewicht:
- Kaninchen und Meerschweinchen: Täglich eine Handvoll frische Blätter und Blüten pro Tier als Teil der Frischfutterkomponente. Langsam anfüttern, um Blähungen zu vermeiden. Der Löwenzahnanteil sollte nicht mehr als 20–30 % des gesamten Frischfutters ausmachen.
- Landschildkröten: Kann täglich angeboten werden und bis zu 30–40 % der Grünfutterration ausmachen. Abwechslung mit anderen Wildkräutern wie Spitzwegerich, Breitwegerich oder Vogelmiere ist wichtig.
- Geflügel: Frischer Löwenzahn als Beschäftigung und Ergänzung ad libitum im Auslauf oder eine Handvoll pro Tier und Tag.
- Pferde: Natürlicher Bestandteil der Weide. Gezieltes Zufüttern getrockneter Löwenzahnblätter: maximal 30–50 g pro Tag und Tier.
- Getrockneter Löwenzahn: Durch den Wasserverlust steigt die Nährstoffkonzentration. Die Futtermenge sollte entsprechend auf etwa ein F