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Lori

L

Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Loriini (Tribus) / Loriinae (Unterfamilie)
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae), Unterfamilie Loriinae
  • Gattungen (Auswahl): Trichoglossus, Lorius, Eos, Charmosyna, Chalcopsitta
  • Verbreitungsgebiet: Australasien – Australien, Neuguinea, Indonesien, Philippinen, Polynesien
  • Größe: 13–32 cm je nach Art
  • Gewicht: 20–280 g
  • Lebenserwartung: 15–30 Jahre, in Menschenobhut bis 35 Jahre

Aussehen & Merkmale

Loris gehören zu den farbenprächtigsten Vertretern der Ordnung Psittaciformes. Ihr Gefieder zeigt je nach Art intensive Kombinationen aus Rot, Grün, Blau, Gelb und Orange. Der Allfarblori (Trichoglossus haematodus) etwa trägt einen tiefblauen Kopf, eine orangerote Brust und ein grünes Rückengefieder – eine Farbverteilung, die ihm seinen deutschen Namen eingebracht hat. Andere Arten wie der Schwarzlori (Chalcopsitta atra) sind hingegen nahezu einfarbig dunkel gefärbt.

Anatomisch zeichnen sich Loris durch einen relativ schlanken Körperbau und einen eher kurzen, stark gerundeten Schnabel aus. Die Füße sind kräftige Kletterfüße mit der für Papageien typischen Zygodaktylie – zwei Zehen zeigen nach vorne, zwei nach hinten. Das auffälligste morphologische Merkmal ist die sogenannte Pinselzunge: Die Zungenspitze trägt feine, papillenartige Fortsätze, die sich beim Fressen aufrichten und wie ein kleiner Pinsel funktionieren. Diese Struktur ist eine evolutionäre Anpassung an die nektarbasierte Ernährung und unterscheidet Loris deutlich von den meisten anderen Papageiengruppen.

Innerhalb der Unterfamilie wird zwischen den größeren Loris und den kleineren Lorikets (auch Zierloris) unterschieden. Die Grenze ist taxonomisch nicht immer scharf, dient aber als grobe Orientierung bei der Einteilung der rund 60 bekannten Arten.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Loris erstreckt sich über den australasiatischen Raum. Schwerpunkte liegen in Neuguinea und den umliegenden Inselgruppen, auf den Molukken, den Kleinen Sundainseln, den Philippinen sowie in Australien. Einzelne Arten besiedeln auch entlegenere Inseln Polynesiens.

Loris bewohnen vorwiegend tropische und subtropische Regenwälder, kommen aber auch in Mangroven, Savannengehölzen, Bergwäldern bis etwa 2.500 Meter Höhe und Küstenvegetation vor. Ihr Habitat ist eng an das Vorhandensein blühender Bäume und Sträucher gebunden. Einige Arten, darunter der Allfarblori, haben sich an menschliche Siedlungsräume angepasst und besuchen regelmäßig Gärten, Parks und Obstplantagen. In Australien zählen Regenbogenloris in manchen Städten zu den häufigsten Vogelarten im urbanen Raum.

Ernährung

Loris sind in erster Linie Nektarivoren. Ihre Hauptnahrung besteht aus Nektar und Pollen blühender Bäume – besonders beliebt sind Eukalyptus-, Banksia- und Korallenbaum-Blüten. Mithilfe der Pinselzunge nehmen sie den Nektar aus den Blütenkelchen auf, wobei sie gleichzeitig als effiziente Bestäuber fungieren. Diese ökologische Rolle macht Loris zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Biotops.

Ergänzend fressen Loris weiche Früchte, Beeren, Samen und gelegentlich Insekten sowie deren Larven. Der hohe Zuckeranteil in der Nahrung führt zu einem vergleichsweise schnellen Stoffwechsel und zu einem sehr flüssigen Kot – ein Umstand, der bei der Haltung in Menschenobhut berücksichtigt werden muss. Die Verdauung ist auf die rasche Verarbeitung energiereicher, zuckerbasierter Nahrung ausgelegt; der Muskelmagen ist im Vergleich zu körnerfressenden Papageien weniger stark ausgeprägt.

Verhalten & Lebensweise

Loris sind tagaktive Vögel, die den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche verbringen. Sie leben gesellig und sind häufig in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen anzutreffen, die gemeinsam blühende Bäume aufsuchen. An besonders ergiebigen Nahrungsquellen versammeln sich mitunter mehrere hundert Individuen verschiedener Arten. Abends ziehen sie sich in Gemeinschaftsschlafplätze in Baumkronen zurück.

Das Sozialverhalten ist stark ausgeprägt. Loris kommunizieren mit lauten, schrillen Rufen, die über weite Distanzen hörbar sind. Paare pflegen enge Bindungen und betreiben intensives Kontaktverhalten wie gegenseitige Gefiederpflege. Im Flug sind Loris schnell und wendig; ihr Flugbild wirkt durch die kurzen, raschen Flügelschläge charakteristisch geradlinig.

Territorialverhalten zeigen Loris vor allem in der Nähe von Nistplätzen. Während der Brutzeit verteidigen Paare die unmittelbare Umgebung ihrer Höhle gegen Artgenossen und andere Höhlenbrüter. Außerhalb der Brutzeit dominiert das gesellige Schwarmverhalten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Loris sind Höhlenbrüter und nutzen natürliche Baumhöhlen als Nistplatz. Das Weibchen legt in der Regel zwei weiße, rundliche Eier, die es über einen Zeitraum von 23 bis 27 Tagen bebrütet. Während der Brutzeit versorgt das Männchen die Partnerin mit Nahrung. Die Küken schlüpfen nackt und blind; sie werden von beiden Elternteilen mit vorverdautem Nektarbrei gefüttert.

Die Nestlingszeit beträgt je nach Art sechs bis zehn Wochen. Nach dem Ausfliegen bleiben die Jungvögel noch einige Wochen bei den Eltern, bevor sie selbständig werden. Die Geschlechtsreife tritt mit ein bis zwei