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Loris

L

Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Loriinae (Unterfamilie) bzw. Loriidae (teilweise als eigene Familie geführt)
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Unterfamilie: Loriinae
  • Anzahl der Arten: ca. 55 Arten in rund 12 Gattungen
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Mangroven, Küstengebiete und Gebirgsregionen Australasiens
  • Größe: 13–32 cm je nach Art
  • Gewicht: 15–280 g
  • Lebenserwartung: 15–30 Jahre, in Gefangenschaft teilweise über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Loris gehören zu den farbenprächtigsten Vertretern der Ordnung Psittaciformes. Ihr Gefieder zeigt in der Regel leuchtende Rot-, Grün-, Blau- und Gelbtöne, die je nach Art und Gattung in unterschiedlichen Kombinationen auftreten. Der Allfarblori (Trichoglossus haematodus) etwa trägt ein blauviolettes Kopfgefieder, eine orangerote Brust und grüne Flügeldecken. Kleinere Vertreter wie die Zierlori-Arten der Gattung Charmosyna wirken dagegen schlanker und zeigen oft vorherrschend rotes oder grünes Gefieder mit feinen gelben Streifen.

Anatomisch unterscheiden sich Loris von anderen Papageien vor allem durch ihre spezialisierte Zunge. An deren Spitze befinden sich pinselartige Papillen, die aus feinen, keratinisierten Fasern bestehen. Diese sogenannte Pinselzunge ist eine Anpassung an die nektarbasierte Ernährung und ermöglicht es den Vögeln, Blütennektar und Pollen effizient aufzunehmen. Der Schnabel ist im Vergleich zu körnerfressenden Papageien schmaler und weniger kräftig, an der Spitze aber scharf genug, um Fruchtfleisch zu zerteilen.

Im Sprachgebrauch wird zwischen Loris und Lorikets unterschieden: Als Loris bezeichnet man die kurzschwänzigen Arten (z. B. Gattungen Lorius, Eos), während die langschwänzigen Vertreter wie Trichoglossus als Lorikets oder Keilschwanzloris gelten. Taxonomisch bilden beide Gruppen gemeinsam die Unterfamilie Loriinae.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Loris erstreckt sich über den australasiatischen Raum – von Sulawesi und den Philippinen über Neuguinea und den Bismarck-Archipel bis nach Australien, Polynesien und Mikronesien. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt auf Neuguinea und den umliegenden Inselgruppen, wo zahlreiche endemische Arten vorkommen.

Als Habitat nutzen Loris vorwiegend tropische Tieflandregenwälder, Bergwälder bis in Höhen von etwa 2.500 Metern, Küstenwälder und Mangrovenzonen. Einige Arten wie der Moschuslorikeet (Glossopsitta concinna) besiedeln auch Eukalyptuswälder und offenes Buschland im Süden Australiens. In städtischen Gebieten Australiens – etwa in Sydney und Brisbane – haben sich Allfarb- und Moschusloris an die Anwesenheit des Menschen angepasst und besuchen regelmäßig Gärten und Parks, in denen blühende Bäume stehen.

Ernährung

Loris sind auf Nektar und Pollen als Hauptnahrungsquelle spezialisiert – eine unter Papageien seltene ökologische Nische. Mit ihrer Pinselzunge lecken sie den Nektar aus Blüten von Eukalyptus-, Banksia-, Korallenbaum- und Kokospalmarten. Pollen, der dabei am Gefieder und an der Zunge haften bleibt, wird im Verdauungstrakt verarbeitet und liefert essenzielles Eiweiß.

Ergänzend fressen Loris weiche Früchte, Beeren, Samen und gelegentlich Insekten sowie deren Larven. In der Haltung müssen spezielle Nektarersatzpräparate und frisches Obst gereicht werden, da eine reine Körnerfütterung zu schweren Mangelerscheinungen führt. Die flüssige Nahrung bedingt einen vergleichsweise kurzen und wenig muskulösen Drüsenmagen, was die Verdauungszeit verkürzt – der Kot ist entsprechend dünnflüssig, was bei der Käfig- und Volierenhaltung eine besondere Herausforderung darstellt.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Lori-Arten sind tagaktiv und äußerst gesellig. Sie leben in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen von bis zu mehreren Hundert Individuen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. An ergiebigen Blütenbäumen kommt es zu gemischten Ansammlungen verschiedener Arten. Das Sozialverhalten ist durch laute, schrille Rufe geprägt, die der Schwarmkommunikation dienen und über große Distanzen hörbar sind.

Loris zeigen ein ausgeprägtes Flugvermögen. Sie bewegen sich schnell und geradlinig zwischen Nahrungsbäumen, wobei sie teils beachtliche Tagesstrecken zurücklegen. Einige australische Arten wie der Regenbogenlori (Trichoglossus moluccanus) gelten als teilnomadisch: Sie folgen saisonalen Blühzyklen und wechseln ihr Aufenthaltsgebiet entsprechend dem Nahrungsangebot.

In Ruhephasen suchen Loris Baumhöhlen oder dichte Belaubung auf. Gegenseitige Gefiederpflege (Allopreening) stärkt die Paarbindung und den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

Fortpflanzung & Aufzucht

Loris leben in der Regel monogam. Die Balz umfasst gegenseitiges Füttern, Kopfnicken und synchrones Sitzen auf einem Ast. Die Brut findet in Baumhöhlen statt, die nur geringfügig mit Holzspänen oder Rinde ausgepolstert werden. Je nach Art legt das Weibchen ein bis drei weiße Eier, die es über einen Zeitraum von 22 bis 27 Tagen bebrü