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Luzerne

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Luzerne (Medicago sativa), auch als Alfalfa bekannt, ist eine mehrjährige Leguminose aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird seit über 2.000 Jahren als Futterpflanze angebaut. In der Tierernährung nimmt Luzerne eine herausragende Stellung ein, da sie ein außergewöhnlich nährstoffreiches pflanzliches Futtermittel darstellt, das sowohl frisch, getrocknet als auch pelletiert verfüttert werden kann.

Luzerne wird als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt und eignet sich für eine Vielzahl von Tierarten. Ihre tiefreichenden Pfahlwurzeln erschließen Nährstoffe aus Bodenschichten, die für andere Pflanzen unerreichbar sind. Dadurch konzentriert die Pflanze ein breites Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in ihren Blättern und Stängeln. Im Handel ist Luzerne als Luzerneheu, Luzernecobs, Luzernepellets, Luzernestroh und gehäckselte Luzerne erhältlich.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Luzerne zeichnet sich durch einen bemerkenswert hohen Proteingehalt aus, der je nach Erntezeitpunkt und Verarbeitungsform zwischen 14 und 22 % Rohprotein in der Trockenmasse liegt. Blattreiches Luzerneheu erreicht dabei die höchsten Werte. Die Aminosäurezusammensetzung ist für ein pflanzliches Futtermittel ausgesprochen günstig, mit nennenswerten Gehalten an Lysin und Methionin.

Die weiteren Nährstoffe im Überblick (bezogen auf Trockenmasse, Richtwerte):

  • Rohfaser: 25–35 % – fördert die Verdauung und sorgt für eine gesunde Darmtätigkeit
  • Rohfett: 2–3 % – vergleichsweise gering, typisch für Raufutter
  • Rohasche: 8–12 % – Hinweis auf den hohen Mineralstoffgehalt
  • Calcium: 1,2–1,8 % – deutlich höher als bei den meisten Gräsern
  • Phosphor: 0,2–0,3 % – das Calcium-Phosphor-Verhältnis liegt bei etwa 5:1 bis 6:1
  • Kalium: 2,0–3,0 %
  • Magnesium: 0,3–0,4 %

Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Beta-Carotin (Provitamin A), Vitamin E, Vitamin K und verschiedenen B-Vitaminen. Luzerne enthält zudem bioaktive Pflanzenstoffe wie Saponine und Phytoöstrogene, deren Bedeutung bei der Fütterung berücksichtigt werden muss.

Für welche Tiere geeignet?

Luzerne ist ein vielseitiges Futtermittel, das in der Ernährung zahlreicher Tierarten eine wichtige Rolle spielt:

  • Pferde: Luzerneheu und Luzernecobs sind als Raufutterergänzung weit verbreitet. Besonders proteinbedürftige Pferde – Zuchtstuten, Jungpferde, Sportpferde – profitieren von der hohen Nährstoffdichte.
  • Kaninchen: Getrocknete Luzerne und Luzernepellets sind beliebte Bestandteile der Futterration. Der hohe Rohfasergehalt unterstützt die empfindliche Verdauung. Wegen des hohen Calciumgehalts sollte Luzerne jedoch nur anteilig gefüttert werden.
  • Meerschweinchen: Ähnlich wie bei Kaninchen eignet sich Luzerne als Ergänzung zum Grundfutter aus Heu, jedoch in begrenzter Menge.
  • Rinder und Milchkühe: Luzerne ist ein klassisches Grundfuttermittel in der Rinderhaltung. Der hohe Proteingehalt unterstützt die Milchleistung und reduziert den Bedarf an Kraftfutter.
  • Geflügel: Luzernemehl wird als natürliche Pigmentquelle (Beta-Carotin, Xanthophylle) und Proteinlieferant im Geflügelfutter eingesetzt.
  • Schildkröten: Getrocknete Luzerne wird von vielen Haltern als Bestandteil der Fütterung europäischer Landschildkröten verwendet.

Nicht geeignet ist Luzerne als alleiniges Futtermittel. Sie ersetzt weder Heu bei Pferden und Kleintieren noch eine ausgewogene Gesamtration bei Wiederkäuern. Es handelt sich ausdrücklich um ein Ergänzungsfuttermittel, nicht um ein Alleinfuttermittel.

Fütterungsempfehlung

Die Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht, Leistungsstadium und der übrigen Futterration. Folgende Orientierungswerte haben sich in der Praxis bewährt:

  • Pferde (500–600 kg): 0,5–1,5 kg Luzernecobs oder -heu pro Tag als Ergänzung zur Heuration. Bei leichtfuttrigen Pferden oder Tieren mit Stoffwechselproblemen die Menge reduzieren.
  • Kaninchen (2–4 kg): Eine kleine Handvoll getrocknete Luzerne (ca. 10–15 % der Gesamtration) mehrmals pro Woche. Täglich als Hauptfutter ist wegen des Calciumgehalts nicht ratsam.
  • Meerschweinchen: Noch zurückhaltender dosieren als bei Kaninchen – kleine Mengen ein- bis zweimal pro Woche als Ergänzung.
  • Rinder: Bis zu 30–50 % der Grundfutterration können aus Luzerne bestehen, abhängig von der Gesamteiweißversorgung.

Beim Fütterungsintervall gilt: Luzerne sollte über den Tag verteilt oder zu festen Fütterungszeiten angeboten werden. Eine plötzliche Umstellung auf große Luzernemengen ist zu vermeiden – die Gewöhnung sollte über mindestens sieben bis zehn Tage schrittweise erfolgen, um Verd