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Mais

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Mais (Zea mays) zählt zu den weltweit bedeutendsten Getreidearten und spielt in der Tierernährung eine herausragende Rolle. Als energiereiches Futtermittel pflanzlichen Ursprungs bildet er in vielen Ländern die Grundlage der Futterration für Nutztiere, wird aber auch in der Fütterung von Heimtieren und Ziervögeln eingesetzt. In der Tierfütterung kommen verschiedene Verarbeitungsformen zum Einsatz: ganzes Korn, geschroteter Mais, Maisflocken, Maissilage, Corn-Cob-Mix (CCM) sowie Maiskleber und Maiskeimschrot als Nebenprodukte der Stärkegewinnung.

Mais wird primär als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt, da er zwar einen hohen Energiegehalt aufweist, aber kein ausgewogenes Nährstoffprofil für die alleinige Versorgung eines Tieres liefert. Er ist kein Alleinfuttermittel und muss stets durch protein-, mineralstoff- und vitaminreiche Komponenten ergänzt werden.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Maiskörner zeichnen sich durch einen hohen Stärkegehalt und einen vergleichsweise niedrigen Proteinanteil aus. Die typische Zusammensetzung von Körnermais auf Basis der Trockensubstanz (88 %) sieht folgendermaßen aus:

  • Stärke: ca. 62–70 % – Mais ist damit einer der stärkereichsten Futtermittel überhaupt und liefert schnell verfügbare Energie.
  • Rohprotein: ca. 8–10 % – Der Proteingehalt liegt deutlich unter dem von Weizen oder Soja. Zudem ist das Aminosäureprofil ungünstig: Mais ist arm an den essenziellen Aminosäuren Lysin und Tryptophan.
  • Rohfett: ca. 3,5–4,5 % – Der Fettgehalt ist höher als bei anderen Getreidearten. Das Fett befindet sich vorwiegend im Keimling und ist reich an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Linolsäure.
  • Rohfaser: ca. 2–3 % – Der geringe Rohfasergehalt macht Mais leicht verdaulich, bedeutet aber auch, dass er kaum zur Strukturversorgung bei Wiederkäuern beiträgt.
  • Mineralstoffe: Mais enthält mäßige Mengen an Phosphor (ca. 0,28 %), jedoch wenig Calcium (ca. 0,03 %). Dieses ausgeprägte Calcium-Phosphor-Ungleichgewicht muss bei der Rationsgestaltung zwingend berücksichtigt werden.
  • Vitamine: Gelber Mais liefert nennenswerte Mengen an Beta-Carotin (Provitamin A) sowie Vitamin E. Vitamine des B-Komplexes sind in geringen Konzentrationen vorhanden. Vitamin D fehlt nahezu vollständig.
  • Energiegehalt: ca. 13,5–14 MJ ME/kg (Schwein) bzw. ca. 8,0 MJ NEL/kg (Wiederkäuer) – damit gehört Mais zu den energiedichtesten Getreidearten.

Für welche Tiere geeignet?

Mais findet in der Fütterung zahlreicher Tierarten Verwendung, wobei Anteil und Form je nach Spezies variieren:

  • Geflügel (Hühner, Enten, Gänse, Puten): Mais ist das klassische Geflügelfutter. Hühner und Mastgeflügel verwerten die Stärke hervorragend. Gelber Mais sorgt zudem für eine intensivere Dotterfarbe bei Eiern. Anteil in der Futterration: bis zu 50–60 %.
  • Schweine: Mais ist ein Standardkomponente in der Schweinemast. Er liefert günstige Energie, muss aber mit proteinreichen Futtermitteln wie Sojaextraktionsschrot kombiniert werden. Anteil: bis zu 50–70 % der Ration.
  • Rinder: In Form von Maissilage, CCM oder geschrotetem Körnermais ist Mais ein fester Bestandteil der Rinderfütterung. Bei Milchkühen dient Maissilage als wichtige Energiequelle in der Grundfutterration. Hochleistungskühe erhalten zusätzlich Körnermais im Kraftfutter.
  • Pferde: Mais kann in begrenzten Mengen verfüttert werden, sollte aber immer gequetscht oder geflockt angeboten werden, da unzerkleinerte Körner den Dünndarm teils unverdaut passieren. Die Futtermenge sollte 0,5–1 kg pro Mahlzeit nicht überschreiten, um Fehlgärungen im Dickdarm zu vermeiden.
  • Ziervögel und Papageien: Frischer Kolbenmais und getrocknete Maiskörner sind beliebte Futterkomponenten, besonders für größere Papageienarten.
  • Kaninchen und Nager: Mais sollte hier nur sehr sparsam eingesetzt werden, da der hohe Stärkegehalt schnell zu Verdauungsproblemen und Übergewicht führen kann.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Futtermenge und das Fütterungsintervall hängen von Tierart, Leistungsniveau und der Gesamtration ab. Grundsätzlich gilt:

  • Mais nie als alleiniges Futtermittel einsetzen – immer in eine ausgewogene Futterration einbetten.
  • Den Proteinmangel durch Kombination mit lysinreichen Komponenten wie Sojaextraktionsschrot, Erbsen oder tierischen Eiweißträgern ausgleichen.
  • Die Calciumversorgung durch Mineralfutter, Kalkstein oder Muschelkalk sicherstellen.
  • Bei monogastrischen Tieren (Schwein, Geflügel, Pferd) Mais immer zerkleinert oder thermisch aufgeschlossen anbieten, um die Stärkeverdaulichkeit zu maximieren.
  • Mais schrittweise in die Ration einführen und Veränderungen der Futterration über 7–14 Tage langsam steigern, um Verdauungsstörungen vorzubeugen.
  • Bei Wiederkäuern den Stärkeanteil in der Gesamtration überwachen: Zu hohe Stärkegaben können zu Pansenazidose führ