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Maissilage

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Maissilage ist ein durch Milchsäuregärung konserviertes Grundfuttermittel, das aus der gesamten Maispflanze – einschließlich Stängel, Blätter und Kolben – gewonnen wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im Stadium der Teigreife, wenn der Trockenmassegehalt der Gesamtpflanze zwischen 30 und 35 Prozent liegt. Der gehäckselte Mais wird in Fahrsilos, Schlauchsilos oder Folienballen luftdicht verdichtet, wodurch anaerobe Milchsäurebakterien die enthaltenen Zucker zu Milchsäure vergären. Dieser Prozess senkt den pH-Wert auf etwa 3,7 bis 4,2 und macht das Futter über Monate hinweg haltbar.

In der mitteleuropäischen Landwirtschaft zählt Maissilage zu den bedeutendsten Grundfuttermitteln überhaupt. Ihre hohe Energiedichte, die vergleichsweise unkomplizierte Herstellung und die gute Akzeptanz bei vielen Tierarten machen sie zu einem festen Bestandteil moderner Futterrationen. Maissilage gilt als Einzelfuttermittel und wird in der Praxis nie als Alleinfuttermittel eingesetzt, sondern stets mit proteinreichen Komponenten, Mineralstoffen und Vitaminen ergänzt.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Maissilage variiert je nach Sorte, Standort, Erntezeitpunkt und Siliererfolg. Typische Richtwerte bezogen auf die Trockenmasse (TM) lauten:

  • Trockenmasse: 300–350 g/kg Frischmasse
  • Energiegehalt: 6,4–7,0 MJ NEL/kg TM (Milchvieh) bzw. 10,8–11,8 MJ ME/kg TM (Schwein)
  • Rohprotein: 70–90 g/kg TM – damit ist der Proteingehalt im Vergleich zu Grassilage oder Luzerneheu deutlich niedriger
  • Rohfaser: 170–220 g/kg TM
  • Rohfett: 28–35 g/kg TM
  • Stärke: 250–350 g/kg TM – die Stärke aus dem Maiskorn ist der zentrale Energielieferant
  • Zucker: 5–15 g/kg TM (Großteil wird bei der Gärung verbraucht)
  • Mineralstoffe: Calcium ca. 2–3 g, Phosphor ca. 2–2,5 g, Kalium ca. 10–13 g je kg TM
  • Vitamine: Beta-Carotin und Vitamin E sind in frischer Maissilage enthalten, bauen sich aber während der Lagerung teilweise ab

Auffällig ist das weite Energie-Protein-Verhältnis: Maissilage liefert viel Energie aus Stärke, aber vergleichsweise wenig nutzbares Rohprotein. Dieser Umstand macht eine gezielte Eiweißergänzung in der Futterration zwingend erforderlich.

Für welche Tiere geeignet?

Maissilage wird vorrangig in der Rinderfütterung eingesetzt – sowohl bei Milchkühen als auch in der Rindermast. In Hochleistungsrationen für Milchvieh kann der Maissilageanteil 40 bis 60 Prozent der Grundfutter-Trockenmasse ausmachen. Mastrinder erhalten häufig sogar höhere Anteile, da die Energiekonzentration die Tageszunahmen positiv beeinflusst.

In der Schaf- und Ziegenhaltung ist Maissilage ebenfalls einsetzbar, allerdings in begrenzterem Umfang. Kleine Wiederkäuer reagieren empfindlicher auf hohe Stärkemengen, weshalb der Anteil in der Ration sorgfältig kalkuliert werden muss.

Pferde sollten keine Maissilage erhalten. Der hohe Stärkegehalt, die Gärsäuren und die Gefahr von Nacherwärmung und Schimmelbildung machen dieses Futtermittel für Equiden ungeeignet. Auch für Geflügel und Kaninchen ist Maissilage in der Praxis nicht relevant.

In der Schweinemast kann Maissilage in speziellen Flüssigfütterungssystemen eingesetzt werden, spielt dort aber eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu Getreidemischungen und Sojaschrot.

Fütterungsempfehlung

Die tägliche Futtermenge richtet sich nach Tierart, Leistungsniveau und Gesamtration. Orientierungswerte für Rinder:

  • Milchkühe (650 kg, 30 kg Milch/Tag): 20–25 kg Frischmasse Maissilage pro Tag, ergänzt durch Grassilage, Eiweißkonzentrat und Mineralfutter
  • Mastrinder (400–600 kg): 15–22 kg Frischmasse, kombiniert mit Proteinträgern wie Rapsschrot oder Sojaschrot
  • Schafe und Ziegen: maximal 1–2 kg Frischmasse pro Tier und Tag, stets zusammen mit strukturreichem Heu oder Grassilage

Das Fütterungsintervall orientiert sich an der betrieblichen Praxis. In der Regel wird Maissilage einmal täglich als Teil einer Totalmischration (TMR) vorgelegt oder zweimal täglich separat angeboten. Entscheidend ist, dass der Vorschub im Silo – also die tägliche Entnahmetiefe – mindestens 1,5 bis 2,5 Meter pro Woche beträgt, um Nacherwärmung zu verhindern.

Da Maissilage kein Alleinfuttermittel ist, muss jede Ration als Ergänzungsfuttermittel durch Eiweißträger (Raps-, Sojaextraktionsschrot), Mineralstoffe (Calcium, Natrium, Spurenelemente) und Vitamine (A, D, E) komplettiert werden. Eine professionelle Rationsberechnung ist unerlässlich.

Vorteile & Nachteile

Vorteile: