T Tierlexikon.net
← Lexikon

Makak

M

Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Macaca (Gattung mit ca. 23 Arten)
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
  • Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
  • Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Gebirgsregionen, Mangroven, urbane Gebiete in Asien und Nordafrika
  • Größe: 40–70 cm Kopf-Rumpf-Länge (artabhängig)
  • Gewicht: 3–18 kg (artabhängig)
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Makaken sind mittelgroße, stämmig gebaute Altweltaffen mit kräftigen Gliedmaßen und einem robusten Rumpf. Das Fell variiert je nach Art erheblich: Es reicht von olivbraun und grau beim Javaneraffen (Macaca fascicularis) über rotbraun beim Rhesusaffen (Macaca mulatta) bis hin zu fast schwarz beim Schopfmakak (Macaca nigra). Einige Arten, etwa der Japanmakak (Macaca fuscata), besitzen ein dichtes, langhaariges Fell als Anpassung an kalte Lebensräume.

Charakteristisch für alle Makaken sind die namensgebenden Backentaschen, in denen sie Nahrung vorübergehend speichern können. Das Gesicht ist häufig unbehaart und kann artspezifisch gefärbt sein – von rosa über grau bis dunkelbraun. Die Schnauze ist mäßig lang und deutlich ausgeprägt. Die Schwanzlänge unterscheidet sich stark zwischen den Arten: Der Berberaffe (Macaca sylvanus) besitzt nur einen kurzen Stummelschwanz, während der Javaneraffe einen langen, fast körperlangen Schwanz trägt. Männchen sind bei den meisten Arten deutlich größer und schwerer als Weibchen, ein ausgeprägter Sexualdimorphismus ist die Regel.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Makaken ist unter den nicht-menschlichen Primaten eines der größten. Es erstreckt sich von Nordafrika – wo der Berberaffe als einziger freilebender Primat Europas auch auf Gibraltar vorkommt – über den gesamten süd- und südostasiatischen Raum bis nach Japan und Indonesien. Der Rhesusaffe bewohnt weite Teile des indischen Subkontinents und Südchinas, während der Japanmakak die nördlichste Verbreitung aller nicht-menschlichen Primaten erreicht.

Die Habitatvielfalt der Gattung ist beträchtlich. Makaken besiedeln tropische Regenwälder, Mangrovenwälder, Monsunwälder, felsige Gebirgsregionen bis über 4.000 Meter Höhe sowie Kulturlandschaften und Siedlungsgebiete. Einige Arten, insbesondere der Javaneraffe und der Rhesusaffe, zeigen eine hohe Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Biotope und leben als Kulturfolger in Tempelanlagen, Städten und landwirtschaftlichen Gebieten.

Ernährung

Makaken sind Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Früchte, Samen, Blätter, Blüten und Wurzeln. Ergänzt wird der pflanzliche Anteil durch Insekten, Spinnen, kleine Wirbeltiere, Vogeleier und Krebstiere. Küstenbewohnende Populationen des Javaneraffen fressen regelmäßig Muscheln und Krabben, weshalb diese Art auch als Krabbenesser-Makak bezeichnet wird.

Die Backentaschen spielen bei der Nahrungsaufnahme eine wichtige Rolle: Makaken stopfen Futter in die dehnbaren Wangentaschen, um es an einem sicheren Ort in Ruhe zu kauen. Dieses Verhalten reduziert den Konkurrenzdruck innerhalb der Gruppe, da Tiere niedrigeren Ranges Nahrung schnell sichern und sich zum Fressen zurückziehen können.

Verhalten & Lebensweise

Makaken sind tagaktive, gesellige Primaten, die in Gruppen von 10 bis über 100 Individuen leben. Diese Verbände werden als multi-male/multi-female-Gruppen bezeichnet, da sie aus mehreren erwachsenen Männchen und Weibchen samt deren Nachwuchs bestehen. Innerhalb der Gruppen herrscht eine strenge Rangordnung, die bei Weibchen matrilinear – also über die mütterliche Linie – vererbt wird. Der Rang eines Weibchens wird von dessen Mutter bestimmt, und Töchter stehen in der Hierarchie direkt unter ihrer Mutter.

Männchen verlassen mit Erreichen der Geschlechtsreife ihre Geburtsgruppe und wandern in benachbarte Gruppen ab. Dieser Mechanismus verringert Inzucht. Die Kommunikation erfolgt über ein differenziertes System aus Mimik, Gestik, Körperhaltungen und Lautäußerungen. Soziale Fellpflege (Grooming) dient nicht nur der Hygiene, sondern vor allem der Festigung sozialer Bindungen und der Bestätigung von Rangverhältnissen.

Einige Populationen zeigen kulturelle Traditionen, die über Generationen weitergegeben werden. Bekannt sind die Japanmakaken von Koshima, die in den 1950er-Jahren begannen, Süßkartoffeln im Meerwasser zu waschen – ein Verhalten, das sich innerhalb der Gruppe ausbreitete und bis heute praktiziert wird. Ebenso baden Japanmakaken in heißen Quellen, um sich in kalten Wintern zu wärmen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist bei den meisten Makakenarten nicht streng saisonal, obwohl in gemäßigten Breiten – etwa beim Japanmakak – eine Häufung der Paarungen im Herbst zu beobachten ist. Weibchen zeigen ihre Paarungsbereitschaft durch Anschwellung und Rötung der Anogenitalregion an. Die Tragzeit beträgt je nach Art 150 bis 180 Tage. In der Regel wird ein einzelnes Jungtier geboren; Zwillingsgeburten sind selten.

Das Neugeborene klammert sich an den Bauch der Mutter und wird