Milchschlange
MTierart – Reptilien > Schlangen – Nattern
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lampropeltis triangulum
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Nattern (Colubridae)
- Gattung: Königsnattern (Lampropeltis)
- Lebensraum: Wälder, Grasland, Felshänge, landwirtschaftliche Flächen – von Südkanada bis Nordwestsüdamerika
- Größe: 50–150 cm, je nach Unterart
- Gewicht: 100–750 g
- Lebenserwartung: 12–20 Jahre (in Gefangenschaft bis 22 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Die Milchschlange gehört zu den farbenprächtigsten Nattern Nordamerikas. Ihr Körper ist schlank und zylindrisch mit glatten, glänzenden Schuppen, die dem Gattungsnamen Lampropeltis (griechisch: „glänzender Schild") zugrunde liegen. Die Grundfärbung variiert stark zwischen den zahlreichen Unterarten, doch das typische Muster besteht aus abwechselnden Ringen oder Sattelflecken in Rot, Schwarz und Weiß bzw. Gelb. Diese Dreifarbigkeit erinnert auf den ersten Blick an die hochgiftige Korallenotter (Micrurus fulvius), mit der die Milchschlange in Teilen ihres Verbreitungsgebietes sympatrisch vorkommt.
Die Unterscheidung zur Korallenotter gelingt über die Reihenfolge der Farbbänder: Bei der Milchschlange grenzen die roten Ringe an schwarze, während bei der Korallenotter rote und gelbe Ringe direkt aneinanderstoßen. Im englischsprachigen Raum hat sich dazu die Merkregel „Red touches black, friend of Jack" eingebürgert. Der Kopf ist nur wenig vom Hals abgesetzt, die Pupillen sind rund – beides Merkmale ungiftiger Nattern. Die Bauchseite zeigt ein unregelmäßiges Schachbrettmuster aus weißen und schwarzen Feldern.
Je nach Unterart und Herkunftsregion unterscheidet sich die Färbung erheblich. Populationen aus dem Nordosten der USA weisen eher bräunlich-rote Sattelflecken auf grauem Grund auf, während die tropischen Unterarten aus Mittelamerika leuchtend rote, schwarze und weiße Ringe tragen, die den gesamten Körper umschließen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Milchschlange erstreckt sich über einen enormen geografischen Raum: von den südlichen Provinzen Kanadas über die gesamten östlichen und zentralen USA bis nach Mittelamerika und ins nordwestliche Südamerika (Ecuador, Venezuela). Damit besiedelt sie eines der größten Areale aller Schlangenarten der Neuen Welt.
Innerhalb dieses Gebietes bewohnt die Milchschlange sehr unterschiedliche Habitate. Sie kommt in Laub- und Mischwäldern, an felsigen Berghängen, in Prärien, auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und sogar in Siedlungsnähe vor. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist das Vorhandensein von Versteckmöglichkeiten – flache Steine, morsches Holz, Baumstümpfe oder Scheunen und Ställe. Gerade die Nähe zu landwirtschaftlichen Gebäuden, in denen Mäuse reichlich Nahrung finden, brachte der Art ihren deutschen Namen ein: Landwirte fanden die Schlange häufig in Kuhställen und glaubten, sie sauge den Kühen die Milch ab – eine Legende, die biologisch selbstverständlich unhaltbar ist.
In höheren Lagen und nördlichen Regionen zieht sich die Milchschlange während der kalten Monate in Frostschutzverstecke zurück. Dort überwintert sie nicht selten gemeinsam mit anderen Schlangenarten in sogenannten Hibernacula – unterirdischen Höhlen oder tiefen Felsspalten.
Ernährung
Die Milchschlange ist eine opportunistische Jägerin, die ein breites Beutespektrum nutzt. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse, Wühlmäuse und Spitzmäuse, aber auch Eidechsen, Skinke, Frösche, Vogeleier und Jungvögel. Eine Besonderheit der Gattung Lampropeltis ist die ausgeprägte Ophiophagie: Milchschlangen fressen regelmäßig andere Schlangen, darunter auch Giftschlangen wie Kupferköpfe (Agkistrodon contortrix). Gegenüber deren Gift besitzen sie eine gewisse Immunität.
Die Beute wird durch Umschlingen und Konstriktion getötet. Die Milchschlange ist dabei keine Würgeschlange im eigentlichen Sinne, aber sie nutzt ihre Körperschlingen, um den Brustkorb der Beute so zu komprimieren, dass der Blutkreislauf zum Erliegen kommt. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen.
Verhalten & Lebensweise
Milchschlangen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, in Holzstapeln oder unter der Rinde umgestürzter Bäume. In kühlen Nächten und im Frühjahr sonnen sie sich gelegentlich auch tagsüber auf exponierten Flächen, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen.
Die Art lebt einzelgängerisch. Ein festes Revier im engeren Sinne wird nicht verteidigt, doch Individuen zeigen eine gewisse Ortstreue. Bei Bedrohung reagiert die Milchschlange mit Vibrieren der Schwanzspitze, was in trockenem Laub ein rasselndes Geräusch erzeugt und Fressfeinde an eine Klapperschlange denken lassen kann. Zusätzlich kann sie aus ihren Kloakaldrüsen ein übelriechendes Sekret absondern. Beißversuche gegenüber Menschen kommen vor, sind aber harmlos – die Art ist völlig ungiftig.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, kurz nach der Winterruhe. Männchen suchen die Weibchen mithilfe von Pheromonen auf, die diese über Hautdrüsen abgeben. Eine Balz im eigentlichen Sinne findet nicht