Mönchssittich
MTierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Myiopsitta monachus
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
- Gattung: Myiopsitta
- Lebensraum: Offene Landschaften, Savannen, landwirtschaftliche Flächen, zunehmend auch Städte
- Größe: 28–31 cm (Gesamtlänge inkl. Schwanz)
- Gewicht: 90–140 g
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 30 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Mönchssittich ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Papagei mit einem auffallend langen, gestuften Schwanz. Das Gefieder ist überwiegend grasgrün, wobei die Oberseite – Rücken, Flügeldecken und Schwanzoberseite – ein kräftiges Grün zeigt. Namensgebend ist die graue Färbung an Stirn, Wangen, Kehle und Brust, die an die Kapuze einer Mönchskutte erinnert. Die Brustfedern weisen eine feine, wellenartige Bänderung aus Grau und Weiß auf, die dem Vogel ein geschupptes Aussehen verleiht. Der Bauch ist blassgrün bis gelbgrün. Die Schwungfedern tragen blaue Außenfahnen, die im Flug deutlich sichtbar werden.
Der Schnabel ist hornfarben bis orangebraun, kräftig und typisch für Papageien nach unten gebogen. Die Iris ist dunkelbraun, die Füße grau. Zwischen Männchen und Weibchen besteht kein äußerlich erkennbarer Geschlechtsdimorphismus – eine sichere Geschlechtsbestimmung ist nur mittels DNA-Analyse oder endoskopischer Untersuchung möglich. Jungvögel ähneln den adulten Tieren, zeigen jedoch eine leicht grünliche Tönung im Stirnbereich.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Mönchssittichs liegt in Südamerika. Er besiedelt weite Teile Argentiniens, Uruguays, den Süden Brasiliens, Paraguays und Boliviens. Sein bevorzugtes Habitat sind offene und halboffene Landschaften: Trockensavannen, Galeriewälder entlang von Flüssen, Buschland sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dichte, geschlossene Wälder meidet er weitgehend.
Durch den internationalen Vogelhandel und gezielte oder versehentliche Freilassungen hat sich der Mönchssittich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Neozoon in zahlreichen Regionen außerhalb seines natürlichen Areals etabliert. Stabile, sich selbst erhaltende Populationen existieren heute in Spanien (vor allem Barcelona und Madrid), in weiten Teilen der östlichen USA (Florida, New York, Texas, Illinois), in Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Italien und vereinzelt auch in Deutschland. Die Art zeigt eine für Papageien ungewöhnlich hohe Kältetoleranz, was die Besiedlung gemäßigter Klimazonen ermöglicht.
Ernährung
Mönchssittiche sind Pflanzenfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Auf dem Speiseplan stehen Samen von Gräsern und Kräutern, Getreidekörner, Früchte, Beeren, Blüten, Knospen und Blätter. In landwirtschaftlichen Gebieten Südamerikas verursachen sie teilweise erhebliche Ernteschäden an Mais-, Sonnenblumen-, Reis- und Obstplantagen, weshalb sie dort regional als Agrarschädlinge gelten. In städtischen Lebensräumen nutzen sie das Angebot von Parkbäumen, Zierpflanzen und gelegentlich auch Futterstellen. Tierische Nahrung spielt kaum eine Rolle, gelegentlich werden jedoch Insekten und deren Larven aufgenommen.
Verhalten & Lebensweise
Der Mönchssittich ist tagaktiv und ausgesprochen sozial. Er lebt ganzjährig in Gruppen von 10 bis über 100 Individuen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen, gemeinsam ruhen und gemeinsam brüten. Die Schwärme kommunizieren über ein lautes, durchdringendes Rufrepertoire, das in städtischen Gebieten bisweilen als störend empfunden wird.
Innerhalb der Kolonien pflegen die Vögel enge soziale Bindungen. Gegenseitige Gefiederpflege (Allopreening) ist häufig zu beobachten und dient der Festigung sozialer Beziehungen. Mönchssittiche sind standorttreu und verteidigen ihre Nistplätze gegenüber Artgenossen und anderen Vögeln. Der Flug ist schnell und direkt, mit raschen, flachen Flügelschlägen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Eine herausragende Eigenschaft des Mönchssittichs ist sein Nestbauverhalten: Er ist die einzige Papageienart, die eigenständig große Gemeinschaftsnester aus Zweigen errichtet, anstatt in Baumhöhlen zu brüten. Diese Nester können gewaltige Ausmaße annehmen – Gemeinschaftsbauten mit einem Durchmesser von über zwei Metern und einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm sind dokumentiert. Jedes Paar innerhalb der Kolonie unterhält eine eigene Nistkammer mit separatem Eingang, doch die Außenwände werden gemeinsam gebaut und instand gehalten. Die Nester werden bevorzugt in hohen Bäumen, auf Strommasten, Mobilfunktürmen oder anderen erhöhten Strukturen angelegt.
Die Brutzeit variiert je nach Region. In Südamerika fällt sie typischerweise in die Monate Oktober bis Februar. Das Weibchen legt 4 bis 8 weiße Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 24 Tagen bebrütet. Das Männchen versorgt die Partnerin während dieser Phase mit Nahrung. Die Küken schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Nach rund 6 Wochen sind die Jungvögel flügge, bleiben jedoch noch einige Zeit im Familienverband. Die Geschlechtsreife tritt mit etwa einem Jahr ein.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN stuft den Mönchssittich als „Least Concern" (nicht gefährdet