Mohrenkopfpapagei
MTierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Poicephalus senegalus
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
- Gattung: Langflügelpapageien (Poicephalus)
- Lebensraum: Trockene und feuchte Savannen, lichte Waldgebiete Westafrikas
- Größe: 22–25 cm
- Gewicht: 120–170 g
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 40 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Mohrenkopfpapagei ist ein kompakt gebauter, mittelgroßer Papagei mit einem auffälligen Farbkontrast zwischen Kopf und Körper. Das namensgebende Merkmal ist der dunkelgraue bis schwarzbraune Oberkopf, der sich deutlich vom übrigen Gefieder absetzt. Die Kopfplatte reicht von der Stirn über den Scheitel bis in den Nacken und wirkt wie eine dunkle Kappe.
Das Rückengefieder und die Flügeloberseiten sind überwiegend grün gefärbt, wobei der Farbton je nach Unterart und Lichteinfall variiert. Die Brust und der Bauch zeigen eine leuchtend gelbe bis orangefarbene Färbung, die in einer charakteristischen V-Form auf das Brustgefieder übergeht. Dieser farbige Brustlatz ist ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Arten der Gattung Poicephalus. Die Iris ist bei adulten Tieren gelb bis orange, bei Jungtieren dagegen dunkel. Der kräftige, gebogene Schnabel ist dunkelgrau bis schwarz, die Füße graubraun.
Es werden drei Unterarten unterschieden, die sich hauptsächlich in der Bauchfärbung voneinander abgrenzen lassen: Poicephalus senegalus senegalus mit gelber Unterseite, P. s. mesotypus mit orangefarbener Unterseite und P. s. versteri mit rötlich-oranger Bauchpartie. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus besteht nicht – Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden, eine sichere Geschlechtsbestimmung erfordert eine DNA-Analyse oder Endoskopie.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Mohrenkopfpapageis erstreckt sich über weite Teile Westafrikas, von Senegal und Gambia im Westen bis nach Nigeria, Kamerun und den Tschad im Osten. Die Art bewohnt ein breites Spektrum an Habitaten, bevorzugt jedoch offene Savannenlandschaften mit Baumbestand, Galeriewälder entlang von Flussläufen sowie lichte Trockenwälder. Dichte, geschlossene Regenwälder werden in der Regel gemieden.
Die drei Unterarten besetzen weitgehend getrennte Areale innerhalb dieses Verbreitungsgebiets. Die Nominatform P. s. senegalus kommt im westlichen Teil vor, während P. s. versteri die östlicheren Regionen besiedelt. Die Vögel zeigen eine gewisse Anpassungsfähigkeit gegenüber veränderten Landschaften und sind auch in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, Plantagen und am Rand menschlicher Siedlungen anzutreffen – was gelegentlich zu Konflikten mit Landwirten führt, da sie Ernteschäden an Getreide und Früchten verursachen können.
Ernährung
Der Mohrenkopfpapagei ernährt sich vorwiegend pflanzlich. Auf seinem Speiseplan stehen Samen, Nüsse, Früchte, Beeren, Blüten und junge Blattknospen. Besonders Hülsenfrüchte und die Samen verschiedener Akazienarten bilden einen wichtigen Bestandteil der Nahrung. Saisonal können auch Getreidefelder als Nahrungsquelle genutzt werden, was die Art in Teilen ihres Verbreitungsgebiets zu einem landwirtschaftlichen Schädling macht.
Die Vögel fressen sowohl in den Baumkronen als auch am Boden. Die kräftige Schnabelmuskulatur ermöglicht es ihnen, harte Schalen und Samenhülsen aufzuknacken. Zur Nahrungsaufnahme werden die Füße geschickt als Greifwerkzeug eingesetzt – ein typisches Verhalten der Papageienvögel, das bei Poicephalus-Arten gut ausgeprägt ist.
Verhalten & Lebensweise
Mohrenkopfpapageien sind tagaktive Vögel, die meist paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu 20 Individuen auftreten. Größere Schwärme können sich an ergiebigen Nahrungsquellen oder an gemeinsamen Schlafplätzen zusammenfinden. Die Tiere sind standorttreu, unternehmen jedoch saisonale, von der Nahrungsverfügbarkeit abhängige Wanderungen innerhalb ihres Lebensraums.
Die Flugweise ist schnell und geradlinig mit raschen Flügelschlägen. Im Flug geben die Vögel häufig schrille, durchdringende Rufe von sich, die über große Distanzen hörbar sind. Das Lautrepertoire umfasst darüber hinaus verschiedene Pfeif- und Kreischlaute. Im Vergleich zu vielen anderen Papageienarten gilt der Mohrenkopfpapagei als vergleichsweise ruhig.
In der Heimtierhaltung hat sich die Art aufgrund ihres ausgeglichenen Temperaments und ihrer Bindungsfähigkeit etabliert. Sie gehört zu den am häufigsten gehaltenen afrikanischen Papageien in Europa und Nordamerika. Die Sprachbegabung ist vorhanden, bleibt jedoch deutlich hinter der von Graupapageien oder Amazonen zurück.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit variiert je nach geographischer Lage, fällt jedoch in Westafrika überwiegend in die Regenzeit zwischen September und November. Mohrenkopfpapageien sind Höhlenbrüter, die ihre Nester in natürlichen Baumhöhlen anlegen, bevorzugt in Bäumen wie Baobabs oder abgestorbenen Baumstämmen. Die Balz umfasst gegenseitiges Kraulen des Kopfgefieders, Schnabelberührungen und rhythmisches Kopfnicken.
Das Weibchen legt in der Regel zwei bis vier weiße Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 25