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Mopsfledermaus

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Tierart – Säugetiere > Fledertiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Barbastella barbastellus
  • Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
  • Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
  • Gattung: Mopsfledermäuse (Barbastella)
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, strukturreiche Waldgebiete mit hohem Altholzanteil
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 45–58 mm, Flügelspannweite 260–290 mm
  • Gewicht: 6–13 g
  • Lebenserwartung: bis zu 23 Jahre (nachgewiesen durch Beringung)

Aussehen & Merkmale

Die Mopsfledermaus ist eine mittelkleine Fledermausart mit einem unverwechselbaren Gesicht. Ihren deutschen Namen verdankt sie der breiten, kurzen Schnauze, die an einen Mops erinnert. Die Ohren sind breit, relativ kurz und an der Basis auf der Stirn miteinander verwachsen – ein Merkmal, das sie von den meisten anderen europäischen Fledermausarten unterscheidet. Die Ohrdeckel (Tragi) sind dreieckig geformt.

Das Fell ist auf der Oberseite dunkelbraun bis schwärzlich, wobei die Haarspitzen häufig silbrig oder gelblich aufgehellt sind. Dadurch entsteht ein leicht bereifter Eindruck. Die Unterseite ist etwas heller, meist dunkelgrau. Die Flughäute und Ohren sind dunkelbraun bis schwarz. Die Schnauze ist kurz und stumpf, die Nasenlöcher öffnen sich nach oben. Insgesamt wirkt die Mopsfledermaus gedrungen und kompakt.

Junge Tiere sind gleichmäßig dunkel gefärbt, ohne die hellen Haarspitzen der Adulten. Die Zähne folgen der für Glattnasen typischen Zahnformel, sind aber vergleichsweise klein und auf das Zerkauen weicher Insekten spezialisiert.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Mopsfledermaus erstreckt sich über weite Teile Europas, vom Süden Englands und Schwedens bis zum Mittelmeerraum und östlich bis in den Kaukasus. In Mitteleuropa kommt sie zerstreut vor, wobei die Populationsdichte regional stark schwankt. In Deutschland gilt sie als selten und ist vor allem in waldreichen Mittelgebirgslagen nachgewiesen, etwa im Thüringer Wald, in der Sächsischen Schweiz, im Bayerischen Wald und in Teilen Brandenburgs.

Als Habitat bevorzugt Barbastella barbastellus strukturreiche Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an stehendem Totholz und alten Bäumen. Sommertags nutzt sie als Tagesquartier Spaltenquartiere hinter abstehender Baumrinde, in Stammspalten oder hinter Holzverkleidungen an Gebäuden. Dieses Biotop muss ein ausreichendes Angebot an solchen Verstecken aufweisen, denn Mopsfledermäuse wechseln ihre Quartiere sehr häufig – oft alle ein bis drei Tage. Im Winter zieht sie sich in unterirdische Winterquartiere zurück, darunter Höhlen, Stollen, Keller und Bunker. Dort hängt sie frei an Decken oder Wänden und toleriert Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, was sie von vielen anderen Fledermausarten unterscheidet.

Ernährung

Die Mopsfledermaus ernährt sich ausschließlich von Insekten. Ihre Nahrung besteht zu einem überwiegenden Anteil aus Kleinschmetterlingen (Microlepidoptera), deren Falter sie im Flug erbeuten. Untersuchungen des Kots haben gezeigt, dass Nachtfalter, insbesondere Wickler, Zünsler und Eulenfalter, den Großteil der Beute ausmachen. Ergänzend werden kleine Zweiflügler, Köcherfliegen und andere fliegende Insekten gefressen.

Die Echoortungsrufe der Mopsfledermaus liegen im Frequenzbereich von etwa 32–44 kHz. Sie verwendet dabei kurze, steil frequenzmodulierte Rufe mit geringer Intensität – sogenannte „flüsternde" Echoortung. Diese Strategie hat einen entscheidenden Vorteil: Viele Nachtfalterarten besitzen Tympanalorgane, mit denen sie die Ultraschallrufe jagende Fledermäuse wahrnehmen und ihnen ausweichen können. Die leisen Ortungsrufe der Mopsfledermaus unterlaufen diesen Abwehrmechanismus. Die Beute wird erst aus sehr geringer Distanz geortet und dann direkt mit dem Maul oder mithilfe der Flughaut als Kescher gefangen.

Verhalten & Lebensweise

Die Mopsfledermaus ist streng nachtaktiv. Sie verlässt ihr Quartier kurz nach Sonnenuntergang und jagt in geschlossenen Waldbeständen, entlang von Waldrändern, über Lichtungen und an Gewässern. Der Flug ist wendig und relativ langsam, typischerweise in drei bis sechs Metern Höhe innerhalb oder knapp unterhalb des Kronendachs.

Weibchen bilden im Sommer Wochenstubenkolonien, die meist zehn bis zwanzig Tiere umfassen, gelegentlich aber auch bis zu vierzig Individuen. Diese Kolonien befinden sich nahezu ausschließlich hinter abstehender Rinde alter Bäume. Der häufige Quartierwechsel erfordert ein Netzwerk geeigneter Baumquartiere im Umkreis weniger Kilometer. Männchen leben im Sommer überwiegend einzelgängerisch.

Der Winterschlaf beginnt je nach Region im Oktober oder November und dauert bis März oder April. In den Winterquartieren trifft man Mopsfledermäuse meist einzeln oder in Kleingruppen an. Sie bevorzugen kühle, gut belüftete Bereiche nahe der Eingänge, wo die Temperaturen zwischen 0 und 5 °C liegen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den Spätsommer und Herbst. Wie bei vielen Fledermausarten der gemäßigten Breiten speichert das Weibchen die Spermien über den Winter. Die eigentliche Befruchtung erfolgt erst im Frühjahr nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf. Nach einer Tragzeit von etwa sechs bis acht Wochen bringt das Weibchen im Juni oder Juli in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillingsgeburten sind selten.

Die Jungtiere werden nackt