Pastinake
PFutter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich
Definition & Überblick
Die Pastinake (Pastinaca sativa) ist eine Wurzelgemüsepflanze aus der Familie der Doldenblütler. Vor der Verbreitung der Kartoffel im 18. Jahrhundert zählte sie in Mitteleuropa zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. In der Tierernährung gewinnt die Pastinake zunehmend an Bedeutung – sowohl als Bestandteil von Fertigfuttermitteln als auch als frisches Einzelfuttermittel. Sie wird als pflanzliches Ergänzungsfuttermittel eingestuft und liefert eine moderate Energiemenge bei gleichzeitig hohem Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Im Vergleich zur Karotte ist die Pastinake stärkehaltiger und süßer im Geschmack, was sie bei vielen Tierarten zu einem geschätzten Futtermittel macht.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Pastinake zeichnet sich durch ein ausgewogenes Nährstoffprofil aus. Bezogen auf die Frischsubstanz (100 g rohe Pastinake) ergeben sich folgende Richtwerte:
- Wasser: ca. 79–81 g
- Protein (Rohprotein): ca. 1,2–1,5 g
- Fett (Rohfett): ca. 0,3–0,5 g
- Kohlenhydrate: ca. 12–18 g, davon ein erheblicher Anteil Stärke und Saccharose
- Rohfaser: ca. 3,5–4,9 g
- Energie: ca. 55–75 kcal
Hinsichtlich der Vitamine sticht die Pastinake durch nennenswerte Gehalte an Vitamin C (ca. 17–18 mg), Vitamin E, Folsäure und verschiedenen B-Vitaminen (B1, B2, B6) hervor. Bei den Mineralstoffen liefert sie insbesondere Kalium (ca. 375–550 mg), Phosphor, Magnesium und Calcium. Darüber hinaus enthält sie ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe wie Furocumarine, die in geringen Mengen vorkommen und bei normaler Fütterung unbedenklich sind. Der hohe Rohfasergehalt unterstützt die Darmtätigkeit, während der niedrige Fettgehalt die Pastinake zu einem kalorisch moderaten Futtermittel macht.
Für welche Tiere geeignet?
Die Pastinake eignet sich für eine Vielzahl von Heim-, Nutz- und Wildtieren:
- Kaninchen: Die Pastinake ist ein hervorragendes Ergänzungsfuttermittel. Der hohe Rohfasergehalt fördert die Verdauung und den notwendigen Zahnabrieb. Kaninchen nehmen sie in der Regel sehr gern an.
- Meerschweinchen: Aufgrund des Vitamin-C-Gehalts besonders wertvoll, da Meerschweinchen dieses Vitamin nicht selbst synthetisieren können. Die Pastinake ersetzt jedoch kein gezieltes Vitamin-C-Ergänzungsfuttermittel.
- Hamster, Ratten, Mäuse: In kleinen Mengen als Frischfutterkomponente geeignet. Wegen des vergleichsweise hohen Zuckergehalts sollte bei Zwerghamstern Zurückhaltung geboten sein.
- Hunde: Püriert oder gedünstet als Gemüsebestandteil der Futterration einsetzbar. Pastinaken gelten als gut verträglich und hypoallergen, weshalb sie häufig in Ausschlussdiäten Verwendung finden.
- Pferde: Als Leckerli oder Beifutter in kleinen Mengen geeignet. Der süße Geschmack macht sie besonders beliebt.
- Schildkröten und Reptilien: Europäische Landschildkröten dürfen Pastinake gelegentlich erhalten, sie sollte jedoch nicht zum Hauptbestandteil der Futterration werden, da der Stärkegehalt für viele Reptilien zu hoch ist.
- Geflügel (Hühner, Enten): Geraspelt oder gekocht als Ergänzung zum Alleinfuttermittel nutzbar.
Nicht geeignet ist die Pastinake für obligate Karnivoren wie Katzen oder Frettchen, bei denen pflanzliche Futterkomponenten keine relevante ernährungsphysiologische Rolle spielen und die Verdauung belasten können.
Fütterungsempfehlung
Die Pastinake kann roh, gedünstet oder getrocknet verfüttert werden. Für Kaninchen und Meerschweinchen empfiehlt sich eine Futtermenge von etwa 20–40 g pro Tier und Tag als Teil der täglichen Frischfutterration. Das Fütterungsintervall beträgt idealerweise einmal täglich, wobei die Pastinake zusammen mit anderen Gemüsesorten angeboten werden sollte, um eine abwechslungsreiche Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Bei Hunden kann Pastinake etwa 5–10 % der gesamten Futterration ausmachen. Sie sollte püriert oder kurz gedünstet werden, damit die Nährstoffe besser aufgeschlossen werden – die Zellwände der rohen Wurzel sind für den Hundemagen schwer aufzubrechen. Bei Pferden genügen ein bis zwei mittelgroße Pastinaken pro Tag als Beifutter.
Grundsätzlich gilt: Die Pastinake ist kein Alleinfuttermittel. Sie deckt weder den Protein- noch den Fettbedarf irgendeiner Tierart vollständig ab und muss stets als Ergänzungsfuttermittel innerhalb einer ausgewogenen Gesamtration betrachtet werden. Neue Futtermittel sollten schrittweise eingeführt werden, um die Verdauung nicht zu überfordern.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Rohfasergehalt – fördert die Darmgesundheit und unterstützt die physiologische Verdauung
- Gute Quelle für Kalium, Folsäure und Vitamin C
- Niedriger Fettgehalt – geeignet für übergewichtige Tiere als kalorienarme