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Pavian

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Papio (Gattung)
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorhini)
  • Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
  • Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
  • Anzahl der Arten: 6 (je nach Systematik auch 5)
  • Lebensraum: Savannen, Halbwüsten, Felslandschaften, lichte Wälder in Afrika und auf der Arabischen Halbinsel
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 40–110 cm, Schwanzlänge 45–70 cm
  • Gewicht: Weibchen 10–15 kg, Männchen 20–45 kg (artabhängig)
  • Lebenserwartung: 30–40 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 45 Jahre

Aussehen & Merkmale

Paviane gehören zu den größten Vertretern der Altweltaffen. Ihr Körperbau ist kräftig und gedrungen, mit langen Gliedmaßen, die sowohl für die Fortbewegung am Boden als auch für das Klettern in Bäumen geeignet sind. Ein charakteristisches Merkmal aller Pavianarten ist die lang gezogene, hundeartige Schnauze mit kräftigen Kiefern und ausgeprägten Eckzähnen, die vor allem bei den Männchen als Droh- und Kampfwerkzeug dienen.

Das Fell variiert je nach Art von olivgrün-bräunlich beim Anubispavian (Papio anubis) über gelblich beim Steppenpavian (Papio cynocephalus) bis hin zu silbergrau beim Mantelpavian (Papio hamadryas). Letzterer fällt durch den namensgebenden Fellmantel der Männchen auf – eine ausgeprägte Mähne, die Schultern und Oberkörper bedeckt. Der Bärenpavian (Papio ursinus) besitzt ein dunkelbraunes bis fast schwarzes Fell.

Alle Arten zeigen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus: Männchen sind erheblich größer und schwerer als Weibchen und tragen längere Eckzähne. Ein weiteres auffälliges Merkmal sind die haarlosen Gesäßschwielen (Sitzbeinschwielen), die als gepolsterte Sitzfläche dienen. Bei Weibchen schwellen die Genitalbereiche während der fruchtbaren Phase sichtbar an – ein Signal, das bei der Partnerwahl eine zentrale Rolle spielt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Papio erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara sowie über Teile der Arabischen Halbinsel. Der Mantelpavian kommt als einzige Art auch im Jemen und in Saudi-Arabien vor und war im alten Ägypten als heiliges Tier bekannt.

Paviane besiedeln ein breites Spektrum an Habitaten. Sie bewohnen offene Gras- und Baumsavannen, Halbwüsten, felsige Gebirgsregionen bis in Höhen von über 2.500 Metern, Galeriewälder entlang von Flussläufen und Waldränder. Dichter tropischer Regenwald wird gemieden. Die Anpassungsfähigkeit an verschiedene Biotope ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Gattung. Entscheidend für die Habitatwahl sind Zugang zu Wasser und geeignete Schlafplätze – typischerweise steile Felswände oder hohe Bäume, die Schutz vor nachtaktiven Raubtieren bieten.

Ernährung

Paviane sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem sehr vielseitigen Nahrungsspektrum. Den Hauptanteil der Nahrung bilden pflanzliche Bestandteile: Früchte, Samen, Knollen, Wurzeln, Blätter, Gräser und Blüten. Daneben fressen Paviane regelmäßig Insekten, Skorpione, Vogeleier und kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Jungvögel und Nagetiere.

In einigen Populationen wurde gezielte Jagd auf größere Beutetiere dokumentiert. Bärenpaviane und Anubispaviane erbeuten gelegentlich junge Gazellen, Hasen oder junge Antilopen. Diese Jagden werden meist von adulten Männchen durchgeführt, teils kooperativ. In der Nähe menschlicher Siedlungen plündern Paviane häufig Felder und Abfälle, was regelmäßig zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führt.

Die Backentaschen, ein Merkmal der Unterfamilie Cercopithecinae, ermöglichen es Pavianen, Nahrung zu sammeln und an einen sicheren Ort zu transportieren, bevor sie in Ruhe gefressen wird.

Verhalten & Lebensweise

Paviane sind tagaktive Primaten, die den Großteil ihrer aktiven Zeit am Boden verbringen. Sie gelten als semi-terrestrisch, nutzen Bäume und Felsen jedoch zum Schlafen und bei Gefahr. Die Fortbewegung erfolgt im digitigraden Vierfüßergang.

Die Sozialstruktur unterscheidet sich je nach Art deutlich. Anubispaviane und Steppenpaviane leben in großen, gemischtgeschlechtlichen Gruppen (Trupps) von 20 bis über 100 Individuen. Innerhalb dieser Gruppen herrscht eine komplexe Rangordnung unter den Männchen, die durch Kämpfe, Allianzen und Imponierverhalten ausgehandelt wird. Weibchen bilden stabile matrilineare Rangordnungen, die über Generationen bestehen.

Der Mantelpavian zeigt ein abweichendes Sozialsystem: Die Grundeinheit besteht aus einem Männchen mit einem Harem von mehreren Weibchen (Einmann-Gruppen). Mehrere solcher Einheiten schließen sich zu Klans und Banden zusammen und nutzen gemeinsame Schlafplätze in Felsformationen, wo sich hunderte Tiere versammeln können.

Die Kommunikation umfasst ein reiches Repertoire an Lautäußerungen, Mimik und Gestik. Das Zeigen der Eckzähne durch Gähnen dient als Drohgebärde. Soziale Fellpflege (Grooming) ist ein zentrales Element der Bindungspflege und Konfliktlösung innerhalb der Gruppe.