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Pelikan

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pelecanus (Gattung)
  • Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
  • Familie: Pelikane (Pelecanidae)
  • Gattung: Pelecanus (einzige Gattung der Familie)
  • Anzahl der Arten: 8 rezente Arten weltweit
  • Lebensraum: Süß- und Salzgewässer, Küsten, Flussmündungen, Seen
  • Größe: 125–180 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 360 cm
  • Gewicht: 4–15 kg, je nach Art
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Pelikane gehören zu den größten flugfähigen Vögeln der Erde. Ihr auffälligstes Merkmal ist der gewaltige Schnabel mit dem dehnbaren Kehlsack (Gularesack), der als Fangwerkzeug beim Fischfang dient. Der Oberschnabel ist lang, flach und endet in einem hakenförmigen Nagel. Der Unterschnabel trägt den elastischen Hautsack, der ein Fassungsvermögen von bis zu 13 Litern erreichen kann – damit übertrifft er das Volumen des Magens deutlich.

Das Gefieder ist je nach Art überwiegend weiß, grau oder bräunlich gefärbt. Der Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus) zeigt ein zartrosa getöntes Federkleid, während der Krauskopfpelikan (Pelecanus crispus) durch seine namensgebenden, gekräuselten Nackenfedern auffällt. Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) ist deutlich dunkler gefärbt und die kleinste Art der Gattung. Zur Brutzeit intensivieren sich bei vielen Arten die Farben an Schnabel, Kehlsack und nackter Gesichtshaut erheblich.

Der Körperbau ist massig, der Hals lang und S-förmig gebogen. Die kurzen, kräftigen Beine tragen Schwimmfüße mit vollständigen Schwimmhäuten zwischen allen vier Zehen – ein typisches Merkmal der Ruderfüßer. Trotz ihres hohen Gewichts sind Pelikane ausdauernde Flieger, die thermische Aufwinde nutzen und in V-Formation über weite Strecken gleiten können.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Pelikane erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Sie besiedeln ein breites Spektrum an aquatischen Habitaten: flache Binnengewässer, Flussmündungen, Deltas, Lagunen, Mangrovensümpfe und Meeresküsten. Entscheidend für die Standortwahl ist ein ausreichendes Fischangebot in relativ flachem, ruhigem Wasser.

In Europa kommen zwei Arten vor: der Rosapelikan und der Krauskopfpelikan. Letzterer brütet unter anderem im Donaudelta, am Skutarisee und am Prespasee auf dem Balkan. Der Nashornpelikan (Pelecanus erythrorhynchos) besiedelt Nordamerika, während der Brillenpelikan (Pelecanus conspicillatus) in Australien heimisch ist. In Afrika finden sich der Rosapelikan und der Rötelpelikan (Pelecanus rufescens), in Asien zusätzlich der Graupelikan (Pelecanus philippensis).

Einige Populationen sind Zugvögel und legen saisonale Wanderungen zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten zurück. Europäische Rosapelikane etwa überwintern in Afrika südlich der Sahara.

Ernährung

Pelikane ernähren sich fast ausschließlich von Fisch. Je nach Art und Biotop stehen Karpfenartige, Buntbarsche, Heringe oder andere Süß- und Salzwasserfische auf dem Speiseplan. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei etwa 1 bis 1,5 Kilogramm Fisch.

Die meisten Arten fischen an der Wasseroberfläche: Sie tauchen den Schnabel ins Wasser und schöpfen Fische mitsamt Wasser in den Kehlsack. Anschließend wird das Wasser seitlich abgepresst, bevor die Beute geschluckt wird. Eine Ausnahme bildet der Braunpelikan, der als einzige Art im Sturzflug aus Höhen von bis zu 20 Metern ins Wasser stößt und Fische unter der Oberfläche ergreift.

Viele Pelikanarten jagen kooperativ. Dabei bilden Gruppen von 10 bis 30 Vögeln eine Hufeisenformation und treiben Fischschwärme gemeinsam in Richtung Flachwasser, wo sie leichter zu fangen sind. Gelegentlich werden auch Krebstiere, Amphibien oder kleine Wasservögel erbeutet.

Verhalten & Lebensweise

Pelikane sind ausgesprochen gesellige Vögel. Sie leben, brüten und jagen in Kolonien, die von wenigen Dutzend bis zu mehreren Tausend Paaren umfassen können. Einzelgängerisches Verhalten ist selten und meist ein Zeichen für kranke oder juvenile Tiere.

Die Aktivität konzentriert sich auf die Tagesstunden. Morgens und am späten Nachmittag wird gejagt, die Mittagszeit verbringen die Vögel ruhend, mit Gefiederpflege oder beim Sonnenbaden mit ausgebreiteten Flügeln – ein Verhalten, das der Thermoregulation und dem Trocknen der Federn dient. Anders als bei Kormoranen ist das Gefieder der Pelikane nicht vollständig wasserabweisend, weshalb regelmäßiges Trocknen notwendig ist.

Pelikane verteidigen kein klassisches Revier, sondern lediglich den unmittelbaren Nestbereich innerhalb der Brutkolonie. Die innerartliche Kommunikation erfolgt über Schnabelklappern, dumpfe Grunzlaute und verschiedene Körperhaltungen. Außerhalb der Brutzeit sind Pelikane weitgehend stumm.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz findet innerhalb der Kolonie statt und umfasst ritualisierte Verhaltensweisen wie Schnabelaufreißen, Kopfschwenken und Zurschaustellen des bunt gefärbten Kehlsacks.