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Petersilie

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Petersilie (Petroselinum crispum) ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die in der Tierernährung als pflanzliches Ergänzungsfuttermittel eingesetzt wird. Sowohl die glatte als auch die krause Variante finden Verwendung, wobei in der Tierfütterung vorrangig die Blätter und Stängel verfüttert werden. Die Wurzelpetersilie spielt eine untergeordnete Rolle.

Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, wird Petersilie heute weltweit kultiviert und zählt zu den bekanntesten Küchenkräutern. In der Tierernährung hat sie sich als aromatisches, vitaminreiches Beifutter etabliert, das die tägliche Futterration sinnvoll ergänzen kann. Petersilie ist kein Alleinfuttermittel, sondern dient ausschließlich als Ergänzung zu einer ausgewogenen Grundversorgung.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Petersilie zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Nährstoffdichte aus, die für ein Kraut ungewöhnlich hoch ist. Die folgende Zusammensetzung bezieht sich auf frische Petersilie je 100 g:

  • Protein: ca. 3,0–4,4 g – vergleichsweise hoch für ein Blattgemüse
  • Fett: ca. 0,6–0,8 g – sehr fettarm
  • Rohfaser: ca. 2,9–3,3 g – fördert die Verdauungstätigkeit
  • Vitamin C: ca. 133–160 mg – übertrifft damit viele Obstsorten
  • Vitamin A (als Beta-Carotin): ca. 5.054 µg – wichtig für Augen, Haut und Immunsystem
  • Vitamin K: ca. 1.640 µg – relevant für die Blutgerinnung
  • Calcium: ca. 138 mg
  • Kalium: ca. 554 mg
  • Eisen: ca. 6,2 mg
  • Magnesium: ca. 50 mg

Daneben enthält Petersilie ätherische Öle – hauptsächlich Apiol und Myristicin – sowie Flavonoide und Furanocumarine. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind in kleinen Mengen unbedenklich, können bei übermäßiger Aufnahme jedoch problematisch werden. Besonders die Samen weisen eine hohe Konzentration an ätherischen Ölen auf und sollten daher nicht verfüttert werden.

Für welche Tiere geeignet?

Petersilie eignet sich als Ergänzungsfuttermittel für verschiedene Tierarten, wobei die Verträglichkeit und empfohlene Futtermenge stark variieren:

  • Kaninchen: Sehr gut geeignet. Petersilie gehört zu den beliebtesten Kräutern in der Kaninchenernährung und wird von den meisten Tieren gern gefressen. Sie ergänzt die Grundration aus Heu und Frischfutter hervorragend.
  • Meerschweinchen: Gut geeignet und besonders wertvoll, da Meerschweinchen – wie der Mensch – Vitamin C nicht selbst synthetisieren können. Petersilie liefert hier einen wichtigen Beitrag zur Bedarfsdeckung.
  • Schildkröten (Landschildkröten): In kleinen Mengen geeignet. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist akzeptabel, sollte aber durch calciumreichere Futterpflanzen ergänzt werden.
  • Hunde: In geringen Mengen als Futterbeigabe möglich. Frisch gehackt über das Futter gestreut, kann Petersilie die Nährstoffversorgung ergänzen und den Atem verbessern.
  • Katzen: Nur sehr sparsam und gelegentlich anbieten. Katzen als obligate Karnivoren haben keinen nennenswerten Bedarf an pflanzlicher Kost.
  • Hühner und Wachteln: Gut geeignet als Grünfutterzusatz, fördert die allgemeine Vitalität.

Nicht geeignet ist Petersilie für trächtige Tiere vieler Arten, da die enthaltenen ätherischen Öle – insbesondere Apiol – wehenfördernd wirken können. Bei Tieren mit Nierenerkrankungen ist wegen des hohen Oxalsäuregehalts ebenfalls Vorsicht geboten. Für Vögel wie Wellensittiche und Nymphensittiche ist Petersilie in kleinen Mengen akzeptabel, sollte aber nicht täglich angeboten werden.

Fütterungsempfehlung

Da Petersilie kein Alleinfuttermittel ist, sollte sie stets als Teil einer abwechslungsreichen Futterration verstanden werden. Die folgenden Richtwerte dienen der Orientierung:

  • Kaninchen (ab 1 kg Körpergewicht): 2–5 Stängel mit Blättern täglich, eingebettet in eine Mischung aus mindestens 5–6 verschiedenen Frischfutterkomponenten. Fütterungsintervall: täglich möglich.
  • Meerschweinchen: 2–4 Stängel pro Tag. Langsam anfüttern, um Blähungen zu vermeiden. Fütterungsintervall: täglich oder alle zwei Tage.
  • Hunde (mittelgroß, ca. 15–25 kg): Maximal ein halber bis ein Teelöffel frisch gehackte Petersilie als Beigabe zum Futter. Fütterungsintervall: 2–3 Mal pro Woche.
  • Landschildkröten: Einzelne Blätter als Teil des Wildkräuterangebots, nicht als Hauptbestandteil. Fütterungsintervall: 1–2 Mal pro Woche.

Grundsätzlich gilt: Die Futtermenge an Petersilie sollte schrittweise gesteigert werden, besonders bei Tieren, die das Kraut noch nicht kennen. Ein abrupter Futterwechsel kann Verdauungsbeschwerden verursachen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hervorragender Vitamin-C-Lieferant, besonders relevant für Meerschweinchen
  • Hoher Gehalt an Mineralstoffen wie Calcium, Eisen und Kalium