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Pfauenspinner

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Saturnia (Gattung); bekannteste einheimische Art: Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), Großes Nachtpfauenauge (Saturnia pyri)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Pfauenspinner (Saturniidae)
  • Lebensraum: Laubwälder, Mischwälder, Heiden, Moorgebiete, Obstgärten, Buschlandschaften
  • Größe (Flügelspannweite): 50–160 mm je nach Art; Großes Nachtpfauenauge bis 160 mm
  • Gewicht: ca. 2–8 g (adulte Falter)
  • Lebenserwartung: Adulte Falter leben nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen; Gesamtentwicklung (Ei bis Imago) etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Die Pfauenspinner gehören zu den auffälligsten Nachtfaltern der Paläarktis. Ihr namensgebendes Merkmal sind die großen, kreisrunden Augenflecken auf allen vier Flügeln, die an die Federmuster eines Pfaus erinnern. Diese Ocelli bestehen aus konzentrischen Ringen in Schwarz, Weiß, Rotbraun und Blaugrau und dienen der Abschreckung von Fressfeinden.

Das Große Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 160 mm der größte in Europa heimische Schmetterling. Die Grundfärbung seiner Flügel variiert von graubraun bis rotbraun, mit einer hellen, gewellten Querbinde, die alle Flügel durchzieht. Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) erreicht 50–85 mm Spannweite und zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus: Männchen tragen überwiegend orangebraun gefärbte Hinterflügel, während die Weibchen insgesamt grauer und größer sind.

Beide Geschlechter besitzen einen dicht behaarten, pelzigen Thorax und Hinterleib. Die Behaarung dient der Wärmeisolation und unterstützt die Flugfähigkeit bei niedrigen Temperaturen. Die Fühler der Männchen sind breit gefiedert und mit zahlreichen Sensillen besetzt, die als hochempfindliche Chemorezeptoren zur Wahrnehmung weiblicher Pheromone dienen. Weibchen besitzen dagegen schmalere, weniger stark gekämmte Antennen.

Die Raupen durchlaufen mehrere Häutungsstadien und ändern dabei ihr Erscheinungsbild erheblich. Im letzten Larvenstadium sind sie leuchtend grün mit ringförmig angeordneten Warzen, die je nach Art gelbe, blaue oder rosa Knopfborsten tragen. Diese Borsten sind nicht nesselnd, können aber Vögel und andere Prädatoren abschrecken.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie der Saturniidae ist weltweit verbreitet und umfasst rund 2.300 beschriebene Arten, von denen die meisten in tropischen Regionen vorkommen. In Mitteleuropa sind lediglich drei Arten heimisch: das Große Nachtpfauenauge, das Kleine Nachtpfauenauge und das Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia spini).

Das Kleine Nachtpfauenauge besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten – von feuchten Heidemooren über Waldränder und Lichtungen bis hin zu offenen Buschlandschaften. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Westeuropa über Zentralasien bis nach Japan. Das Große Nachtpfauenauge bevorzugt wärmebegünstigte Biotope wie Streuobstwiesen, Weingärten und lichte Laubwälder im mediterranen und submediterranen Raum. In Deutschland ist es auf die wärmeren Regionen im Südwesten beschränkt und gilt dort als selten.

Das Wiener Nachtpfauenauge bewohnt trockenwarme Schlehen- und Weißdorngebüsche in Südosteuropa und erreicht in Österreich und Süddeutschland die Nordwestgrenze seines Areals.

Ernährung

Die adulten Falter der Pfauenspinner besitzen nur rudimentäre, funktionslose Mundwerkzeuge. Sie nehmen während ihres kurzen Imaginallebens keinerlei Nahrung auf, sondern zehren ausschließlich von den Fettreserven, die sie im Raupenstadium angelegt haben.

Die Raupen sind polyphag und ernähren sich je nach Art von den Blättern verschiedener Laubgehölze. Bevorzugte Futterpflanzen des Kleinen Nachtpfauenauges sind Schlehe (Prunus spinosa), Brombeere (Rubus spp.), Himbeere, Heidelbeere und verschiedene Weidenarten. Das Große Nachtpfauenauge nutzt vorwiegend Obstbäume wie Kirsche, Pflaume, Birne und Walnuss sowie Eschen und Ulmen. Die Raupen fressen vor allem in der Dämmerung und nachts und können in den letzten Larvenstadien beträchtliche Blattmengen vertilgen.

Verhalten & Lebensweise

Pfauenspinner sind überwiegend nachtaktiv, wobei die Männchen des Kleinen Nachtpfauenauges eine Ausnahme bilden: Sie fliegen häufig auch tagsüber in einem schnellen, zickzackförmigen Suchflug, um paarungsbereite Weibchen zu finden. Die Weibchen verhalten sich dagegen überwiegend stationär und verharren an exponierter Stelle, während sie Pheromone abgeben.

Die Pheromonkommunikation der Pfauenspinner ist außerordentlich leistungsfähig. Männchen können weibliche Duftstoffe über Entfernungen von mehreren Kilometern wahrnehmen – bei günstigen Windbedingungen sogar über Distanzen von bis zu elf Kilometern. Diese Fähigkeit beruht auf den dicht mit Sensillen besetzten, gefiederten Antennen der Männchen.

Werden die Falter von einem Fressfeind überrascht, spreizen sie die Flügel ruckartig auseinander und präsentieren ihre Augenflecken. Dieses Schreckverhalten imitiert das Gesicht eines größeren Tieres und kann insbesondere Vögel zur Flucht veranlassen.

Fortpflanzung & Aufzucht