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Pferdefleisch

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Pferdefleisch bezeichnet das Muskelfleisch sowie die verwertbaren Innereien und Nebenerzeugnisse vom Hauspferd (Equus caballus), das als Futtermittel tierischen Ursprungs in der Hunde- und Katzenernährung eingesetzt wird. Es zählt zu den sogenannten exotischen Proteinquellen, da es in Mitteleuropa seltener verfüttert wird als Rind, Huhn oder Lamm. Gerade dieser Umstand macht Pferdefleisch zu einem geschätzten Rohstoff in der Herstellung von Ausschlussdiäten und hypoallergenen Futtersorten.

Im Handel ist Pferdefleisch als Frischfleisch für die Rohfütterung (BARF), als Nassfutter in Dosen und Schalen, als Trockenfleisch-Snack sowie als gefriergetrocknete Variante erhältlich. Es kann sowohl als Alleinfuttermittel – sofern es mit allen notwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen ergänzt ist – als auch als Ergänzungsfuttermittel in der täglichen Futterration Verwendung finden.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Pferdefleisch zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil aus. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Teilstück, Alter und Haltung des Tieres. Durchschnittliche Richtwerte für rohes Pferdemuskelfleisch pro 100 g:

  • Protein: ca. 20–22 g – biologisch hochwertiges Eiweiß mit einem ausgewogenen Aminosäurenprofil
  • Fett: ca. 2–5 g – deutlich magerer als Rind oder Lamm; der Fettanteil besteht zu einem bemerkenswert hohen Anteil aus ungesättigten Fettsäuren, darunter Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
  • Rohfaser: nicht enthalten (tierisches Gewebe ist rohfaserfrei)
  • Rohasche: ca. 1,0–1,2 g
  • Feuchtigkeit: ca. 72–76 g
  • Energiegehalt: ca. 100–130 kcal

Bei den Mineralstoffen sticht Pferdefleisch durch seinen hohen Eisengehalt hervor (ca. 3,5–4,5 mg/100 g), was etwa dem Doppelten von Rindfleisch entspricht. Darüber hinaus liefert es nennenswerte Mengen an Zink, Kalium, Magnesium und Phosphor. An Vitaminen sind vor allem B-Vitamine – insbesondere Vitamin B12 und Niacin – reichlich vertreten. Der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A und Vitamin E ist im reinen Muskelfleisch gering, in Innereien wie Pferdeleber jedoch erheblich höher.

Für welche Tiere geeignet?

Pferdefleisch wird primär in der Ernährung folgender Tierarten eingesetzt:

  • Hunde: Pferdefleisch eignet sich hervorragend als Proteinquelle für Hunde aller Rassen und Altersgruppen. Besonders bewährt hat es sich bei Tieren mit Futtermittelunverträglichkeiten oder -allergien, da die meisten Hunde zuvor keinen Kontakt mit diesem Protein hatten. Es wird häufig in Eliminationsdiäten eingesetzt, um auslösende Proteinquellen zu identifizieren.
  • Katzen: Auch für Katzen ist Pferdefleisch eine gut verträgliche und schmackhafte Option. Der hohe Proteingehalt und der niedrige Fettanteil kommen dem natürlichen Nährstoffbedarf obligater Karnivoren entgegen. Bei mäkligen Katzen kann der intensive, leicht süßliche Geschmack von Pferdefleisch die Akzeptanz steigern.
  • Frettchen: Als strikte Fleischfresser profitieren Frettchen ebenfalls von der hohen Proteinqualität.

Für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde selbst ist Pferdefleisch selbstverständlich nicht geeignet.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Futtermenge richtet sich nach Körpergewicht, Aktivitätslevel, Alter und Gesundheitszustand des Tieres. Als grobe Orientierung für die Rohfütterung (BARF) beim Hund gilt eine tägliche Gesamtfuttermenge von 2–4 % des Körpergewichts, wobei der Muskelfleischanteil etwa 50 % der tierischen Komponente ausmachen sollte.

Beim Einsatz als alleinige Proteinquelle muss die Futterration zwingend mit Innereien (Leber, Herz, Niere), Knochen oder einem geeigneten Mineralstoff-Vitamin-Supplement ergänzt werden, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Reines Muskelfleisch allein deckt weder den Calcium- noch den Vitamin-A- und Vitamin-D-Bedarf.

Das Fütterungsintervall unterscheidet sich nicht von dem anderer Fleischsorten: Erwachsene Hunde erhalten in der Regel ein bis zwei Mahlzeiten täglich, Katzen werden idealerweise auf drei bis vier kleinere Portionen aufgeteilt. Bei der Umstellung auf Pferdefleisch empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen über sieben bis zehn Tage, um den Verdauungstrakt zu schonen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hypoallergenes Potenzial – ideal für Ausschlussdiäten und allergiegeplagte Tiere
  • Hoher Proteingehalt bei niedrigem Fettanteil – gut geeignet für übergewichtige Tiere oder Tiere mit Pankreasempfindlichkeit
  • Hervorragender Eisengehalt – unterstützt die Blutbildung, besonders bei anämischen Tieren
  • Hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren im Vergleich zu anderen roten Fleischsorten
  • Gute Akzeptanz und Schmackhaftigkeit bei den meisten Hunden und Katzen
  • Pferde werden in der Regel extensiv gehalten und seltener mit Antibiotika behandelt als konventionelles Geflügel oder Schwein

Nachteile:

  • Höherer Preis im Vergleich zu gängigen Fleischsorten wie Huhn oder Rind