Pflaumenkopfsittich
PTierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Psittacula cyanocephala
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
- Gattung: Edelsittiche (Psittacula)
- Lebensraum: Laubwälder, lichte Waldgebiete, Kulturlandschaften Südasiens
- Größe: 33–37 cm (einschließlich Schwanzfedern)
- Gewicht: 56–85 g
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Pflaumenkopfsittich gehört zu den farbenprächtigsten Vertretern der Gattung Edelsittiche. Das Gefieder ist überwiegend grün gefärbt, wobei die Oberseite einen kräftigeren, dunkleren Grünton aufweist als die etwas hellere Unterseite. Die namensgebende Kopffärbung zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus: Beim Männchen leuchtet der gesamte Kopf in einem satten Pflaumrot bis Violett, das am Hinterkopf in einen bläulichen Ton übergeht. Das Weibchen trägt dagegen eine graublaue bis schiefergraue Kopffärbung, die insgesamt dezenter wirkt.
Beide Geschlechter besitzen einen rotbraunen Schulterfleck, der im Flug gut sichtbar ist. Die mittleren Schwanzfedern sind blau mit weißen Spitzen und deutlich verlängert, was dem Vogel seine elegante Silhouette verleiht. Der Oberschnabel ist beim Männchen gelblich-orange, beim Weibchen dunkler und eher hornfarben. Die Iris ist bei adulten Tieren dunkel, die Wachshaut unauffällig. Jungvögel beider Geschlechter ähneln zunächst dem Weibchen; die volle Ausfärbung der Männchen wird erst im Alter von etwa zwei bis drei Jahren erreicht. Die Beine sind graugrün, die Zehen als typisches Papageienmerkmal in Zygodaktylie angeordnet – zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Pflaumenkopfsittichs erstreckt sich über weite Teile des indischen Subkontinents. Die Art kommt von den Ausläufern des Himalaya im Norden über ganz Indien bis nach Sri Lanka vor. Östlich reicht das Areal bis nach Pakistan, Nepal, Bhutan und in Teile von Bangladesch. Einzelne Populationen wurden auch in Myanmar und angrenzenden Regionen Südostasiens nachgewiesen.
Als bevorzugtes Habitat nutzt der Pflaumenkopfsittich lichte Laubwälder und Waldrandzonen in Höhenlagen zwischen dem Tiefland und etwa 1.500 Metern. Er besiedelt sowohl feuchte als auch trockene Laubwaldtypen und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Landschaften. So ist er regelmäßig in Obstplantagen, Parks, Gärten und auf landwirtschaftlichen Flächen anzutreffen. Dichte, geschlossene Regenwälder meidet er hingegen. In Gebieten mit saisonalem Klima unternehmen einzelne Schwärme kürzere Wanderbewegungen zwischen Tiefland und höheren Lagen, je nach Nahrungsangebot.
Ernährung
Der Pflaumenkopfsittich ernährt sich vorwiegend pflanzlich. Sein Nahrungsspektrum umfasst Früchte, Beeren, Samen, Blüten, Nektar und Knospen. Wildfrüchte von Feigenbäumen (Ficus spp.) stellen eine besonders wichtige Nahrungsquelle dar. Daneben frisst er Getreide, insbesondere Reis, Mais und Hirse, was ihn in landwirtschaftlich genutzten Gebieten gelegentlich in Konflikt mit Bauern bringt. In geringem Umfang nimmt er auch Insekten und deren Larven auf, vor allem während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf erhöht ist.
Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend in den Baumkronen, seltener am Boden. Die Vögel nutzen ihre kräftigen Schnäbel geschickt, um Früchte zu öffnen und Samen aus Hülsen zu lösen. Dabei halten sie Nahrungsstücke häufig mit einem Fuß fest – ein typisches Verhalten der Papageien.
Verhalten & Lebensweise
Pflaumenkopfsittiche sind tagaktive Vögel mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Außerhalb der Brutzeit bilden sie Schwärme von zehn bis fünfzig Individuen, gelegentlich auch größere Ansammlungen von mehreren Hundert Tieren an ergiebigen Nahrungsquellen. Sie sind schnelle, wendige Flieger und legen auf ihren täglichen Flugrouten zwischen Schlafplatz und Nahrungsgebieten teils beträchtliche Strecken zurück.
Ihr Ruf ist ein charakteristisches, zweisilbiges „tuii-tuii", das im Flug häufig zu hören ist. Am Schlafplatz, den die Schwärme gemeinschaftlich nutzen, herrscht vor dem Einschlafen oft reges Rufen und Interagieren. Im Vergleich zu einigen anderen Edelsittichen, etwa dem Halsbandsittich (Psittacula krameri), gilt der Pflaumenkopfsittich als weniger lautstark. Gegenüber Artgenossen zeigt er außerhalb der Brutzeit ein verträgliches Verhalten; während der Fortpflanzungszeit verteidigen Paare jedoch ihr Brutrevier gegen Eindringlinge.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutsaison variiert je nach Region, fällt aber hauptsächlich in die Monate Dezember bis April. Der Pflaumenkopfsittich ist ein Höhlenbrüter, der bevorzugt natürliche Baumhöhlen nutzt, gelegentlich aber auch alte Spechtlöcher oder Hohlräume in Gebäuden. Die Balz des Männchens umfasst rhythmisches Kopfnicken, das Aufstellen der Nackenfedern und das Füttern des Weibchens als Teil der Paarbindung.
Das Gelege besteht aus vier bis sechs weißen, rundlichen Eiern, die das Weibchen allein über einen Zeitraum von 21 bis 23 Tagen bebrütet. Während dieser Phase versorgt das Männchen die Partnerin regelmäßig mit Nahrung. Die Küken schlüpfen nackt und