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Pinkys

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Als Pinkys (Singular: Pinky) werden neugeborene, haarlose Mäuse bezeichnet, die in der Regel ein Alter von ein bis zwei Tagen haben und als Futtertiere für Reptilien, Amphibien, Greifvögel und bestimmte Säugetiere eingesetzt werden. Die Bezeichnung leitet sich vom englischen Wort „pink" (rosa) ab, da die Mäuseneugeborenen aufgrund ihres fehlenden Fells eine durchscheinend rosafarbene Haut besitzen. Pinkys stellen die kleinste kommerziell verfügbare Größenklasse von Futtermäusen dar und wiegen zwischen 1 und 3 Gramm. Sie sind als tiefgefrorene oder lebende Futtertiere im Fachhandel erhältlich und gelten als etabliertes tierisches Futtermittel in der Terraristik und Falknerei.

Im Größenspektrum der Futtermäuse ordnen sich Pinkys unterhalb der sogenannten Fuzzies (junge Mäuse mit erstem Flaum, ca. 3–6 g) und deutlich unter adulten Futtermäusen (20–35 g) ein. Diese Abstufung ermöglicht es Tierhaltern, die Futtergröße exakt an die Körpergröße und das Alter des zu fütternden Tieres anzupassen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Pinkys unterscheiden sich in ihrer Nährstoffzusammensetzung erheblich von adulten Futtermäusen. Da sie noch keinen vollständig entwickelten Skelettapparat besitzen, ist der Kalziumgehalt vergleichsweise gering. Gleichzeitig weisen sie einen höheren Wasseranteil und einen proportional höheren Fettgehalt auf.

Die typische Zusammensetzung auf Trockensubstanzbasis beträgt ungefähr:

  • Protein (Rohprotein): ca. 55–65 % – hochwertiges tierisches Eiweiß mit vollständigem Aminosäureprofil
  • Fett (Rohfett): ca. 20–30 % – deutlich höher als bei adulten Mäusen, da neugeborene Mäuse über subkutane Fettreserven verfügen
  • Rohfaser: praktisch nicht vorhanden, da Pinkys noch kein Fell und kaum Darminhalt besitzen
  • Rohasche (Mineralstoffe): ca. 8–12 % – wobei das Kalzium-Phosphor-Verhältnis mit etwa 1:1 bis 0,8:1 ungünstiger ausfällt als bei adulten Mäusen (ca. 1,5:1 bis 2:1)
  • Wassergehalt: ca. 78–82 % im Frischzustand
  • Vitamine: Vitamin A, Vitamin E und B-Vitamine sind in geringen Mengen enthalten. Vitamin D3 liegt in niedrigerer Konzentration vor als bei adulten Tieren.

Diese Nährstoffverteilung macht Pinkys zu einem energiereichen, aber mineralstoffarmen Futtermittel. Bei ausschließlicher Fütterung mit Pinkys über längere Zeiträume besteht daher die Gefahr von Kalziummangel und damit verbundenen Stoffwechselerkrankungen.

Für welche Tiere geeignet?

Pinkys eignen sich als Futtermittel für eine Vielzahl von Tierarten, die in der Natur kleine Wirbeltiere oder Beutetiere fressen:

  • Schlangen: Jungschlangen vieler Arten (z. B. Kornnattern, Königsnattern, junge Königspythons) erhalten Pinkys als Erstfutter nach der ersten Häutung. Für kleine Schlangenarten wie Zwergnattern können Pinkys auch langfristig geeignete Beutetiere sein.
  • Echsen: Größere insektivore und omnivore Echsen wie Bartagamen, Blauzungenskinke oder Warane nehmen gelegentlich Pinkys als proteinreiche Ergänzung an.
  • Amphibien: Große Frösche (z. B. Hornfrösche der Gattung Ceratophrys) und bestimmte Molcharten fressen Pinkys.
  • Greifvögel und Eulen: In der Falknerei und Wildvogelpflege dienen Pinkys als Aufzuchtfutter für kleine Greifvogelarten und verletzte Wildvögel.
  • Säugetiere: Igel, Spitzmäuse und bestimmte Zierratten in der Zucht profitieren gelegentlich von der Gabe einzelner Pinkys als Ergänzungsfuttermittel.

Fütterungsempfehlung

Die Futtermenge und das Fütterungsintervall richten sich nach Art, Alter, Größe und Stoffwechsel des zu fütternden Tieres. Als Faustregel für Schlangen gilt: Das Futtertier sollte ungefähr dem 1- bis 1,5-fachen Durchmesser der dicksten Körperstelle der Schlange entsprechen.

  • Jungschlangen: 1–2 Pinkys pro Futterration, Fütterungsintervall alle 5–7 Tage
  • Echsen (gelegentlich): 1–2 Pinkys pro Woche als Ergänzung, nicht als Hauptfutter
  • Hornfrösche: 1 Pinky alle 7–14 Tage, je nach Körpergröße des Frosches

Gefrorene Pinkys sollten vor der Verfütterung schonend bei Zimmertemperatur oder in lauwarmem Wasser aufgetaut werden. Von Mikrowellenauftauung ist dringend abzuraten, da ungleichmäßige Erwärmung zu Verbrennungen beim fressenden Tier führen kann. Die Kerntemperatur des Futtertieres sollte vor der Gabe annähernd Zimmertemperatur erreicht haben.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Ideale Größe für Jungtiere und kleine Arten – geringes Verletzungsrisiko beim Fressvorgang
  • Hochwertiges, vollständiges tierisches Protein mit natürlichem Aminosäureprofil
  • Hoher Energiegehalt durch den Fettanteil – fördert das W