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Polarbirkenzeisig

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Tierart – Vögel > Vögel – heimisch (weitere)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Acanthis hornemanni
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Birkenzeisige (Acanthis)
  • Lebensraum: Arktische und subarktische Tundra, Birken- und Weidengebüsche, offene boreale Landschaften
  • Größe: 12–14 cm Körperlänge
  • Gewicht: 12–20 g
  • Lebenserwartung: ca. 2–5 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Polarbirkenzeisig ist ein kleiner, kompakt gebauter Fink, der dem nah verwandten Alpenbirkenzeisig (Acanthis flammea) auf den ersten Blick stark ähnelt. Sein Gefieder ist jedoch insgesamt deutlich heller und wirkt auf der Oberseite stärker weißlich überfrostet. Die Grundfärbung von Brust und Flanken ist ein blasses, fast reines Weiß mit nur wenigen feinen dunklen Strichelungen, während der Alpenbirkenzeisig dort eine kräftigere bräunliche Zeichnung zeigt. Beide Geschlechter tragen den für die Gattung typischen karminroten Scheitelfleck – die sogenannte Kappe –, der sich scharf von der übrigen hellen Kopfzeichnung absetzt. Ein kleiner schwarzer Kinnfleck ist ebenfalls vorhanden.

Beim Männchen erstreckt sich im Brutkleid eine zart rosafarbene Tönung über Brust und Bürzel, die beim Weibchen fehlt oder nur angedeutet ist. Der Bürzel ist beim Polarbirkenzeisig typischerweise ungestreift und reinweiß – ein Schlüsselmerkmal zur Unterscheidung vom Alpenbirkenzeisig, bei dem der Bürzel meist gestreift erscheint. Der Schnabel ist kurz, kegelförmig und gelblich mit dunkler Spitze. Die Beine sind dunkelbraun, die Flügel zeigen zwei helle Flügelbinden.

Es werden zwei Unterarten unterschieden: Die Nominatform A. h. hornemanni, die in Grönland und dem nordöstlichen Kanada brütet und besonders groß und hell ist, sowie A. h. exilipes, die über die gesamte Holarktis verbreitet ist und etwas kleiner und dunkler ausfällt. Die taxonomische Abgrenzung gegenüber dem Alpenbirkenzeisig war lange umstritten. Zeitweise wurden beide als eine Art geführt, doch aktuelle genetische Untersuchungen stützen die Trennung in zwei eigenständige Arten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Polarbirkenzeisigs erstreckt sich zirkumpolar über die arktischen und subarktischen Regionen der Nordhalbkugel. Er brütet in Nordskandinavien, Nordrussland, Sibirien, Alaska, Nordkanada und Grönland. Sein bevorzugtes Habitat sind offene Tundralandschaften mit niedrigem Birken- und Weidengebüsch, aber auch lichte Nadelwaldränder und Zwergstrauchheiden am Übergang von Taiga zu Tundra.

In Mitteleuropa tritt der Polarbirkenzeisig als unregelmäßiger Wintergast auf. In manchen Jahren kommt es zu invasionsartigen Einflügen, wenn die Nahrungsgrundlage in den Brutgebieten durch ungünstige Witterung zusammenbricht. Solche Invasionsjahre können in Deutschland, Österreich und der Schweiz vereinzelt beobachtet werden, wobei die Vögel dann in offenen Agrarlandschaften, an Feldrändern und in Birkenwäldchen nach Nahrung suchen. Außerhalb dieser Invasionsjahre ist die Art in Mitteleuropa eine Seltenheit.

Ernährung

Der Polarbirkenzeisig ernährt sich überwiegend von Sämereien. Birken- und Erlensamen bilden die Hauptnahrungsquelle, ergänzt durch Samen von Weiden, Gräsern und verschiedenen Kräutern der Tundra. Während der kurzen arktischen Brutzeit erweitert er sein Nahrungsspektrum um Insekten und deren Larven, die als proteinreiche Kost besonders für die Aufzucht der Nestlinge von Bedeutung sind.

Die Vögel sind geschickte Kletterer und hängen häufig kopfüber an dünnen Zweigen, um an Samenstände zu gelangen – ein Verhalten, das an Meisen erinnert. In den Wintermonaten suchen sie oft in gemischten Schwärmen zusammen mit Alpenbirkenzeisigen und Erlenzeisigen auf Brachflächen und an Wegrändern nach Nahrung.

Verhalten & Lebensweise

Der Polarbirkenzeisig ist tagaktiv und ausgesprochen gesellig. Außerhalb der Brutzeit bildet er Schwärme von mehreren Dutzend bis mehreren Hundert Individuen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und zusammen übernachten. In besonders kalten Nächten drängen sich die Vögel eng aneinander, um den Wärmeverlust zu minimieren. Zudem können sie sich in Schneemulden eingraben, um sich vor extremen Temperaturen und Wind zu schützen.

Die Balz beginnt bereits im Spätwinter. Das Männchen führt einen auffälligen Singflug aus, bei dem es mit flatternden Flügeln in kreisförmigen Bahnen über dem Brutrevier fliegt und dabei seinen zwitschernden, trillernden Gesang vorträgt. Der Ruf ist ein trockenes, metallisches „tschett-tschett", das im Flug häufig zu hören ist und sich vom weicheren Ruf des Alpenbirkenzeisigs unterscheiden lässt.

Die Art zeigt kein ausgeprägtes Revierverhalten. Brütende Paare dulden Artgenossen in unmittelbarer Nähe, sodass lose Brutkolonien entstehen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in die Monate Mai bis Juli und richtet sich nach den klimatischen Bedingungen des jeweiligen Brutgebiets. Das Nest wird bevorzugt in niedrigen Sträuchern oder Büschen in einer Höhe von 0,5 bis 2 Metern errichtet. Es besteht aus feinen Zweigen, Grashalmen und Pflanzenfasern und ist innen dicht mit Federn, Pflanzenwolle und Haaren ausgepolstert – eine Isolation, die in der arktischen Kälte überlebenswichtig ist.

Das Gelege umfasst in der Regel vier bis sechs blass blä