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Prachttaucher

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gavia arctica
  • Ordnung: Seetaucherartige (Gaviiformes)
  • Familie: Seetaucher (Gaviidae)
  • Gattung: Gavia
  • Lebensraum: Oligotrophe Seen der borealen und subarktischen Zone, im Winter Küstengewässer
  • Größe: 58–73 cm Körperlänge, Flügelspannweite 100–130 cm
  • Gewicht: 1,3–3,4 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 25 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Prachttaucher ist ein mittelgroßer Seetaucher mit einer stromlinienförmigen Gestalt, die optimal an das Leben im und unter Wasser angepasst ist. Im Prachtkleid, das die Vögel während der Brutzeit tragen, zeigt sich die namensgebende Pracht des Gefieders besonders deutlich: Der Kopf und der Hinterhals sind aschgrau gefärbt, die Kehle trägt einen auffälligen schwarzen Fleck mit feiner weißer Längsstreifung. Der Rücken ist schwarz mit regelmäßig angeordneten weißen Flecken, die ein schachbrettartiges Muster bilden. Die Flanken sind weiß, die Unterseite reinweiß.

Im Schlichtkleid, das außerhalb der Brutzeit getragen wird, erscheint der Vogel deutlich unscheinbarer. Das Gefieder der Oberseite ist dann einheitlich dunkelbraun bis schwarzbraun, die Unterseite bleibt weiß. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur verwandten Art, dem Sterntaucher (Gavia stellata), ist die gerade Schnabelhaltung des Prachttauchers – der Sterntaucher hält seinen Schnabel dagegen leicht nach oben gerichtet. Der Schnabel selbst ist kräftig, dolchartig und dunkelgrau bis schwarz gefärbt.

Die Beine setzen weit hinten am Körper an, was den Prachttaucher zu einem hervorragenden Taucher macht, ihn an Land jedoch ungelenk wirken lässt. Die Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden. Die Iris ist im Brutkleid auffallend rot.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Prachttauchers erstreckt sich über die gesamte paläarktische Zone von Schottland und Skandinavien ostwärts durch Sibirien bis nach Kamtschatka. Die südliche Verbreitungsgrenze der Brutgebiete verläuft durch Norddeutschland, Polen und Zentralrussland. In Deutschland brütet die Art nur noch in wenigen Einzelpaaren in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Als Bruthabitat bevorzugt der Prachttaucher nährstoffarme, klare Seen mit guter Sichttiefe in der borealen Nadelwaldzone (Taiga) und der Tundra. Die Seen müssen ausreichend groß sein, da die Vögel zum Starten eine lange Wasseranlaufstrecke benötigen. Kleinere Gewässer werden manchmal als Neststandort genutzt, wobei die Altvögel dann zum Nahrungserwerb auf benachbarte, größere Seen fliegen.

Im Winterhalbjahr ziehen Prachttaucher an die Meeresküsten. Wichtige Überwinterungsgebiete liegen an der Nordsee, der Ostsee, am Schwarzen Meer sowie an den Küsten des Nordostatlantiks. In Mitteleuropa können durchziehende und überwinternde Individuen auf größeren Binnengewässern beobachtet werden.

Ernährung

Die Nahrung besteht überwiegend aus Fischen mit einer Länge von 10 bis 20 cm. Zu den bevorzugten Beutefischen gehören Barsche, Rotaugen, kleine Hechte, Heringe und Sprotten. Im Süßwasser werden auch Stichlinge und Maränen erbeutet. Ergänzend stehen Krebstiere, Weichtiere, Wasserinsekten und deren Larven auf dem Speiseplan.

Der Prachttaucher jagt tauchend, wobei er seine Beute unter Wasser mit dem Schnabel ergreift. Typische Tauchtiefen liegen zwischen 2 und 6 Metern, bei Bedarf kann er jedoch Tiefen von über 40 Metern erreichen. Ein einzelner Tauchgang dauert in der Regel 40 bis 50 Sekunden, Extremwerte von über zwei Minuten sind dokumentiert. Vor dem Abtauchen steckt der Vogel häufig den Kopf unter Wasser, um die Lage potenzieller Beutetiere zu peilen.

Verhalten & Lebensweise

Prachttaucher sind tagaktiv und verbringen den Großteil ihrer Aktivitätszeit auf dem Wasser. An Land begeben sie sich fast ausschließlich zum Brüten, wobei sie sich dann mit dem Bauch auf dem Boden rutschend fortbewegen. Der Flug wirkt mit den schnellen, flachen Flügelschlägen und dem weit nach hinten gestreckten Hals und den Füßen etwas schwerfällig, ist aber ausdauernd und schnell – Fluggeschwindigkeiten von 75 bis 100 km/h werden erreicht.

Während der Brutzeit halten die Paare ein Revier besetzt, das einen ganzen See oder einen Seeabschnitt umfassen kann. Die Revierverteidigung erfolgt durch laute Rufe und Drohgebärden; gelegentlich kommt es zu direkten Auseinandersetzungen zwischen Rivalen. Die Rufe des Prachttauchers sind weithin hörbar und klingen klagend bis jaulend – ein charakteristischer Klang nordischer Seenlandschaften. Außerhalb der Brutzeit sind die Vögel weniger territorial und können in lockeren Ansammlungen auf dem Meer oder auf größeren Binnengewässern beobachtet werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Prachttaucher führen eine monogame Saisonehe, wobei sich Paare über mehrere Jahre wiederholt am selben Brutgewässer zusammenfinden können. Die Balz findet ab April auf dem Wasser statt und umfasst synchrones Tauchen, paralleles Schwimmen mit aufgerichtetem Hals sowie intensive Rufduette.

Das Nest wird unmittelbar am Ufer errichtet, meist auf kleinen Inseln, Halbinseln oder Schwimmplattformen aus Pflanzenmaterial. Es besteht aus Gras, Moos und Schilf und wird von beiden Partnern gebaut. Das Gelege umfasst in der Regel zwei olivbraun gefärbte Eier mit dunk