Putenfleisch
PFutter & Ernährung > Futtermittel – tierisch
Definition & Überblick
Putenfleisch bezeichnet das Muskelfleisch, die Innereien und teils auch die Karkasse des Haustruthuhns (Meleagris gallopavo), das als tierisches Futtermittel in der Hunde-, Katzen- und teils auch in der Kleintierernährung eingesetzt wird. Es zählt zu den magersten Geflügelfleischsorten und hat sich als gut verträgliche Proteinquelle etabliert – insbesondere bei Tieren mit Futtermittelunverträglichkeiten oder sensiblem Verdauungssystem.
Im Handel ist Putenfleisch als Frischfleisch, Tiefkühlware, getrocknet (Dörrfleisch, Trockenfleisch) oder als Bestandteil von Nass- und Trockenfutter erhältlich. Es findet Verwendung als Einzelkomponente im BARF-Konzept (biologisch artgerechte Rohfütterung), als Zutat in industriell hergestelltem Alleinfuttermittel oder als Ergänzungsfuttermittel in Form von Kausnacks und Leckerlis.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Putenfleisch zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil aus. Die exakte Zusammensetzung variiert je nach Teilstück. Putenbrust ist besonders mager, während Schenkel und Haut deutlich mehr Fett enthalten.
Typische Nährwerte pro 100 g rohes Putenbrustfleisch (ohne Haut):
- Protein (Rohprotein): ca. 24–25 g
- Fett (Rohfett): ca. 1–2 g
- Rohfaser: nicht nachweisbar (tierisches Gewebe enthält keine Rohfaser)
- Rohasche: ca. 1,0–1,2 g
- Wasser: ca. 73–75 g
- Energiegehalt: ca. 105–115 kcal
Vitamine und Mineralstoffe: Putenfleisch liefert nennenswerte Mengen an B-Vitaminen – allen voran Niacin (Vitamin B3), Vitamin B6 und Vitamin B12. Hinzu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Zink, Selen und Eisen. Der Kalziumgehalt ist im reinen Muskelfleisch allerdings gering, weshalb bei der Rohfütterung eine gezielte Ergänzung durch Knochen oder Kalziumpräparate notwendig wird.
Putenschenkel mit Haut weisen einen Fettgehalt von etwa 8–10 g pro 100 g auf und liefern damit deutlich mehr Energie. Bei Putenherzen liegt der Fettgehalt bei rund 5–7 g, während Putenleber besonders reich an Vitamin A und Eisen ist.
Für welche Tiere geeignet?
Hunde: Putenfleisch eignet sich hervorragend als Proteinquelle in der täglichen Futterration. Es wird häufig als Schonkost bei Magen-Darm-Problemen empfohlen und gilt als leicht verdaulich. Auch in Ausschlussdiäten zur Identifikation von Futtermittelallergien kommt es zum Einsatz – vorausgesetzt, der Hund hatte bislang keinen Kontakt mit Putenprotein.
Katzen: Als obligate Karnivoren profitieren Katzen besonders vom hohen Proteingehalt. Putenfleisch ist in zahlreichen hochwertigen Nassfuttersorten enthalten und eignet sich auch für die Rohfütterung. Der niedrige Fettgehalt der Putenbrust kann bei übergewichtigen Katzen von Vorteil sein, erfordert aber gegebenenfalls die Zugabe zusätzlicher Fettquellen, um den Energiebedarf zu decken.
Frettchen: Aufgrund ihres hohen Proteinbedarfs ist Putenfleisch auch für Frettchen eine geeignete Futterkomponente.
Nicht geeignet ist rohes Putenfleisch für reine Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Chinchillas.
Fütterungsempfehlung
Die Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht, Aktivitätslevel und physiologischem Zustand. Im BARF-Konzept für Hunde beträgt die tägliche Gesamtfuttermenge etwa 2–4 % des Körpergewichts, wobei der Fleischanteil in der Regel 70–80 % der Gesamtration ausmacht. Putenfleisch kann dabei als alleinige tierische Proteinquelle dienen oder mit anderen Fleischsorten kombiniert werden.
Praktische Hinweise:
- Putenfleisch sollte nicht als alleiniges Futtermittel über längere Zeiträume gegeben werden, da es kein vollständig bedarfsdeckendes Nährstoffprofil bietet. Es ist ein Einzelfuttermittel, kein Alleinfuttermittel.
- Innereien wie Leber und Herz sollten maximal 10–15 % der Fleischration ausmachen, um eine Überversorgung mit Vitamin A zu vermeiden.
- Das Fütterungsintervall entspricht den artüblichen Vorgaben: Erwachsene Hunde erhalten in der Regel ein bis zwei Mahlzeiten täglich, Katzen profitieren von mehreren kleineren Portionen.
- Bei der Rohfütterung von Putenhälsen oder -karkassen als Knochenanteil muss auf angemessene Stückgröße geachtet werden, um Erstickungsgefahr zu minimieren.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Proteingehalt bei geringem Fettanteil – ideal für Tiere mit Übergewicht oder reduziertem Energiebedarf
- Hohe Verdaulichkeit und gute Akzeptanz bei den meisten Hunden und Katzen
- Seltener Auslöser von Futtermittelallergien als Rind oder Huhn
- Vielseitig einsetzbar: roh, gekocht, getrocknet oder als Bestandteil von Fertigfutter
- Gute Verfügbarkeit und vergleichsweise moderater Preis
Nachteile:
- Geringer Fettgehalt (besonders Putenbrust) kann bei aktiven oder untergewichtigen Tieren zu einer unzureichenden Energieversorgung führen
- Ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verh