Rattenschlange
RTierart – Reptilien > Schlangen – Nattern
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pantherophis (Gattung), häufigste Art: Pantherophis obsoletus (Schwarze Rattenschlange)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Nattern (Colubridae)
- Gattung: Pantherophis (ehemals Elaphe)
- Lebensraum: Wälder, Grasland, Agrarflächen, Feuchtgebiete und Siedlungsnähe in Nordamerika
- Größe: 100–180 cm, einzelne Exemplare bis über 200 cm
- Gewicht: 0,5–2,5 kg je nach Art und Alter
- Lebenserwartung: 15–25 Jahre in Gefangenschaft, 10–15 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Rattenschlangen der Gattung Pantherophis gehören zu den mittelgroßen bis großen Nattern Nordamerikas. Ihr Körperbau ist schlank, aber kräftig, mit einem deutlich vom Rumpf abgesetzten Kopf. Die glatten bis leicht gekielten Schuppen verleihen der Haut je nach Art einen matten oder schwach glänzenden Schimmer. Die Körperfärbung variiert stark zwischen den einzelnen Arten: Die Schwarze Rattenschlange (Pantherophis obsoletus) ist als Adulttier nahezu einheitlich schwarz gefärbt, wobei zwischen den Schuppen weiße oder rötliche Hautstellen durchscheinen können. Die Graue Rattenschlange (Pantherophis spiloides) zeigt dagegen ein Muster aus dunkelgrauen Sattelflecken auf hellgrauem Grund. Die wohl bekannteste Art, die Kornnatter (Pantherophis guttatus), trägt rötlich-orange Flecken mit schwarzer Umrandung auf orangebeigem Untergrund.
Jungtiere weisen in der Regel eine deutlichere Zeichnung auf als ausgewachsene Exemplare. Bei der Schwarzen Rattenschlange etwa sind Jungtiere stark gefleckt und ähneln der Grauen Rattenschlange, bevor sie mit zunehmender Häutung ihre dunkle Adulttracht ausbilden. Die Bauchseite ist bei den meisten Arten heller gefärbt, oft weißlich bis gelblich, teilweise mit dunkler Sprenkelung. Die Pupillen sind rund – ein typisches Merkmal ungiftiger Nattern.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Rattenschlangen erstreckt sich über weite Teile des östlichen und zentralen Nordamerikas, von Südkanada über die gesamten östlichen USA bis in den Norden Mexikos. Sie besiedeln ein breites Spektrum an Habitaten: Laubmischwälder, Kiefernwälder, felsige Hügellandschaften, Flusstäler, landwirtschaftlich genutzte Flächen und die Randbereiche menschlicher Siedlungen. Besonders häufig finden sie sich in Biotopen mit einem Mosaik aus Wald und offenem Gelände, da diese Übergangsbereiche ein reiches Nahrungsangebot bieten.
Als geschickte Kletterer nutzen Rattenschlangen sowohl den Boden als auch Bäume und Dachböden verlassener Gebäude. In Scheunen und landwirtschaftlichen Betrieben werden sie mitunter geduldet, da sie als effektive Mäusejäger gelten. In Höhenlagen kommen sie bis etwa 1.400 Meter über dem Meeresspiegel vor.
Ernährung
Rattenschlangen sind Nahrungsspezialisten für kleine Säugetiere und verdanken ihren deutschen wie englischen Namen (Rat Snake) ihrer Vorliebe für Ratten und Mäuse. Die Nahrung umfasst darüber hinaus Wühlmäuse, Spitzmäuse, Eichhörnchen, Chipmunks, junge Kaninchen sowie Vögel und deren Eier. Jungtiere ernähren sich vorwiegend von kleinen Fröschen, Eidechsen und nestjungen Mäusen.
Als Würgeschlangen töten Rattenschlangen ihre Beute durch Umschlingen und Ersticken. Sie sind keine Giftschlangen und verfügen über keinerlei Giftapparat. Durch ihre Kletterfähigkeit erreichen sie auch Vogelnester in Bäumen und Nistkästen, was sie bei Vogelschützern gelegentlich unbeliebt macht. Die Beute wird stets als Ganzes und mit dem Kopf voran verschlungen.
Verhalten & Lebensweise
Rattenschlangen leben einzelgängerisch und unterhalten kein festes Revier im engeren Sinne, nutzen jedoch über längere Zeiträume stabile Aktionsräume. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, besonders in den heißen Sommermonaten. Im Frühjahr und Herbst zeigen sie vermehrt tagaktives Verhalten. Bei Bedrohung nehmen sie eine S-förmige Drohhaltung ein und vibrieren mit der Schwanzspitze, was in trockenem Laub ein rasselndes Geräusch erzeugt und gelegentlich zu Verwechslungen mit Klapperschlangen führt. Beißen tun sie nur bei direktem Zugriff; der Biss ist für den Menschen ungefährlich, kann aber durch die zahlreichen spitzen Zähne oberflächliche Verletzungen verursachen.
Zur Überwinterung suchen Rattenschlangen frostfreie Höhlen, Felsspalten oder Kellerräume auf. Dort versammeln sie sich mitunter in größeren Gruppen, teilweise gemeinsam mit anderen Schlangenarten wie Kupferköpfen oder Timber-Klapperschlangen. Diese winterlichen Aggregationen sind keine sozialen Verbände, sondern ergeben sich aus der begrenzten Verfügbarkeit geeigneter Überwinterungsplätze.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt im späten Frühjahr, meist zwischen April und Juni. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen über Pheromonspuren und liefern sich untereinander sogenannte Kommentkämpfe, bei denen sich die Rivalen umeinander winden und gegenseitig zu Boden drücken. Im Frühsommer legen die Weibchen zwischen 5 und 30 lederschalige Eier an geschützten, feuchten Stellen ab – unter morschem Holz, in Komposthaufen oder in Spalten zwischen Gestein. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 60 bis