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Raubmöwe

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Möwen & Seeschwalben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Stercorariidae (Familie); Gattungen Stercorarius und Catharacta
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Raubmöwen (Stercorariidae)
  • Lebensraum: Offene Meere, Küstenregionen, arktische und subarktische Tundra (Brutzeit)
  • Größe: 40–60 cm (Kleinere Arten wie Schmarotzerraubmöwe); bis 58–66 cm (Große Raubmöwe / Skua)
  • Gewicht: 300–500 g (kleinere Arten); 1.200–1.900 g (Große Raubmöwe)
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre, in Einzelfällen über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Raubmöwen sind kräftig gebaute Seevögel mit breiten, spitzen Flügeln und einem insgesamt robusten Körperbau. Trotz ihres Namens gehören sie nicht zur Familie der Möwen (Laridae), sondern bilden eine eigenständige Familie innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen. Die Verwechslung mit echten Möwen liegt an der oberflächlichen Ähnlichkeit im Habitus, doch unterscheiden sich Raubmöwen deutlich in Gefieder, Verhalten und Körperbau.

Das Gefieder ist bei den meisten Arten überwiegend dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, wobei hellere Morphen vorkommen. Charakteristisch sind die weißen Flügelfelder an der Basis der Handschwingen, die im Flug deutlich sichtbar werden. Die kleineren Arten der Gattung Stercorarius – Schmarotzerraubmöwe (S. parasiticus), Spatelraubmöwe (S. pomarinus) und Falkenraubmöwe (S. longicaudus) – besitzen verlängerte mittlere Steuerfedern, die je nach Art spitz, gedreht oder löffelförmig auslaufen. Diese Schwanzfedern sind ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal. Der Schnabel ist kräftig, hakenförmig gebogen und an der Basis mit einer Wachshaut bedeckt – ein Merkmal, das an Greifvögel erinnert. Die Beine sind relativ kurz, die Füße mit Schwimmhäuten versehen.

Die Große Raubmöwe (Stercorarius skua), im englischen Sprachraum als „Great Skua" bekannt, ist die massigste Vertreterin der Familie. Sie wirkt gedrungen und breitflügelig, ihr Gefieder zeigt eine gleichmäßig dunkelbraune Färbung mit gelblichen Streifen am Hals.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Raubmöwen erstreckt sich über beide Hemisphären. Die drei kleineren Arten der Gattung Stercorarius brüten in der arktischen und subarktischen Tundra der Nordhalbkugel – von Skandinavien über Sibirien bis nach Nordkanada und Alaska. Ihr bevorzugtes Bruthabitat besteht aus offener, baumarmer Tundra, häufig in der Nähe von Küstenabschnitten oder Binnengewässern.

Die Große Raubmöwe brütet an den Küsten des Nordatlantiks, insbesondere auf Island, den Färöern, den Shetland- und Orkney-Inseln sowie an der norwegischen Küste. In der südlichen Hemisphäre kommen weitere Skua-Arten vor, darunter die Antarktikskua (Stercorarius maccormicki) und die Subantarktikskua (Stercorarius antarcticus).

Außerhalb der Brutzeit sind Raubmöwen ausgeprägte Langstreckenzieher. Die Falkenraubmöwe legt dabei die längsten Strecken zurück und überwintert in den Gewässern des südlichen Atlantiks und des Indischen Ozeans bis in subantarktische Breiten. Während des Zuges und im Winterhalbjahr leben Raubmöwen pelagisch, also auf offener See, und kommen nur selten in Küstennähe.

Ernährung

Raubmöwen sind opportunistische Räuber und Nahrungsschmarotzer. Ein wesentlicher Teil ihrer Ernährungsstrategie besteht im sogenannten Kleptoparasitismus: Sie verfolgen andere Seevögel – vor allem Möwen, Seeschwalben und Alkenvögel – im Flug und attackieren diese durch aggressive Sturzflüge, Flügelschläge und Körperkontakt, bis die Beutetiere ihre gefangenen Fische oder andere Nahrung herauswürgen oder fallen lassen. Die Raubmöwe fängt die freigegebene Beute häufig noch in der Luft auf.

Darüber hinaus erbeuten Raubmöwen selbst Fische, kleine Säugetiere wie Lemminge, Eier und Küken anderer Vogelarten sowie Wirbellose. Insbesondere während der Brutzeit in der Tundra stellen Lemminge und andere Wühlmäuse eine bedeutende Nahrungsquelle dar. Die Große Raubmöwe erbeutet gelegentlich auch ausgewachsene Vögel bis zur Größe eines Papageitauchers. Aas und Fischereiabfälle werden ebenfalls aufgenommen.

Verhalten & Lebensweise

Raubmöwen sind tagaktive Vögel, die einzeln oder in lockeren Gruppen auftreten. Während der Brutzeit besetzen Paare ein Revier, das sie aggressiv gegen Artgenossen und potenzielle Nesträuber verteidigen. Die Revierverteidigung umfasst Drohflüge, laute Rufe und direkte Angriffe – auch gegen deutlich größere Tiere und Menschen, die sich dem Nest nähern. Dieser Sturzflug auf Eindringlinge ist ein typisches Verhaltensmerkmal.

Im Flug zeigen Raubmöwen eine hohe Wendigkeit. Ihre Jagdflüge auf andere Seevögel erfordern schnelle Richtungswechsel und ausdauernde Verfolgung. An Land bewegen sie sich vergleichsweise unbeholfen. Außerhalb der Brutzeit verbringen sie den Großteil ihres Lebens auf offener See, wo sie auf dem Wasser ruhen und schwimmen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt kurz nach der Ankunft in den Brutgebieten, meist im Mai oder Juni. Raubmöwen führen in der Regel eine monogame Saisonehe, wob