Reis
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Definition & Überblick
Reis (Oryza sativa) ist ein stärkehaltiges Getreide, das in der Tierernährung als pflanzliches Einzelfuttermittel oder Bestandteil von Mischfuttermitteln eingesetzt wird. Weltweit zählt Reis zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln – und auch in der Fütterung von Hunden, Katzen, Pferden, Geflügel und Ziervögeln hat er sich einen festen Platz erarbeitet. In der Diätetik gilt Reis aufgrund seiner hohen Verdaulichkeit und geringen Allergenität als besonders schonend für den Magen-Darm-Trakt.
Grundsätzlich wird zwischen geschältem (weißem) Reis und ungeschältem (Naturreis bzw. Vollkornreis) unterschieden. Für die Tierfütterung kommen außerdem Reisflocken, Reismehl, Reiskleie und Bruchreis zum Einsatz. Die Verarbeitungsform beeinflusst den Nährstoffgehalt und die Eignung für die jeweilige Tierart erheblich.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Reis ist in erster Linie ein Energielieferant. Sein Nährstoffprofil variiert je nach Verarbeitungsgrad. Die folgenden Durchschnittswerte beziehen sich auf gekochten, geschälten weißen Reis (pro 100 g):
- Energie: ca. 130 kcal
- Protein (Rohprotein): 2,5–3 g – vergleichsweise gering, aber mit hoher biologischer Wertigkeit
- Fett (Rohfett): 0,2–0,5 g – praktisch fettfrei
- Kohlenhydrate (Stärke): ca. 28 g – leicht verdauliche Stärke als Hauptenergieträger
- Rohfaser: 0,3–0,5 g (geschält); bis 1,8 g bei Naturreis
- Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen (bei Naturreis deutlich höher)
- Vitamine: B-Vitamine (B1, B3, B6) – überwiegend in der Silberhaut konzentriert, die beim Schälen entfernt wird
Reis ist glutenfrei und arm an Natrium. Naturreis enthält durch die erhaltene Kleie- und Keimschicht mehr Rohfaser, Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren als polierter weißer Reis. Reiskleie allein weist einen Rohfasergehalt von 7–10 % und einen Rohfettgehalt von bis zu 15 % auf.
Für welche Tiere geeignet?
- Hunde: Reis ist eines der meistverwendeten pflanzlichen Futtermittel in der Hundeernährung. Er findet sich als Kohlenhydratquelle in zahlreichen Alleinfuttermitteln und Ergänzungsfuttermitteln. Besonders bei Durchfall und Magen-Darm-Erkrankungen wird gekochter Reis in Kombination mit magerem Hühnerfleisch als Schonkost eingesetzt.
- Katzen: In geringen Mengen als Kohlenhydratkomponente in Fertigfutter akzeptabel. Katzen sind obligate Karnivoren – Reis sollte daher nie den Hauptanteil der Futterration ausmachen.
- Geflügel: Bruchreis und Reiskleie werden in der Geflügelfütterung als kostengünstige Energiequelle genutzt. Hühner, Enten und Gänse verwerten Reis gut.
- Ziervögel: Paddy-Reis (ungeschälter Rohreis) ist ein beliebter Bestandteil von Körnermischungen für Papageien und Großsittiche. Kleiner dimensionierte Arten erhalten Bruchreis.
- Pferde: Reiskleie wird gelegentlich als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt, um den Energiegehalt der Ration zu erhöhen, ohne überschüssige Stärke zuzuführen. Der Einsatz ist jedoch nicht weit verbreitet.
- Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen): Nicht empfehlenswert. Der hohe Stärkeanteil ist für Herbivoren mit fermentativem Verdauungssystem schlecht verwertbar und kann zu Verdauungsstörungen führen.
Fütterungsempfehlung
Reis sollte grundsätzlich gekocht verfüttert werden. Roher Reis ist für die meisten Heimtiere schwer verdaulich und kann den Magen-Darm-Trakt belasten. Ausnahme bildet Paddy-Reis für Ziervögel, der von diesen mit dem Schnabel geschält und roh aufgenommen wird.
Für Hunde gilt als Orientierung: Der pflanzliche Anteil (Reis, Kartoffeln, Gemüse) sollte 20–40 % der gesamten Futterration betragen, wobei Reis davon einen Teil ausmacht. Bei einer Schonkost-Ration kann der Reisanteil vorübergehend auf 50 % der Tagesration steigen. Die Futtermenge richtet sich nach Körpergewicht, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand des Tieres.
Bei Katzen sollte der Gesamtkohlenhydratanteil unter 10 % der Futterration liegen. Reis dient hier nur als untergeordnete Beimischung.
In der Geflügelhaltung kann Reis bis zu 30–40 % der Gesamtration ersetzen, sofern die Versorgung mit Protein, Aminosäuren (insbesondere Lysin und Methionin) und Mineralstoffen durch andere Komponenten sichergestellt ist.
Das Fütterungsintervall ändert sich durch die Zugabe von Reis nicht. Er wird in die regulären Mahlzeiten integriert.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hohe Verdaulichkeit der Stärke – besonders bei gekochtem, weißem Reis
- Glutenfrei und arm an Allergenen – ideal für Ausschlussdiäten und futtersensible Tiere
- Bindende Wirkung bei Durchfall durch den hohen Stärkegehalt
- Gute Akzeptanz bei den meisten Tierarten
- Geringer Fettgehalt – geeignet