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Rhesusaffe

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Macaca mulatta
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
  • Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
  • Gattung: Makaken (Macaca)
  • Lebensraum: Laubwälder, Gebirgsregionen, Kulturlandschaften, urbane Gebiete in Süd- und Südostasien
  • Körperlänge: 47–64 cm (ohne Schwanz)
  • Schwanzlänge: 19–30 cm
  • Gewicht: Männchen 6–11 kg, Weibchen 4–8 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, bis 40 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Rhesusaffe ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Vertreter der Gattung Makaken. Das Fell ist dicht und variiert in der Färbung von graubraun bis olivbraun an der Oberseite, während die Bauchseite deutlich heller, oft cremefarben bis weißlich ausfällt. Das Gesicht ist unbehaart und zeigt eine blassrosa bis rötliche Hautfärbung, die bei älteren Tieren und insbesondere bei Männchen intensiver ausfallen kann. Die Gesäßschwielen – verhornte Sitzpolster, die typisch für Meerkatzenverwandte sind – treten bei beiden Geschlechtern auf und sind ebenfalls rötlich gefärbt.

Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich beim Körpergewicht: Männchen sind im Durchschnitt rund 50 Prozent schwerer als Weibchen und besitzen ausgeprägtere Eckzähne. Der Schwanz ist im Vergleich zu vielen anderen Makaken-Arten relativ kurz und erreicht etwa die halbe Kopf-Rumpf-Länge. Die Extremitäten sind kräftig und mit Greifhänden ausgestattet, wobei der Daumen opponierbar ist – eine Eigenschaft, die den Tieren eine hohe Geschicklichkeit beim Manipulieren von Nahrung und Objekten verleiht.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Rhesusaffen erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Es reicht von Afghanistan und Pakistan über Nordindien und Nepal bis nach Südchina, Thailand und Vietnam. Damit besitzt Macaca mulatta unter allen nicht-menschlichen Primaten eines der größten geographischen Areale.

Die Art zeigt eine außerordentliche Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Habitate. Rhesusaffen besiedeln tropische und subtropische Laubwälder, Mangroven, trockene Dornbuschlandschaften und montane Wälder in Höhen bis über 4.000 Meter im Himalaya. Darüber hinaus haben sie sich erfolgreich an anthropogen geprägte Biotope angepasst: In Indien und Nepal leben große Populationen in Städten, Tempelanlagen und landwirtschaftlichen Gebieten in unmittelbarer Nähe zum Menschen. Eingeführte Populationen existieren zudem in Florida (USA) und auf Puerto Rico, wo sie aus Forschungsstationen oder privater Haltung entkommen sind.

Ernährung

Rhesusaffen sind Omnivoren mit einem breit gefächerten Nahrungsspektrum. Den Hauptanteil der Nahrung bilden pflanzliche Komponenten: Früchte, Blätter, Knospen, Blüten, Samen und Wurzeln. Ergänzend fressen sie Insekten, Spinnen, kleine Wirbeltiere und Vogeleier. In der Nähe menschlicher Siedlungen nutzen sie regelmäßig Kulturpflanzen und Abfälle als Nahrungsquelle, was vielerorts zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führt.

Die Nahrungszusammensetzung variiert je nach Jahreszeit und Habitat stark. In saisonalen Wäldern dominieren während der Regenzeit Früchte, während in der Trockenzeit verstärkt auf Blätter, Rinde und Wurzeln zurückgegriffen wird. Die Tiere verfügen über Backentaschen, in denen sie Nahrung zwischenspeichern und an geschützte Orte transportieren können – ein Merkmal, das alle Vertreter der Unterfamilie Backentaschenaffen (Cercopithecinae) teilen.

Verhalten & Lebensweise

Rhesusaffen sind tagaktive Tiere, die in multimännlichen, multiweiblichen Gruppen von 20 bis über 200 Individuen leben. Die soziale Organisation folgt einer strengen Hierarchie. Bei den Weibchen wird der Rang matrilinear vererbt: Töchter nehmen einen Rang knapp unterhalb ihrer Mutter ein. Männchen wandern nach Erreichen der Geschlechtsreife aus der Geburtsgruppe ab und versuchen, sich in einer fremden Gruppe zu etablieren.

Das Sozialleben wird durch ein differenziertes Repertoire an Kommunikationsformen aufrechterhalten. Dazu gehören über 30 verschiedene Lautäußerungen, vielfältige Gesichtsausdrücke wie das sogenannte stille Zähnefletschen (ein Unterwerfungssignal) und taktile Interaktionen – insbesondere gegenseitige Fellpflege (Grooming), die der Festigung sozialer Bindungen dient. Aggressive Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe sind häufig, werden aber meist durch ritualisierte Drohgebärden wie Kopfnicken mit offenem Mund entschärft.

Die Tiere sind vorwiegend terrestrisch, bewegen sich aber auch geschickt im Geäst fort. Ihre Reviere können je nach Habitatqualität und Gruppengröße zwischen wenigen Hektar in städtischen Gebieten und mehreren Quadratkilometern in Waldgebieten umfassen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets saisonal, mit einer Paarungszeit im Herbst und Geburten im Frühjahr. Weibchen zeigen ihre Empfängnisbereitschaft durch eine Rötung und Schwellung der Genitalhaut an. Die Paarung erfolgt promiskuitiv – sowohl Weibchen als auch Männchen kopulieren mit mehreren Partnern.

Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 164 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind selten. Das Neugeborene wiegt etwa 400–500 Gramm und klammert sich von