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Riesensalamander

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Tierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Andrias (Gattung); die beiden bekanntesten Arten sind der Chinesische Riesensalamander (Andrias davidianus) und der Japanische Riesensalamander (Andrias japonicus)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Familie: Riesensalamander (Cryptobranchidae)
  • Lebensraum: Kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer in bergigen Regionen
  • Größe: Japanischer Riesensalamander bis ca. 150 cm; Chinesischer Riesensalamander bis über 180 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: Bis zu 50 kg (Chinesischer Riesensalamander), in Ausnahmefällen darüber
  • Lebenserwartung: Über 50 Jahre in freier Wildbahn; in menschlicher Obhut sind Individuen dokumentiert, die mehr als 70 Jahre alt wurden

Aussehen & Merkmale

Riesensalamander zählen zu den größten lebenden Amphibien der Erde. Ihr Körper ist massig, dorsoventral abgeflacht und endet in einem seitlich komprimierten Ruderschwanz, der etwa ein Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Die Haut ist runzelig, stark gefaltet und mit zahlreichen Hautlappen versehen, die entlang der Flanken hängen. Diese Hautfalten vergrößern die Körperoberfläche erheblich und dienen der kutanen Atmung – also der Aufnahme von Sauerstoff direkt über die Haut.

Die Grundfärbung variiert zwischen dunklem Braun, Grau und Olivgrün, oft durchsetzt mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Die Bauchseite ist heller. Die Augen sind auffallend klein und liegen seitlich am breiten, flachen Kopf. Riesensalamander besitzen keine Augenlider. Die Beine sind kurz und kräftig; an den Vorderfüßen sitzen vier, an den Hinterfüßen fünf Zehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Salamandern behalten Riesensalamander zeitlebens eine offene Kiemenspalte auf jeder Kopfseite, obwohl die eigentlichen Kiemenbüschel nach der Metamorphose zurückgebildet werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Andrias erstreckt sich über Ostasien. Der Japanische Riesensalamander besiedelt die Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu, während der Chinesische Riesensalamander historisch in weiten Teilen Zentral- und Südchinas vorkam. Neuere genetische Studien haben ergeben, dass unter dem Namen Andrias davidianus wahrscheinlich mehrere kryptische Arten zusammengefasst sind, darunter der 2019 beschriebene Südchinesische Riesensalamander (Andrias sligoi).

Als Habitat bevorzugen Riesensalamander kühle, schnell fließende Bergbäche und Flüsse mit felsigem Untergrund in Höhenlagen zwischen 300 und 1.500 Metern. Entscheidend ist ein hoher Sauerstoffgehalt des Wassers, da die Tiere auf kutane Atmung angewiesen sind. Sie halten sich tagsüber in Felsspalten, unter Steinen oder in Uferhöhlen verborgen. Die Wassertemperatur in ihrem Biotop liegt in der Regel zwischen 10 und 20 °C.

Ein entfernt verwandter Vertreter der Familie Cryptobranchidae lebt in Nordamerika: der Schlammteufel (Cryptobranchus alleganiensis), der mit maximal 75 cm Länge deutlich kleiner bleibt.

Ernährung

Riesensalamander sind opportunistische Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie erbeuten Fische, Flusskrebse, Frösche, Insektenlarven, Würmer und gelegentlich kleine Säugetiere oder Schlangen, die ins Wasser geraten. Die Jagd erfolgt überwiegend nachts. Da die Augen stark reduziert sind, verlassen sich die Tiere hauptsächlich auf Druckrezeptoren in der Haut und entlang der Seitenlinie, die Wasserbewegungen potenzieller Beute registrieren. Nähert sich ein Beutetier, schnappt der Salamander blitzschnell mit weit aufgerissenem Maul zu und erzeugt dabei einen Unterdruck, der die Beute einsaugt. Die zahlreichen kleinen Zähne verhindern, dass das gefangene Tier wieder entkommt.

Verhalten & Lebensweise

Riesensalamander sind überwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag in Verstecken unter Felsen oder in Höhlen am Gewässergrund. Sie sind standorttreu und bewohnen oft über Jahre dasselbe Revier. Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben sie einzelgängerisch und meiden den Kontakt zu Artgenossen. Begegnungen zwischen zwei Männchen können zu aggressiven Auseinandersetzungen führen, bei denen Bisswunden keine Seltenheit sind.

An Land bewegen sich Riesensalamander nur selten und äußerst unbeholfen. Im Wasser hingegen sind sie trotz ihrer Körpermasse erstaunlich wendige Schwimmer, wobei der kräftige Ruderschwanz den Hauptantrieb liefert. Bei Bedrohung sondern sie über Hautdrüsen ein weißliches, übelriechendes Sekret ab, das an den Geruch des Japanischen Pfeffers erinnert – daher der japanische Volksname „Ōsanshōuo" (großer Pfefferbusch-Fisch).

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit fällt in die Spätsommer- und Herbstmonate (August bis Oktober). Männchen besetzen geeignete Bruthöhlen entlang des Flussufers und verteidigen diese gegenüber Rivalen. Ein dominantes Männchen – in Japan als „Höhlenmeister" (den master) bezeichnet – lockt ein oder mehrere Weibchen zur Eiablage in seine Höhle. Das Weibchen legt zwischen 400 und 600 Eier in perlschnurartigen Strängen ab, die das Männchen anschließend äußerlich befruchtet.

Das Männchen übernimmt die vollständige Brutpflege. Es bewacht die Eier über einen Zeitraum von etwa 40 bis 70 Tagen, fächelt ihnen mit Schwanzbewegungen frisches Wasser