T Tierlexikon.net
← Lexikon

Riesenskink

R

Tierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Corucia zebrata
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Skinke (Scincidae)
  • Gattung: Corucia (monotypisch)
  • Lebensraum: Tropischer Regenwald, Baumkronen
  • Größe: 60–80 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 500–900 g
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre (in Gefangenschaft bis über 30 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Riesenskink (Corucia zebrata), auch als Wickelschwanzskink oder Salomonen-Riesenskink bezeichnet, ist die größte lebende Art innerhalb der Familie der Skinke (Scincidae). Sein kräftiger, gedrungener Körper ist mit glatten, überlappenden Schuppen bedeckt, die in der Grundfärbung von olivgrün über graugrün bis bräunlich variieren. Über den gesamten Rücken ziehen sich unregelmäßige, dunklere Querbänder, die dem Tier seinen Artnamen zebrata einbrachten. Die Bauchseite ist deutlich heller und zeigt ein blasses Gelbgrün bis Cremefarben.

Der dreieckige Kopf ist massiv und breit, mit kräftigen Kiefern, die an die pflanzliche Ernährung angepasst sind. Die Augen sind relativ klein und besitzen runde Pupillen, was auf die dämmerungsaktive Lebensweise hindeutet. Ein auffälliges Merkmal ist der Greifschwanz (Prehensilschwanz), der nahezu die Hälfte der Gesamtlänge ausmacht. Dieser Schwanz ist voll funktionsfähig als fünfte Gliedmaße einsetzbar und kann das gesamte Körpergewicht tragen – eine unter Skinken einzigartige Anpassung an das Leben in den Bäumen. Die Zehen tragen scharfe, gebogene Krallen, die ein sicheres Klettern auf Ästen und Rinde ermöglichen.

Es werden zwei Unterarten unterschieden: Corucia zebrata zebrata von der Hauptinselgruppe und Corucia zebrata alfredschmidti, die 1997 beschrieben wurde und auf den nördlichen Salomonen vorkommt. Letztere ist insgesamt etwas kleiner und dunkler gefärbt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Riesenskinkes beschränkt sich ausschließlich auf den Salomonen-Archipel im südwestlichen Pazifik, östlich von Papua-Neuguinea. Die Art ist damit ein typischer Inselendemit. Ihr Habitat umfasst primäre und sekundäre tropische Regenwälder vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 600 Metern. Die Tiere leben strikt arborikol, also baumbewohnend, und halten sich bevorzugt in den mittleren und oberen Baumkronenregionen auf.

Besonders häufig besiedeln Riesenskinke Bäume mit dichten Epiphytenbewuchs, Bromelien und Baumhöhlen, die als Tagesversteck dienen. In von Menschen genutzten Gebieten finden sich die Echsen gelegentlich auch in Kokospalmen-Plantagen und Gärten, sofern ausreichend Baumbestand vorhanden ist. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die gleichmäßig warmen Temperaturen des tropischen Klimas – ganzjährig zwischen 24 und 32 °C – sind essenziell für die Art.

Ernährung

Der Riesenskink gehört zu den wenigen vorwiegend herbivoren (pflanzenfressenden) Vertretern innerhalb der Skinke. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Blättern, Blüten, Früchten und jungen Trieben verschiedener tropischer Pflanzen. Besonders bevorzugt werden die Blätter von Epipremnum-Arten (Efeututen) und anderen Aronstabgewächsen sowie die Früchte von Feigenbäumen.

Die kräftigen Kiefer und die breiten, abgeflachten Zähne sind an das Zerkleinern von Pflanzenmaterial angepasst. Wie bei vielen herbivoren Reptilien findet ein Teil der Verdauung durch mikrobielle Fermentation im Hinterdarm statt. Gelegentlich nehmen die Tiere auch tierische Nahrung auf – etwa Insekten oder Schnecken –, dies stellt jedoch nur einen geringen Anteil der Gesamtnahrung dar. In Gefangenschaft werden Riesenskinke erfolgreich mit einer Mischung aus Blattgemüse, Obst und gelegentlich proteinreichem Futter ernährt.

Verhalten & Lebensweise

Riesenskinke sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen, zwischen Epiphyten oder in dichten Blattansammlungen. Mit Einbruch der Dämmerung beginnen sie ihre langsamen, bedächtigen Klettertouren durch das Geäst auf der Suche nach Nahrung. Ihre Bewegungen sind dabei eher gemächlich und kontrolliert – die Tiere sichern sich bei jedem Schritt mit dem Greifschwanz ab.

Eine unter Reptilien seltene Eigenschaft ist das ausgeprägte Sozialverhalten der Art. Riesenskinke leben in kleinen Familiengruppen, die typischerweise aus einem adulten Paar und einem oder zwei Jungtieren bestehen. Diese Gruppen teilen sich Schlafplätze und zeigen gegenüber gruppenfremden Artgenossen territoriales Verhalten. Bei Bedrohung reagieren Riesenskinke mit Fauchen, Aufblähen des Körpers und kräftigen Bissen. Der Biss kann aufgrund der starken Kiefermuskulatur durchaus schmerzhaft sein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Riesenskink ist lebendgebärend (vivipar) – ebenfalls eine unter Skinken nicht häufige, aber vorkommende Fortpflanzungsstrategie. Die Tragzeit beträgt zwischen sechs und acht Monaten, was für Echsen ungewöhnlich lang ist. Pro Wurf wird in der Regel nur ein einzelnes Jungtier geboren, selten Zwillinge. Das Neugeborene ist mit einer Gesamtlänge von etwa 25–30 cm bereits erstaunlich groß und weit entwickelt.

Die Jungtiere bleiben nach der Geburt über Monate in der Nähe der Eltern und werden von diesen geduldet, mitunter sogar verteidigt. Dieses elterliche Schutzverhalten und der enge