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Ringelnatter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Natrix natrix
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Wassernattern (Natrix)
  • Lebensraum: Feuchtgebiete, Gewässerufer, Feuchtwiesen, Waldränder
  • Größe: 80–120 cm, selten bis 150 cm (Weibchen größer als Männchen)
  • Gewicht: 50–300 g, je nach Geschlecht und Alter
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Die Ringelnatter ist eine schlanke, mittelgroße Schlange mit einer Gesamtlänge von durchschnittlich 80 bis 120 Zentimetern. Weibchen werden deutlich größer und schwerer als Männchen, die selten mehr als 80 Zentimeter erreichen. Der Körper ist von glatten, leicht gekielten Schuppen bedeckt, die in der Körpermitte in 19 Reihen angeordnet sind.

Die Grundfärbung der Oberseite variiert von grau über olivgrün bis hin zu bräunlich. Auf dem Rücken und an den Flanken zeigen sich häufig dunklere, unregelmäßig verteilte Flecken. Die Bauchseite (Ventralseite) ist hell mit dunklen, schachbrettartig angeordneten Flecken. Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt und erscheint leicht abgeflacht.

Das auffälligste Erkennungsmerkmal sind die beiden halbmondförmigen, gelben bis orangefarbenen Flecken am Hinterkopf, die sogenannten Mondflecken. Diese sind bei vielen Individuen stark ausgeprägt und dienen als sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen einheimischen Schlangen. Dahinter schließen sich zwei schwarze, halbmondförmige Flecken an. Bei manchen Populationen – besonders bei der inzwischen als eigene Art anerkannten Barrenringelnatter (Natrix helvetica) – können die hellen Hinterkopfflecken reduziert sein oder fehlen.

Die Pupillen sind rund, was die Ringelnatter von den heimischen Vipernarten mit ihren senkrecht geschlitzten Pupillen unterscheidet. Die Augen sind relativ groß, was auf die überwiegend tagaktive Lebensweise hindeutet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Ringelnatter erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht ostwärts bis nach Zentralasien. In Europa kommt sie von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien vor, wobei die nördliche Verbreitungsgrenze in Südskandinavien liegt. In den Alpen besiedelt sie Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter.

Als Habitat bevorzugt die Ringelnatter die Nähe von Gewässern. Typische Biotope sind Ufer von Seen, Teichen, Flüssen und Bächen, aber auch Feuchtwiesen, Sumpfgebiete, Moorlandschaften und Auwälder. Daneben findet man sie in Gärten, auf Komposthaufen, an Trockenmauern und in lichten Wäldern – vorausgesetzt, geeignete Sonnplätze und Versteckmöglichkeiten sind vorhanden. Die Art gilt als ausgesprochen wassergebunden, obwohl sie auch in trockeneren Lebensräumen angetroffen wird, wenn Nahrung und Eiablageplätze verfügbar sind.

In Mitteleuropa teilt sie ihren Lebensraum teilweise mit der nahe verwandten Würfelnatter (Natrix tessellata), die allerdings stärker an aquatische Habitate gebunden ist.

Ernährung

Die Ringelnatter ernährt sich hauptsächlich von Amphibien. Frösche – insbesondere Grasfrösche und Wasserfrösche – sowie Kröten und Molche stellen den Großteil der Nahrung dar. Daneben werden gelegentlich kleine Fische, Eidechsen und selten auch kleine Säugetiere wie junge Mäuse erbeutet. Jungschlangen fressen vorwiegend Kaulquappen, kleine Molche und Regenwürmer.

Die Beute wird aktiv aufgespürt und lebend verschlungen, typischerweise mit dem Kopf zuerst. Eine Giftinjektion erfolgt nicht, da die Ringelnatter zu den ungiftigen Schlangen zählt. Sie besitzt zwar vergrößerte Zähne im hinteren Oberkieferbereich (opisthoglyphe Bezahnung), diese dienen jedoch nicht der Giftabgabe an Beutetiere in einem für den Menschen relevanten Maße.

Verhalten & Lebensweise

Die Ringelnatter ist überwiegend tagaktiv, besonders in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Zu Beginn des Tages sucht sie exponierte Sonnplätze auf, um ihre Körpertemperatur durch Thermoregulation auf Betriebstemperatur zu bringen – ein typisches Verhalten aller ektothermen Reptilien.

Sie ist eine ausgezeichnete Schwimmerin und taucht bei der Jagd oder auf der Flucht regelmäßig unter Wasser. An Land bewegt sie sich in der typisch schlängelnden Fortbewegungsweise (laterale Undulation). Ein eigentliches Revier verteidigt die Ringelnatter nicht, sie zeigt aber eine gewisse Ortstreue zu ihren Sonnen-, Überwinterungs- und Eiablageplätzen.

Bei Bedrohung setzt die Ringelnatter auf verschiedene Abwehrstrategien. Zunächst versucht sie zu fliehen. Wird sie ergriffen, sondert sie aus ihren Kloakaldrüsen ein übelriechendes Sekret ab. Eine weitere Taktik ist das Totstellen (Thanatose): Die Schlange dreht sich auf den Rücken, öffnet das Maul und lässt die Zunge heraushängen. Gelegentlich tritt dabei sogar etwas Blut aus dem Maul aus. Beißversuche gegenüber Menschen sind selten und harmlos.

Die Winterruhe verbringt die Ringelnatter von Oktober bis März/April in frostfreien Verstecken wie Erdlöchern, Steinhaufen, Baumwurzeln oder Kellergewölben. Häufig überwintern mehrere Tiere gemeinsam an geeigneten Quartieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterru